• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind zuletzt leicht rückläufig gewesen - zumindest mit Blick auf die Neuinfektionen
  • Hinsichtlich der Todesfälle im Zusammenhang und die Belegung der Intensivbetten aber ist aktuell keine Entspannung zu sehen
  • Regional gibt es in Deutschland hinsichtlich der Fallzahlen deutliche Unterschiede
  • Wie hoch sind die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI Dashboard heute, am Donnerstag, 31.12.20, dem letzten Tag des Coronavirus-Jahres 2020?
Heute ist Silvester, der letzte Tag des Corona-Jahres 2020. Zeit zum Durchschnaufen? Das wird die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Deutschland in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Schlagen sich die beschlossenen verschärften Regeln des Lockdowns gut zwei Wochen nach Beginn nieder? Mit Blick auf die Corona-Zahlen in Deutschland gab es in den vergangenen Tagen ein leicht gespaltenes Bild: Einerseits lagen die Zahlen der Neuinfektionen tendenziell unter denen der jeweiligen Tage der Vorwoche - was allerdings auch an verzögerten Meldungen und geringerem Testaufkommen rund um die Weihnachtsfeiertage liegen kann -, und andererseits war die Zahl der gemeldeten Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, stabil sehr hoch.
Wie also gehen wir hinsichtlich der Fallzahlen aus diesem Jahr? Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Donnerstag, den 31.12.20, dem letzten Tag des Jahres 2020? Und wie hoch sind die Werte von Neuinfektionen, Todesfällen und 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Donnerstag der Vorwoche, dem 24.12.20?

Corona Zahlen Deutschland: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz laut RKI am Donnerstag, 31.12.20

Nachdem über die Weihnachtsfeiertage laut RKI deutlich weniger getestet und übermittelt worden war, stellt sich die Frage: Wie hoch sind die Corona-Zahlen heute, am Donnerstag, 31.12.20? Und wie stehen sie im Vergleich zu den Fallzahlen vom Donnerstag der Vorwoche, dem 24.12.20?
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 27.538 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 130.813 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.719.737 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 33.071 Personen. Das sind 964 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1.016 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, ein neuer Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.328.200 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,68 (Vortag: 0,67) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 139,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 326,7 und Thüringen mit 246,5 den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

Corona-Zahlen in Deutschland: Sorge vor der Dritten Welle und Corona-Gipfel

In Deutschland - genauer: in Sachsen -, aber auch in anderen Ländern Europas wie Italien steigt derweil die Sorge vor einer möglichen dritten Welle. In Sachsen äußerte Ministerpräsident Kretschmer seine Sorgen mit Blick auf die kommenden Wochen.
Gesundheitsminister Jens Spahn stimmte ebenfalls darauf bereits ein und sagte am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“, bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten Bund und Länder bei ihrer geplanten Konferenz am kommenden Dienstag entscheiden.
Der verschärfte Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es anschließend weiter geht.

RKI Dashboard - Aktuelle Corona-Zahlen Bundesländer und Landkreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen. In der Corona-Pandemie liefert das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. 
In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI die Corona-Zahlen für Deutschland, die Bundesländer und die Landkreise.
In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI die Corona-Zahlen für Deutschland, die Bundesländer und die Landkreise.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-

Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Dienstagmorgen weltweit
  • 82,7 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1,8 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 19.740.471 Infizierte und 342.318 Tote
  • Indien: 10.266.674 Infizierte und 148.738 Tote
  • Brasilien: 7.619.200 Infizierte und 193.875 Tote
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.741.153 bisher Infizierten und 33.230 Toten

R-Wert und Neuinfektionen - Erklärung der wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona-Zahlen in Deutschland: Mehr als 41.000 Menschen zum Wochenstart geimpft

Bis einschließlich Montag haben in Deutschland 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19 084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.
Die Daten legten nahe, dass in den ersten Tagen - entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission - vor allem mobile Impfteams in Altenheimen impften, erläutert RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher mit Blick auf die eher geringe Zahl an Impfungen bundesweit. Das sei sicherlich aufwändiger, als Impfungen in gut organisierten Impfzentren durchzuführen. Ob und wie viele mobile Impfteams zum Einsatz kämen und wann die Impfzentren an den Start gingen, entschieden die Bundesländer.
Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, sagte Glasmacher.
Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.