• Beim Corona-Gipfel wird eine Verlängerung des Lockdowns bis 31.1.2021 beschlossen.
  • Die Länder sind sich einig, dass der Bewegungsradius in Gebieten, die wegen der Inzidenz als Hotspot gelten, begrenzt wird.
  • Auch von Verschärfungen der Regeln bei Kontakten wie im Frühjahr ist die Rede.
Die Bundesregierung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder ziehen beim Corona-Gipfel die Zügel an und verschärfen die Corona-Regeln deutlich mit dem Ziel, Kontakte zwischen den Menschen zu verringern, um die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus zu vermindern. Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen.

Corona-Regel: Private Treffen nur noch mit 1 Person

Eine der wesentlichen neuen Maßnahmen wird den Bereich der privaten Kontakte betreffen, die bestehenden Beschlüsse dazu werden erweitert: Private Zusammenkünfte in Deutschland werden wie schon im Frühjahr 2020 beim ersten Lockdown nur noch alleine,
  • mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person
  • oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes
erlaubt sein. Das heißt etwa, dass sich zwei Paare nicht zum Essen verabreden und zwei Kinder nicht ein anderes Kind zuhause besuchen dürfen. Darauf haben sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Dienstag in Berlin verständigt, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. Diese Regelung wird nicht wie die Bewegungseinschränkung in einem festgelegten Bewegungsradius an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft.
Bisher galt: Es sind Treffen mit einem anderen Haushalt, aber mit maximal fünf Personen erlaubt.

Kinderbetreuung: Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen für Kinder in Baden-Württemberg

Ausnahmen von den strengen Kontaktbeschränkungen für Kinder sollte es eigentlich nicht geben. Doch Baden-Württemberg prescht nun vor und lockert die Regel. Das Land beschloss am Freitagmittag, dass sich zwei Familien zur Kinderbetreuung zusammentun können. Allerdings müssen es laut Landesregierung während des Lockdowns immer dieselben zwei Familien sein, die sich bei der Kinderbetreuung unterstützen. Zudem sollen Mütter oder Väter ihre Kinder zu Treffen mit einem anderen Kind begleiten dürfen. Die grün-geführte Regierung will das nun in ihrer Corona-Verordnung für das Land im Vergleich zum Bund-Länder-Beschluss von Dienstag entsprechend abmildern.

Grund für die Corona-Regeln: Weiterhin hohe Fallzahlen in Deutschland

Das sind die Corona-Zahlen in Deutschland am Freitag, 8.1.21:
  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 31.849 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Donnerstag waren 26.791 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche, dem 1.1.21, waren mehr als 22.000 neue Fälle gemeldet worden. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 28.845 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 125.095 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.866.887 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 38.795 Personen. Das sind 1.188 Tote mehr als am Tag zuvor. Das ist ein neuer Höchstwert. „Zeit Online“ zufolge gab es 1.016 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, der bisherige Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.494.100 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0.92 (Vortag: 0,83) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 136,5. Gestern war ein Wert von 121,8 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.