Seit Tagen schwitzen große Teile Südeuropas bei hohen Temperaturen und gleißendem Sonnenschein. Diese brütende Hitze macht vielen Menschen zu schaffen.
  • Doch wie gefährlich kann sie für den Körper sein?
  • Welche Tipps geben Experten für Abkühlung?
Die Frage lautet also: Was tun bei starker Hitze? Hier eine Übersicht zur aktuellen Hitzewelle.

Was tun bei starker Hitze?

Viele fragen sich also, welche konkreten Tipps es gibt, um bei starker Hilfe den Körper nicht allzu sehr zu belasten und für etwas Abkühlung zu sorgen:
  • Körperliche Anstrengung meiden
  • Sonnencreme benutzen
  • Große Flächen mit Beton und Asphalt meiden
  • Während der Mittagshitze Innenräume oder Schatten aufsuchen
  • Generell möglichst Schatten aufsuchen
  • Genug trinken – mehr als sonst und möglichst mineralstoffhaltige Getränke
  • Tätigkeiten im Freien nur morgens und abends ausüben
  • Leichte Mahlzeiten essen
  • Leichte und helle Kleidung tragen
  • Schützende Kopfbedeckung tragen
  • Tagsüber die Innenräume abdunkeln und in der Nacht lüften
  • Am Tag die Fenster zulassen und ggf. einen Ventilator nutzen
  • Klimaanlage trotz Hitze nie zu kalt stellen
  • Nasse Handtücher aufhängen zum Kühlen der Raumluft

Ärzteverband Marburger Bund fordert einen nationalen Hitzeschutzplan

Angesichts der erwarteten Wetterlage fordert der Ärzteverband Marburger Bund einen nationalen Hitzeschutzplan und eine Aufklärungskampagne. „Die Politik muss ihre Anstrengungen für Schutzmaßnahmen in Hitzephasen deutlich ausbauen“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Städte und Kommunen brauchten Hitzeschutzpläne, damit sich Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser besser auf Hitzewellen vorbereiten könnten, „am besten geregelt durch einen nationalen Hitzeschutzplan“. Wichtig seien auch konkrete Verhaltensregeln, „zum Beispiel durch eine Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für politische Bildung“. Nötig seien „Fortbildungen zu hitzebedingten Erkrankungen, die temperaturgerechte Aufbewahrung von Medikamenten“ oder „Gebäudeanpassungen“.

Extreme Hitze am Arbeitsplatz

Die Gewerkschaft Verdi verlangt Erleichterungen für Arbeitnehmer. „Bei extremer Hitze fordern wir natürlich längere Pausen oder ein früheres Ende der Arbeit - Hitzefrei - auch wenn darauf kein rechtlicher Anspruch besteht“, sagte Norbert Reuter, der Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung bei Verdi, dem RND. „Hier sind dann im Benehmen mit dem Betriebsrat Regelungen zu treffen, wann die ausgefallenen Arbeitszeiten gegebenenfalls nachgeholt werden können.“ Man fordere, „alle Möglichkeiten“ von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung zu nutzen, wie sie schon in den technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) festgehalten seien.

In der Hitze locken die Seen: Das gilt beim Baden

Ab ins Wasser bei der Hitze: Viele zieht es raus an die Seen. Rettungsschwimmer warnen vor den Gefahren beim Schwimmen in unbewachten Gewässern. Für das Baden und Schwimmen bei brütender Hitze empfahl der Lebensretter eine alte Regel: „Vor dem Baden abkühlen, an die Wassertemperatur gewöhnen, sich selbst nicht überfordern.“ Eine halbe Stunde Sonnenbad und dann gleich zur Abkühlung ins Wasser könne den Kreislauf belasten. Auch Stand-Up-Paddler und Hobby-Kanuten sollten ihre Kräfte bei Fahrten hinaus auf den See genau einschätzen, viel trinken und sich gegen die pralle Sonne schützen. Am Ufer entlang zu fahren, sei vielleicht nicht so „cool“, dafür könne man dort mitunter noch stehen, empfahl etwa Landesverbandssprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Brandenburg, Daniel Keip. Nicht jeder komme nach einem Fall ins Wasser wieder ins Boot oder aufs Board und sei dann fernab jeglicher Hilfsmöglichkeit.
mit dpa und AFP