• Das Ende des Lockdowns ist nun der 07.03.2021.
  • Friseure dürfen bereits am 01.03.2021 öffnen – auch in Baden-Württemberg
  • Welche Regeln gelten künftig beim Friseurbesuch?

Friseure in Baden-Württemberg dürfen ab dem 01.03.2021 öffnen

Die Friseure in Baden-Württemberg atmen auf: Für sie endet der harte Lockdown bald. Am 1. März dürfen ihre Salons wieder öffnen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte an, die auf dem Corona-Gipfel beschlossene Lockerung in seinem Bundesland umzusetzen. Darüber hinaus werden Grundschulen und Kitas ab dem 22. Februar schrittweise geöffnet.
Ansonsten bleibt Kretschmann bei einer harten Linie im Kampf gegen die Pandemie. Er warb für Verständnis, dass der Lockdown mit den weitgehenden Kontaktbeschränkungen bis zum 7. März grundsätzlich weiter geht. Auch wenn die Infektionszahlen im Südwesten auf dem bundesweit niedrigsten Stand seien, drohten die hochansteckenden Virusmutationen diesen Erfolg wieder zunichtezumachen.

Friseur BW Auflagen: Was gilt künftig im Salon?

Die Öffnung der Friseursalons begründen die Entscheidungsträger damit, dass die Dienstleistung eine besondere Bedeutung für die Körperhygiene habe. Herbert Gassert, Vorsitzender des Fachverbandes Friseur und Kosmetik in Baden-Württemberg, hält den Beschluss für überfällig und hätte sich eine noch frühere Lockerung gewünscht: „Leider müssen die Menschen nochmal zwei Wochen warten.“ Darüber hinaus befürchtet er, dass die Nachfrage von Friseurdienstleistungen bis dahin anderweitig befriedigt werde, aber ohne den richtigen Hygieneschutz.
Das Thema Hygiene spielt bei der Wiedereröffnung der Friseurbetriebe die wichtigste Rolle. Vor dem Lockdown war es unter anderem Pflicht, mit dem Kunden einen Termin zum Haareschneiden zu vereinbaren und die Kontaktdaten aufzunehmen. Darüber hinaus mussten die Friseure durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Arbeitsgeräte regelmäßig desinfizieren und jedem Kunden die Haare waschen. Darüber hinaus galt im Salon die gängige AHA-Formel.

Video Lockdown bis 7. März verlängert - Friseure aber früher offen

Regeln für Friseure werden verschärft

Diese Regeln wurden in der aktualisierten Rechtsverordnung verschärft:
  • Sowohl Kunden als auch die Friseurinnen und Friseure eine medizinische oder eine FFP2- oder KN95/N95-Maske tragen.

Inzidenz: Weitere Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder aufmachen können.

Wegen Corona - Friseurhandwerk in der Krise

Bereits der erste Lockdown im Frühjahr 2020 hat dem Friseurhandwerk besonders stark zugesetzt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, machten die Friseurunternehmen in den ersten drei Quartalen 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 11,8 Prozent weniger Umsatz.

Friseur-Besuche werden teurer

Die zusätzlichen Kosten für die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen bekamen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher zu spüren. Sie mussten im Anschluss an den ersten Lockdown im Mai 2020 für Friseurdienstleistungen 5,4 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Im September 2020 lagen die Preise für Haarschnitte und andere Dienstleistungen um 6,3 Prozent über denen des Vorjahresmonats – trotz des zum 1. Juli 2020 gesunkenen Mehrwertsteuersatzes. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt lagen im September 2020 um 0,2 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Gründe für die Preissteigerungen dürften unter anderem sowohl die gestiegenen Nebenkosten zur Umsetzung strengerer Hygieneauflagen als auch der Anstieg der Mindestlöhne im Januar 2020 sein.
Für den Besuch beim Friseur gelten in BW auch nach der Öffnung ab dem 1. März noch strenge Regeln. (Symbolbild)
Für den Besuch beim Friseur gelten in BW auch nach der Öffnung ab dem 1. März noch strenge Regeln. (Symbolbild)
© Foto: DPA

Wie hoch ist das Infektionsrisiko beim Friseur?

Das Papier ist sehr kurz - und überaus aktuell: Während Deutschland ein Ende des allgemeinen Corona-Lockdowns herbeisehnt, haben Forscher der Technischen Universität Berlin Berechnungen zum Ansteckungsrisiko für verschiedene Innenraum-Szenarien veröffentlicht: vom Friseur über den Supermarkt bis hin zu Kino und Fitnessstudio. „Es geht darum, dass wir jetzt in die Lockerungsphasen kommen“, sagt Studienleiter Martin Kriegel.
In den Kalkulationen, die nicht von unabhängigen Experten begutachtet wurden und nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht sind, fokussieren sich Kriegel und seine TU-Kollegin Anne Hartmann auf gängige Orte wie etwa
  • Theater,
  • Restaurants
  • und Schulen.
Berücksichtigte Einflussfaktoren sind vor allem die Dauer des jeweiligen Aufenthalts (im Supermarkt mit einer Stunde veranschlagt), der Aktivitätsgrad (im Fitnessstudio hoch) und die Luftzufuhr im Raum. Die Einhaltung der Hygiene- und Lüftungsregeln wird vorausgesetzt, die Schutzwirkung einer Maske mit 50 Prozent einbezogen. Weitere Bedingung: Eine infizierte Person ist zusammen mit anderen im Raum.

Risiko in Fitnessstudios und Mehrpersonenbüros höher als beim Friseur

Unter den gesetzten Voraussetzungen ist das Risiko beim Friseur, in wenig ausgelasteten Museen, Theatern und Kinos, aber auch in Supermärkten demnach vergleichsweise gering. Deutlich höher sei es in Fitnessstudios und vor allem in Oberschulen und Mehrpersonenbüros. Beispiele: Beim Einkaufen im Supermarkt würde sich demnach - unter den festgelegten speziellen Voraussetzungen - maximal eine weitere Person anstecken. In einem zur Hälfte besetzten Mehrpersonenbüro, in dem sich Menschen acht Stunden ohne Maske aufhalten, läge der Wert unter den für die Studie angenommenen Bedingungen acht Mal höher. In einem Theater mit 30 Prozent Auslastung und Maskenpflicht wäre das Risiko nur halb so hoch wie im Supermarkt - trotz doppelter angenommener Aufenthaltsdauer von zwei Stunden.