In Baden-Württemberg werden die Corona-Regeln deutlich verschärft – ab dem 24.11.21 über die sogenannte Alarmstufe 2, für Ungeimpfte in Hotspots gelten aber bereits ab Montag, 22.11.21, strengere Regeln über eine nächtliche Ausgangssperre.
Das Gesundheitsministerium zieht die Notbremse: Wegen des explodierten Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen nicht Geimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis, dem Ostalbkreis und dem Kreis Biberach zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Ausnahmen gelten etwa für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen. Der Zutritt für einige Einrichtungen ist ihnen dann auch untersagt.
  • Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg
  • Welche Kreise in BW sind betroffen?
  • Ab wann gilt die Ausgangssperre?
  • Für welche Uhrzeit gilt die Ausgangssperre in BW?


Warnstufe 2 in Baden-Württemberg: Ausbau der Alarmstufe ab Mittwoch, dem 24.11.21

Die Landesregierung in Baden-Württemberg schärft die Corona-Regeln nach. Das hat ab Mittwoch Auswirkungen für Events, Weihnachtsmärkte, Friseure und Hot Spots. Was Grün-Schwarz derzeit plant – im Überblick.


In diesen Kreisen gilt die Ausgangssperre in BW

Betroffen sind die Corona-Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach . Dort ist es den Menschen zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch beispielsweise für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt die eigenen vier Wände zu verlassen, sagte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Stuttgart. Es sei davon auszugehen, dass es nicht bei diesen drei Kreisen bleibe.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht im Landtag bei einer Regierungs-Pressekonferenz. Kretschmann drängt auf eine striktere Einhaltung der Corona-Regeln – nicht nur bei den Ausgangsbeschränkungen.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht im Landtag bei einer Regierungs-Pressekonferenz. Kretschmann drängt auf eine striktere Einhaltung der Corona-Regeln – nicht nur bei den Ausgangsbeschränkungen.
© Foto: Bernd Weißbrod

Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach: Ab Montag gilt 2G

Zutritt zu Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel ist von Montag an ausschließlich nur noch Geimpften und Genesenen - Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.
Das Landesgesundheitsamt hatte am Donnerstag für den Schwarzwald-Baar-Kreis einen außergewöhnlich starken Anstieg des Infektionsgeschehens innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. „So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner nach dem angegebenen Berichtsstand bei einem Wert von 659,6 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt“, hieß es. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100000 Einwohner im Ostalbkreis bei 700,9 und in Biberach bei 677,9.

Neue BW-Corona-Verordnung sieht vor: 2G für Jugendliche, Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspots

Im Südwesten sollen von kommenden Mittwoch an nochmal deutlich schärfere Corona-Regeln vor allem für jüngere Ungeimpfte gelten. Die grün-schwarze Regierung plant die 2G-Regel (genesen oder geimpft) nun auch für 12- bis 17-Jährige einzuführen, was auch für viele Familien weitreichende Konsequenzen haben dürfte. Außerdem sind Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Corona-Hotspots vorgesehen. Die neue Corona-Verordnung wird derzeit erarbeitet.

Kretschmann, Strobl und Stoch fordern Durchsetzung der Regeln

Nach Eintritt der Alarmstufe im Land und angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in Baden-Württemberg fordert der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Andreas Stoch, die nötigen strengeren Corona-Regeln nicht nur zu verhängen, sondern auch durchzusetzen: „Dazu sind unsere Kommunen aber auf die Unterstützung des Landes angewiesen.“ Das Land müsse die Kommunen und ihre Behörden finanziell und personell unterstützen. „Umso mehr, wenn gegen die vierte Welle kein kompletter Lockdown, sondern differenziertere 3G- oder 2G-Modelle helfen sollen“, sagte Stoch dazu am Samstag. Bisher werde die Einhaltung der nötigen Maßnahmen sehr unterschiedlich und oft allenfalls oberflächlich kontrolliert.
Zuvor hatten auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) die Kommunen ermahnt, ihre Corona-Kontrollen deutlich zu verschärfen. Das Land beobachte mit großer Sorge, dass vielerorts grundlegende Schutzmaßnahmen völlig unzureichend umgesetzt würden, schrieben die beiden am Freitag in einem Brief an Städte und Gemeinden, über den zuerst die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten.
Kürzliche Schwerpunktkontrollen in der Gastronomie hätten gezeigt, dass etwa die Kontrolle von Impf- oder Testnachweisen oft nachlässig sei. Auch werde häufig die Maskenpflicht nicht eingehalten. „Wir appellieren daher dringend an Sie, die Kontrollen insbesondere an Orten mit erhöhtem Infektionsrisiko durch die Ortspolizeibehörden deutlich zu verstärken und die Sanktionsmöglichkeiten nach der Corona-Verordnung auszuschöpfen“, heißt es in dem Brief.

Anweisung in BW: Kliniken müssen Intensivbetten für Covid-Fälle freihalten

Das Land Baden-Württemberg greift angesichts der dramatischen Corona-Lage durch, um die Zahl der Intensivbetten für Covid-19-Patienten kurzfristig zu erhöhen. Die Regierung wies die Kliniken am Donnerstag an, mindestens 40 Prozent ihrer Plätze auf Intensivstationen für Covid-19-Fälle freizuhalten. „Die Situation auf den Intensivstationen der baden-württembergischen Krankenhäuser spitzt sich in hohem Tempo weiter zu“, heißt es dem Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.
Nach Prognosen der Unikliniken Ulm und Freiburg könnten bis nächsten Donnerstag landesweit zwischen 750 und über 1000 Intensivbetten für Covid-19-Fälle gebraucht werden. Derzeit sind 439 mit solchen Fällen belegt. Die Landesregierung hält die Belastungsgrenze schon bei 390 Intensivbetten für überschritten und hat deswegen die Alarmstufe ausgerufen, die vor allem Einschränkungen für Ungeimpfte vorsieht.

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