• Am Donnerstag hat der Corona-Gipfel neue Beschlüsse gefasst für neue Regeln
  • Zuvor waren die Änderungen im Infektionsschutzgesetz vom Bundestag beschlossen worden - der Bundesrat hat diese bestätigt.
  • Ein Hauptindikator für die Anpassung von Regeln wird dabei die Hospitalisierungsinzidenz in den Ländern sein
  • Hier die Werte für Baden-Württemberg und Bayern – und was sich daraus für Regeln ableiten
Die Hospitalisierung wird im Kampf gegen Corona zum bestimmenden Wert in Deutschland. Für die Hospitalisierung gibt es mehrere Begriffe: Hospitalisierungsinzidenz, Hospitalisierungsindex oder Hospitalisierungsrate. Überschreitet dieser Wert in einem einzelnen Bundesland bestimmte Grenzen, gelten dort schärfere Regeln. Sinkt dieser Wert wieder, können diese Verschärfungen auch wieder zurückgenommen werden. Das hat die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag, 18.11.2021, beschlossen.
  • Was ist die Hospitalisierungsinzidenz?
  • Wie hoch ist sie aktuell in Baden-Württemberg und Bayern?
  • Und welche Regeln sind damit verbunden?
  • Alle Infos gibt es hier:

Was ist die Hospitalisierungsrate?

Lange Zeit war in der Pandemie die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Fallzahlen der bestimmende Wert, der auch in der öffentlichen Debatte weiter eine viel größere Rolle spielt als der Hospitalisierungsindex. Dieser wurde im Sommer mit der voranschreitenden Impfkampagne verstärkt in die Diskussion gebracht. Hintergrund war der Gedanke, dass bei einem immer größeren Anteil der Bevölkerung, der geimpft ist, die Inzidenz der Neuinfektionen an Aussagekraft verliere und die Hospitalisierungen die Lage besser abbilden.
Für Baden-Württemberg wurde am Samstag (20.11.2021) ein Hospitalisierungsindex von 5,48 nach 5,7 am Vortag ausgewiesen. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in Baden-Württemberg ist leicht gesunken. Sie lag am Samstag bei 442 (Vortag: 445), wie das Landesgesundheitsamt am Samstag mitteilte.
Die Hospitalisierungsinzidenz in Bayern lag am Samstag bei 9,15, allerdings nach Zahlen vom Freitag. Zudem warnte das RKI, die Zahlen könnten wegen eines Verzugs bei der Übermittlung unterschätzt werden. Eine schwierige Lage vor allem für die Krankenhäuser, gab es doch Regionen, in den am Samstag nur noch wenige oder sogar gar kein Intensivbett mehr frei war.
Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wieviele Menschen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einem Bundesland im Krankenhaus liegen - bei einem Wert von drei also drei Patienten an sieben Tagen je 100.000 Einwohner.

Hospitalisierungsrate: So hoch war sie in Bayern und Baden-Württemberg und anderen Bundesländern am 22.11.2021

  • Brandenburg: 3,99
  • Berlin: 3,49
  • Baden-Württemberg: 5,67
  • Bayern: 9,38
  • Bremen: 4,56
  • Hessen: 4,62
  • Hamburg: 2,05
  • Mecklenburg-Vorpommern: 5,90
  • Niedersachsen: 2,37
  • Nordrhein-Westfalen: 4,17
  • Rheinland-Pfalz: 4,03
  • Schleswig-Holstein: 3,37
  • Saarland: 3,25
  • Sachsen: 3,38
  • Sachsen-Anhalt: 12,98
  • Thüringen: 17,78
  • Bundesweit: 5,5

2G oder 3G? – Welche Regeln gelten bei welcher Hospitalisierungsinzidenz?

Bei Überschreiten bestimmter Belastungsschwellen in den Kliniken sollen nach dem Willen von Bund und Ländern einheitlich schärfere Corona-Maßnahmen greifen. Die Stufen sind:
  • Hospitalisierungsindex 3: flächendeckende Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) etwa zu Veranstaltungen und der Gastronomie einführen – sofern nicht schon geschehen.
  • Hospitalisierungindex 6: Es kommt 2G+. Bei Überschreiten eines Werts von 6 sollen die Länder darüber hinausgehend in bestimmten Einrichtungen auch für Geimpfte und Genesene zusätzlich Testnachweise oder andere Maßnahmen vorschreiben.
  • Hospitalisierungsindex 9: Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder dann von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Dies zielt auf eine vom Bundestag beschlossene Klausel: Nach einem entsprechenden Landtagsbeschluss sollen die Länder auch härtere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Einschränkungen und Verbote von Veranstaltungen verhängen können.

Nächtliche Ausgangssperren in einigen Kreisen Baden-Württembergs

Wegen sehr hoher Corona-Zahlen dürfen Ungeimpfte in den Landkreisen Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen.


Neues Infektionsschutzgesetz: Änderungen von Bundesrat und Bundestag beschlossen

Neue Regeln Bayern: Markus Söder „Lage sehr, sehr ernst“

Werden die Corona-Regeln in Bayern verschärft?
„Das Corona Drama geht weiter, in die nächste Runde“, sagt Ministerpräsident Markus Söder heute bei der Pressekonferenz in München. „Die Lage ist sehr, sehr ernst und schwierig.“ Laut Söder ist der Grund für die schlimme Lage, die geringe Impfquote in Bayern. Jetzt wurden neue Corona-Maßnahmen für Bayern beschlossen. Unter anderem werden alle Weihnachtsmärkte in Bayern abgesagt.
Außerdem soll, außer im Handel, überall 2G und 2G+ gelten. Also auch beim Friseur.

Diese neuen Corona-Regeln in BY werden bis zum 15. Dezember gelten:

  • Es gibt einen Lockdown light. Clubs, Bars, Diskotheken und Nachtgastronomie werden geschlossen.
  • Alle Jahresmärkte und Weihnachtsmärkte werden abgesagt.
  • Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Es dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 12 werden dabei ebenso wie Geimpfte nicht mit eingerechnet.
  • 2G und 2G+ wird verschärft.
  • Harte Notbremse für Hotspots (derzeit acht Landkreise, Inzidenz über 1000): alles wird geschlossen - Ausnahme: Schulen und Kitas, Handel (allerdings Kundschaftsbeschränkung), Alten- und Pflegeheime
  • Wiederbelebung aller Impfzentren.