Der harte Lockdown ist verlängert – bis mindestens zum 14. Februar. Auch Friseur-Salons müssen weiterhin geschlossen bleiben, ebenso Kosmetik-, Nagel- und Sonnenstudios, Theater oder Baumärkte. Wann die Inhaber wieder öffnen dürfen, ist noch nicht bekannt. Aktuell gibt es keine konkrete Perspektive.

Video Verlängerter Lockdown und mehr...

Friseur Öffnung: Haben Friseure geöffnet?

Nein, Friseure müssen aktuell geschlossen bleiben, denn alle körpernahen Dienstleistungen sind noch bis 14. Februar untersagt. Das gilt auch für Kosmetik- oder Nagelstudios.

Wiedereröffnung Friseur: Wann kann ich wieder zum Friseur gehen?

Wann man wieder zum Friseur gehen kann, ist momentan noch völlig unklar. Denn die Corona-Regeln sind zwar aktuell nur bis zum 14. Februar begrenzt, eine Verlängerung aber nicht ausgeschlossen.

Dürfen mobile Friseure arbeiten während Corona?

Weihnachten ist längst vorbei und die Haare werden länger. Wenn die Salons zu sind, darf ein Friseur nach Hause bestellt werden? Ganz klar nein. Denn alle Friseur-Dienstleistungen sind verboten. Das Problem ist schließlich die Nähe zum Kunden und nicht der Ort, an dem die Haare geschnitten werden.
Auch zu Hause sind Friseure verboten. Ein mobiler Friseur darf also auch nicht in die eigene Wohnung kommen und sich dort um die Corona-Frisur kümmern.
Auch zu Hause sind Friseure verboten. Ein mobiler Friseur darf also auch nicht in die eigene Wohnung kommen und sich dort um die Corona-Frisur kümmern.
© Foto: Sebastian Kahnert/DPA

Seit wann haben die Friseure wegen Corona geschlossen?

Nachdem sie bereits im Frühjahr für zwei Monate geschlossen waren, durften die Friseure im Sommer wieder öffnen. Seit dem 16. Dezember sind die Salons aber wieder zu.

Friseure geschlossen: Viele Deutsche schneiden Haare selbst

Viele Friseure appellieren zwar an die Geduld, doch nicht jeder will warten, bis die „Corona-Matte“ oder der Bart unansehnlich werden. Und Not macht bekanntlich erfinderisch. So manch einer greift inzwischen selbst zu Schere, Rasierer und Farbe. Anleitungen gibt es auf Youtube, Instagram und Co. jede Menge – und gleichzeitig auch genügend Zeugnisse von mehr oder weniger gelungenen Selbstversuchen.

Haare selber schneiden: Die Friseur-Weltmeisterin zeigt wie es geht

Ganz klassisch zeigt zum Beispiel Friseur-Weltmeisterin Sonja Fischer, wie man Corona-Nothaarschnitte für Männer selbst meistert. Bloggerin und Haarschneide-Autodidaktin Patricia Wons veröffentlichte in der ersten Corona-Welle im März eine Anleitung für einen Jungen/Männer-Haarschnitt. „Ich bekomme viele Rückmeldungen. Bei vielen klappt es, bei manchen auch nicht“, so die Duisburgerin. Tipps, wie man Pony, Spliss oder Locken schneidet, gibt es seit Corona zum Beispiel auf den Seiten einer Drogeriekette. Tutorials bieten auch Hersteller von Haarschneidegeräten.
Äußerst kreativ ist die Anleitung vom sogenannten Heimwerkerking und Youtuber Fynn Kliemann: Bei ihm werden die Haare mit einem Staubsauger angesaugt und einer Schablone geschnitten. Joshua Otto aus Berlin hat es nachgemacht und ist begeistert: „So bekommt man gut alle Haare auf eine Länge, nichts juckt oder kratzt.“
Der 25-Jährige hat sich bereits mehrmals so die Haare geschnitten und will auch gar keinen Profi mehr ranlassen. Er habe absolut keine Lust, mit einer Maske beim Friseur zu sitzen, sagt er. Und außerdem lasse sich viel Geld sparen. Die neue Frisur sei zwar chaotisch, passe aber viel besser zu seinem Typ, als die früher geschniegelten Haare, sagt der ehemalige BWL-Student, der jetzt Tischler lernt. Seine Freunde seien begeistert. Seine Mutter habe die Frisur nur mit „Oh Gott!“ kommentiert, so Otto.

Youtube

Friseur-Innung kritisiert Selfmade-Trend

Die Berliner Friseur-Innung sieht Selfmade-Frisuren kritisch: „Das finden wir als Branche nicht toll. Es ist Umsatz, der Betrieben vorenthalten wird“, sagt Geschäftsführer Markus Feix. „Und es ist auch die Frage, ob man hinterher so aussieht, wie man aussehen will“, ergänzt er.
Das hat auch Beatrice Hübschmann schon oft erlebt. „Mal gelingt es, mal nicht. Ich sah schon aus wie ein Trottel. Aber Haare wachsen ja nach und es gibt Mützen“, sagt die Berlinerin, die Videos ihrer Versuche auf Instagram und Tiktok zeigt. In den vergangenen Monaten habe sie ihre Schnitt- und Färbetechnik aber verbessert. „Seit Corona bin ich mein eigener Friseur“, erklärt Hübschmann jetzt.
Dass der Trend zum Selberschneiden Existenzen zerstöre, glaubt sie nicht. „Das Bäckerhandwerk stirbt ja auch nicht aus, nur weil einige Leute ihr eigenes Brot backen. Zum Haareschneiden braucht man Mut, und den bringen die meisten nicht auf“, ist sie überzeugt.
In der ersten Corona-Welle, als die Friseure in Deutschland sechs Wochen zwangsweise geschlossen hatten, hat immerhin jeder siebte Bundesbürger sich selbst die Haare geschnitten (14 Prozent), wie damals eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Weitere 11 Prozent suchten Hilfe und ließen sich die Haare von jemand anderem schneiden.

Illegaler Friseur: Anstieg der Schwarzarbeit bei Bayerns Friseuren

Der Lockdown führt nach Ansicht des bayerischen Friseurhandwerks zu einem Anstieg der Schwarzarbeit. „Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg "unmoralischer" Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen“, heißt es in einem Schreiben des Landesinnungsverbands an die Staatsregierung vom Montag. Das sei eine fatale Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie, denn Hygienekonzepte spielten in der Schwarzarbeit keine Rolle und Infektionsketten seien nicht nachvollziehbar. Immer wieder gibt es Berichte von Friseuren, die in Kellern ihre Dienste anbieten.

In Bayern auch Hundefriseure geschlossen

Hunde in Bayern dürfen während des Lockdowns nicht zum Friseur gehen - anders als ihre Artgenossen in Nordrhein-Westfalen. In Münster entschied das Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren, dass Hundesalons weiterhin geöffnet haben dürfen. Geklagt hatte eine Hundefriseurin aus Emsdetten, der die Behörden mitgeteilt hatten, sie müsse ihren Laden vorübergehend schließen. In Bayern sehen die Behörden das Frisieren von Hunden nicht als unverzichtbar für den täglichen Bedarf an, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München mitteilte.

Bayerische Friseure befürchten Zunahme von Schwarzarbeit

Nach der Lockdown-Verlängerung befürchtet das bayerische Friseurhandwerk ein Anstieg an Schwarzarbeit. Laut Gesundheitsministeriums sind Hausbesuche verboten. "Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg "unmoralischer" Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen", heißt es in einem Schreiben des Landesinnungsverbands an die Staatsregierung vom Montag (18.01.2021), schreibt das Portal Franken.de.

Bremen will Lücke in Corona-Verordnung schließen

In Bremen sah es für einen Moment so als, als seien Hausbesuche von Friseuren trotz Corona problemlos möglich. Doch der Senat möchte nachbessern und Hausbesuche verbieten.