• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen laut RKI seit Ende Juli konstant an.
  • Wie also ist das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise?
  • Gleichzeitig bereiten sich viele Bundesländer bereits auf die Herbstferien vor. Während beliebte Reiseziele der Deutschen wie Tirol und Voralberg derzeit tabu sind, könnten Fernreisen in bestimmte Länder noch möglich.
  • Hier lesen Sie die aktuellen Fallzahlen des RKI vom Freitag, 02.10.2020
Die Entwicklung dieser Woche steht damit exemplarisch für die Entwicklung in der Corona-Pandemie. Die Zahlen in Deutschland, Europa und der Welt ändern sich jeden Tag. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die neuen Fallzahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden in verschiedenen Regionen Maßnahmen verschärft - oder gelockert.

RKI: So hoch ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland am 02.10.2020

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2673 neue Corona-Infektionen, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Zuvor hatte der Wert binnen weniger Tage schon zweimal die Schwelle von 2500 überschritten.
Bereits am Donnerstag waren es mehr als 2500 Fälle gewesen - zum zweiten Mal binnen einer Woche, nachdem die Schwelle von 2500 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bereits am vergangenen Samstag überschritten worden war (2507). Das waren auch zu dem Zeitpunkt jeweils so viele Neuinfektionen gewesen, wie seit April nicht mehr.

Corona-Zahlen in Deutschland: RKI meldete Höhepunkt der Neuinfektionen im April

Der Höhepunkt bei den jeden Tag gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle zum ersten Mal wieder bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.
Am Montag und Dienstag hatte die Aufbereitung der RKI-Zahlen am Morgen zunächst länger gedauert. Sie waren nicht - wie sonst üblich - gegen 6 Uhr morgens, sondern mit gut zwei Stunden Verspätung gekommen. Das RKI sagte dazu auf Anfrage: „Es gab in der Tat technische Probleme mit dem Datenexport, wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen die Datenbereitstellung für ESRI wieder regulär funktioniert.“

RKI betont Genauigkeit von Corona-Tests

Das RKI verwies in seinem Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag nochmals auf die Genauigkeit der Corona-Tests. Es komme äußerst selten vor, dass ein nichtinfizierter Mensch ein positives Testergebnis erhalte (falsch-positives Ergebnis). Wegen der hohen Qualitätsanforderungen liege die sogenannte analytische Spezifität bei nahezu 100 Prozent. Zudem würden die Ergebnisse fachkundig überprüft. Bei nicht plausiblen Befunden gebe es eine Wiederholung oder ein zusätzliches Testverfahren. Die Zahl der falsch-positiven Befunde sei daher so klein, dass sie die Einschätzung der Lage nicht verfälsche.
Das RKI machte in einem Bulletin am Donnerstag Angaben zur Genauigkeit der Corona-Tests. (Symbolbild)
Das RKI machte in einem Bulletin am Donnerstag Angaben zur Genauigkeit der Corona-Tests. (Symbolbild)
© Foto: DPA

Corona in Deutschland: Intensivmedizinische Betreuung nimmt laut RKI wieder zu

Ein Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht vom Donnerstag (Stand 12.15 Uhr) wurden Mitte dieser Woche 362 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet. Eine Woche zuvor waren es noch 296 Infizierte (166 beatmet) und eine Woche davor 238 Infizierte (135 beatmet). Rund 8700 der rund 30 540 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen.

Coronavirus-Zahlen - So viele Neuinfektionen, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 294.395 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Freitag, 02.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 295.539 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9508. Das sind acht mehr als am Vortag. Die JHU meldet aktuell 9509 Tote.
  • Genesene: Bis Mittwochmorgen hatten etwa 259.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.
Corona Österreich Tirol Vorarlberg Wie lange bleibt Tirol noch Risikogebiet?

Innsbruck/Bregenz

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 0,97 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,08 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Hohe Corona-Fallzahlen auch in Baden-Württemberg

Wie in Deutschland insgesamt bleibt die Corona-Lage auch in Baden-Württemberg kritisch. Die Gesundheitsämter im Südwesten melden an das Robert Koch-Institut (RKI) ermeut eine hohe Anzahl an positiven Corona-Testergebnissen. Die Zahl der seit Beginn der Corona-Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg liegt laut Landesgesundheitsamt - Stand Freitag, 2.10.2020 - bei 50.400 Fällen. Auch die anderen Werte steigen.

Schleswig-Holstein erklärt Berliner Bezirk zum Risikogebiet

Unterdessen hat Schleswig-Holstein den Berliner Bezirk Mitte wegen hoher Corona-Infektionszahlen als eines vor vier Risikogebieten im Inland ausgewiesen. Das könnte Urlaubspläne mancher Berliner mit Blick auf die anstehenden Herbstferien durchkreuzen: Denn alle Einreisenden aus Risikogebieten müssen sich im Norden für zwei Wochen in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Kiel sagte. Das gilt auch für Schleswig-Holsteiner, die aus Berlin-Mitte zurückkehren. Berlin-Mitte gilt als Corona-Hotspot.

Wegen der hohen Corona-Zahlen in Deutschland und global wollen weniger Menschen verreisen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und zahlreicher Reisewarnungen will nur jeder fünfte Deutsche im kommenden Herbst oder Winter verreisen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur planen acht Prozent eine Reise ins Ausland, zwölf Prozent wollen im Inland Urlaub machen. 66 Prozent haben sich bereits entschieden, den ganzen Herbst und Winter zu Hause zu bleiben. Acht Prozent sind noch unentschlossen, fünf Prozent machten keine Angaben
Zum Vergleich: Im vergangenen Herbst und Winter sind noch 41 Prozent der Befragten verreist - 23 Prozent ins Ausland und 18 Prozent innerhalb Deutschlands. 55 verzichteten auf eine Urlaubsreise, vier Prozent machten keine Angaben.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will derweil laut einem Medienbericht eine deutliche Verkürzung der Quarantäne für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten auf den Weg bringen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Innenministeriums hervor, wie das Nachrichtenportal „ThePioneer“ (Freitag) berichtet. Es bleibt demnach bei der Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Regionen, die vom Robert Koch-Institut (RKI) als Corona-Risikogebiete eingestuft werden. Diese soll künftig grundsätzlich zehn Tage nach Einreise umfassen - vier Tage weniger als bislang. „Ab dem fünften Tag in Absonderung besteht die Möglichkeit, durch ein negatives Testergebnis die Absonderung zu beenden“, heißt es demnach in dem Entwurf. „Der Test darf frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden.“

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI
Wie ist die Entwicklung der Corona-Krise in den Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg? Das RKI-Dashboard weist die aktuellen Zahlen aus.
Wie ist die Entwicklung der Corona-Krise in den Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg? Das RKI-Dashboard weist die aktuellen Zahlen aus.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI
Analog dazu bietet die JHU auf ihrer Website eine sogenannte Map, eine Weltkarte, an, auf der die globale Entwicklung der Corona-Pandemie ersichtlich wird.

Trump hat Corona und ist in Qurantäne

US-Präsident Donald Trump ist offenbar mit dem Coronavirus infiziert. Ein entsprechender Test sei positiv gewesen, teilte er via Twitter mit. Auch seine Frau, First Lady Melania, sei an Covid-19 erkrankt. Trump und seine Frau waren bereits in Quarantäne gewesen, nachdem seine enge Beraterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet worden war.

Deutsche Behörden genehmigen Tests mit drittem potenziellem Corona-Impfstoff

Die deutschen Behörden haben die klinische Prüfung eines dritten potenziellen Corona-Impfstoffs genehmigt. Wie das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Freitag im hessischen Langen mitteilte, handelt es sich um einen vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mit der Firma IDT Biologika entwickelten Vektorimpfstoff. Er darf nun in einer sogenannten Phase-1-Prüfung zunächst an 30 Erwachsenen getestet werden.