Schon vor dem kalendarischen Sommerbeginn steigen die Temperaturen in Europa stark an. In Deutschland warnt der Wetterdienst aktuell vor der Hitze. Doch hierzulande herrschen noch halbwegs moderate Temperaturen, verglichen mit Spanien. Das Land wird gerade von einer Hitzeperiode heimgesucht, die Temperaturen von mehr als 40 Grad mit sich bringt. Angesichts dieser Wetterlage ist schon jetzt klar, dass in Spanien aktuell die schlimmste Juni-Hitzewelle seit 1950 herrscht.
  • Wo in Spanien ist es besonders heiß?
  • Welche Gegenden sind von Waldbränden betroffen?
  • Wann ist die Hitzewelle in Spanien vorbei?
  • Hatte es schon mal 50 Grad in Spanien?

Örtlich mehr als 40 Grad: Extreme Hitzewelle in Spanien

In den Städten Spaniens suchten die Menschen am Samstag, 18. Juni 2022, oft in Brunnen, Eisdielen und klimatisierten Einkaufszentren nach Abkühlung, wie Medien berichteten. Die Strände an der Mittelmeer- und auch an der Atlantikküste waren teils schon am frühen Vormittag voll. Der Rekord dieser Hitzeperiode wurde am vergangenen Freitag im andalusischen Andújar mit 44,2 bis 44,3 Grad registriert.

Rekord-Hitze im Juni 2022: Wo in Spanien ist es besonders heiß?

Besonders heiß sollte es am Samstag, 18.06.2022, nach Angaben des Wetterdienstes Aemet mit 40 bis 42 Grad vor allem in den Regionen Katalonien, Navarra und Baskenland im Nordosten und Norden des Landes sowie in Andalusien im Süden werden. Auch sonst war es alles andere als kühl: In der Hauptstadt Madrid sollte die Quecksilbersäule am Samstag auf bis zu 39 Grad klettern. Auf der Ferieninsel Mallorca wurden bis zu 37 Grad erwartet.
Eine wirkliche Abkühlung gibt es auch nachts nicht, in weiten Teilen des Landes sinken die Temperaturen nach dem Untergang der Sonne kaum auf 20 Grad ab. Die sogenannten tropischen Nächte bringen die Spanier um den Schlaf.

Wann ist die Hitzewelle in Spanien vorbei?

Die Hitzewelle werde ab Sonntag nach einer guten Woche deutlich abklingen, kündigte Aemet an. In Madrid etwa soll es noch rund 30 Grad geben. Auf Mallorca und in Navarra werden Einheimische und Urlauber noch mindestens bis Montag bei Temperaturen von bis zu 37 Grad weiter kräftig schwitzen.

Fast schon mal 50 Grad in Spanien: So fielen bisherige Hitzeperioden aus

Hitzeperioden nehmen in Spanien zu, sagte Aemet-Sprecher Rubén del Campo. Der absolute Rekord wurde im vorigen August in Montoro in Andalusien gemessen: 47,4 Grad. Diese Entwicklung sei auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen. Man werde sich nicht wundern dürfen, wenn irgendwann die 50-Grad-Marke erreicht werde, warnte del Campo im Interview der Zeitung „La Vanguardia“.

Santa Cruz de Tenerife

Durch Hitze und Trockenheit gibt es viele Waldbrände in Spanien

Die Trockenheit, die schon seit mehreren Tagen anhaltende extreme Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 40 Grad in weiten Teilen des Landes und auch die teilweise sehr heftigen Winde begünstigen nach Angaben von Experten die Waldbrände. Größere Gemeinden würden von den Flammen allerdings vorerst nicht bedroht, hieß es. Dennoch haben mehrere Waldbrände in verschiedenen Teilen Spaniens die Feuerwehr und die Bewohner der betroffenen Gebiete am Freitag weiter in Atem gehalten. Am schlimmsten war die Situation in der Provinz Zamora im Nordwesten des Landes. Dort zerstörten die Flammen am Gebirgszug Sierra de la Culebra unweit der Grenze zu Portugal bis Freitagmittag rund 9000 Hektar, wie der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Feuerwehrsprecher berichtete. Das entspricht einer Fläche von knapp 13.000 Fußballfeldern. In Zamora wurden die Flammen am Freitag von insgesamt 220 Angehörigen der Feuerwehr und des Zivilschutzes bekämpft. Rund 600 Bewohner von acht Dörfern seien in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Mehrere Landstraßen waren laut RTVE seit Donnerstag gesperrt.
In Katalonien im Nordosten Spaniens wüteten am Freitag vier größere Waldbrände, die zusammen bereits rund 3000 Hektar Wald dem Erdboden gleichgemacht hatten. In der Provinz Saragossa auf halbem Wege zwischen Madrid und Barcelona zerstörten die Flammen weitere 1200 Hektar. Alarm wegen Waldbrandgefahr galt am Freitag in allen 17 Regionen, den Autonomen Gemeinschaften des Landes. Also unter anderem auch auf den Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca.
mit dpa und AFP