Neuer Hoffnungsschimmer für mehr Corona-Impfungen in Deutschland? Bald könnte ein zweiter Impfstoff zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat jetzt die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna in der EU empfohlen. Der Impfstoff solle für Personen ab 18 Jahren zugelassen werden, teilte die EMA einen Tag nach dem Corona-Gipfel in Deutschland, am Mittwoch, 6.1. in Amsterdam mit.

Aber wann kommt der Moderna-Impfstoff wirklich nach Deutschland?

Bis der zweite Impfstoff zugelassen und in Deutschland zur Impfung gegen das Coronavirus eingesetzt wird, ist noch die Zustimmung der EU-Kommission nötig. Doch diese endgültige Entscheidung über die Zulassung gilt als Formsache und könnte bereits in kürzester Zeit geschehen. Damit wäre nach der Zulassung des Präparats der Unternehmen Pfizer und Biontech der Weg frei für den zweiten Impfstoff gegen Covid-19 in der EU.
In Deutschland soll es die Lieferung der ersten Moderna-Dosen voraussichtlich in der kommenden Woche geben. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin an. Der Moderna-Impfstoff ist bereits in den USA, Kanada und Israel zugelassen. Die EU hat 160 Millionen Dosen bei dem US-Hersteller bestellt.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen über den Moderna-Impfstoff auf Twitter

Die Chancen für die Zustimmung der Kommission stehen auch diesmal gut - EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßte die Empfehlung. „Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen“, schrieb sie auf Twitter.

Moderna in der Pflicht: Daten über Wirkung des Corona-Impfstoffs bereitstellen

„Dieser Impfstoff verschafft uns ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation“ sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Der Impfstoff schütze zu etwa 94 Prozent gegen Covid-19. Auch nach der Empfehlung werden nach den Worten der EMA-Chefin die Experten weiterhin alle Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit überwachen.
Die EMA-Experten hatten bereits seit November die Daten des Herstellers nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren bewertet. Danach werden bereits Ergebnisse der Studien geprüft, noch bevor ein Zulassungsantrag eingereicht ist. Das Verfahren sei viel schneller, aber genauso sorgfältig, betonte die EMA. Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln.