3G, 2G oder sogar 2G-plus-Regel? Die Corona-Maßnahmen in Deutschland sind uneinheitlich und für die Menschen schwer zu überblicken. Auch beim Einkaufen im Einzelhandel und Supermarkt gibt es unterschiedliche Regelungen. An diesem Donnerstag berät die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel mit der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) über eine einheitliche Linie. Denn die Corona-Zahlen steigen seit Wochen an.
Alle Infos und Neuigkeiten zu den Plänen und Beschlüssen rund um die das Thema Einkaufen im Einzelhandel und Supermarkt des Corona-Gipfels gibt es hier.
Ob im Kino oder bei Veranstaltungen, in der Gastronomie, beim Friseur oder im Handel: Am heutigen Donnerstag sollen bei einem Bund-Länder-Treffen wichtige Weichen für den Kampf gegen Corona in Deutschland gestellt werden. Mehrere Bundesländer preschen aber schon vor mit strengeren Regeln.
  • Corona-Maßnahmen wie die 3G-Regel gelten seit Monaten für viele Bereiche
  • Immer mehr rückt jedoch die 2G-Regel in den Fokus: In vielen Bundesländern wird sie bereits für unterschiedliche Bereiches des öffentlichen Lebens angewendet
  • Mehr und mehr wird sie auch als Maßnahme im Einzelhandel in Betracht gezogen
  • Wo gilt die 2G-Regel bereits für den Handel? Können Supermärkte auf 2G setzen?
  • Alle Infos zur 2G-Regel beim Einkaufen im Einzelhandel gibt es hier

Lockdown, 2G und Homeoffice-Pflicht: Erste Details aus der Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel

Die ersten Themen, die am Donnerstag in der Ministerpräsidentenkonferenz besprochen werden, sind über eine vorab bekanntgewordene Beschlussvorlage bereits an die Öffentlichkeit gedrungen. Es geht unter anderem um weiterhin mögliche Lockdowns sowie flächendeckendes 2G:
Hamburg führte im August als erstes Bundesland in Deutschland die 2G-Option ein. Bars, Kinos, Konzerte: Veranstalter und Wirte können durch „2G“ wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Viele Bundesländer zogen seither nach. Doch ist die 2G-Regel auch im Einzelhandel denkbar?

Sachsen plant als erstes Bundesland 2G im Einzelhandel: Was gilt für Supermärkte?

Sachsen will angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionen die Schutzmaßnahmen weiter verschärfen. Als erstes Bundesland nutzt der Freistaat seit Anfang vergangener Woche die 2G-Regel umfassend gegen die rasant steigenden Corona-Zahlen. Bei Erreichen der Überlastungsstufe greift dann die 2G-Regel (geimpft und genesen) auch im Einzelhandel. Ausgenommen sind etwa Supermärkte und Drogerien.
Der Handelsverband Sachsen protestierte. Die Einführung von 2G würde der Branche bei weniger Kunden und Beibehaltung aller Kosten für Miete, Personal oder Energie erneut großen wirtschaftlichen Schaden zufügen, ohne einen wirksamen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten. Gerade das Weihnachtsgeschäft sei für die Händler entscheidend, um das schwierige Jahr noch zu retten.

Baden-Württemberg: 2G oder 3G-Regel im Einzelhandel?

In Baden-Württemberg müssen sich Ungeimpfte auf strenge Beschränkungen einstellen. Seit 17.11.2021 gilt dort die Alarmstufe, damit greift weitgehend die 2G-Regel. Nur Geimpfte und Genesene haben jetzt noch Zugang zu Kinos, Museen, Schwimmbädern sowie den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen. Auch wer in Restaurants oder Cafés nur einen negativen Test vorweisen kann, muss draußen bleiben. Im Einzelhandel dagegen gilt in der Alarmstufe die 3G-Regel ohne PCR-Test-Pflicht. Ausgenommen sind davon Geschäfte der Grundversorgung wie Supermärkte sowie Märkte im Freien und Abhol- und Lieferangebote.

2G-Regel im Einzelhandel in Hessen und Niedersachsen eine Option

Mitte Oktober hatte das Land Hessen erklärt, dass das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet werde, also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. Auch in Niedersachsen ist es für Einzelhändler möglich, die 2G-Option anzuwenden, sodass Nicht-Geimpfte selbst mit Test keinen Zutritt hätten. Doch zum Tragen kommt es wohl nicht.
Auf Nachfrage verschiedener Medien betonten sowohl die Rewe Group, als auch andere große Lebensmittelketten wie Aldi, Lidl, Edeka und Kaufland vor einigen Wochen, dass eine Einführung der 2G-Regel nicht geplant sind oder die Option nicht genutzt werden soll.

Handelsverband warnt vor 2G und 3G im Einzelhandel

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, hat mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag vor schärferen Corona-Maßnahmen für den Einzelhandel gewarnt. "Neue Zugangsbeschränkungen wie etwa 2G oder 3G wären für den Einzelhandel vollkommen unangemessen", sagte Genth dem "Handelsblatt". Eine solche Maßnahme sei aus Infektionsschutzgründen nicht notwendig und würde im Einzelhandel "schweren Schaden anrichten".
Zudem würde die Kontrolle einen hohen Aufwand bedeuten, insbesondere in Branchen mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmittel oder Bekleidung. "Da käme es in der Folge auf jeden Fall zu langen Schlangen vor den Türen der Geschäfte, das sollte auch aus Infektionsschutzgründen dringend vermieden werden", sagte Genth der Zeitung. Es müsse nun darum gehen, passgenaue Maßnahmen zu ergreifen und nicht einfach die alten Lockdown-Ideen aus vergangenen Monaten wieder hervorzuholen.

Corona-Gipfel heute: Lockdown für Ungeimpfte? Der Entwurf und Lothar Wielers Apell

Was kommt auf Ungeimpfte und Geimpfte zu? Eine erste Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz gibt Einblicke. RKI-Chef- Lothar Wieler fordert endlich ein Handeln der Politik:

Neues Infektionsschutzgesetz: Pauschale Lockdowns ausgeschlossen?

Der Bundestag hat das neue Infektionsschutzgesetz nun beschlossen, mit dem die Maßnahmen in der Corona-Pandemie auch nach Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite fortgelten sollen. Für den Entwurf votierten in namentlicher Abstimmung 398 Abgeordnete, dagegen waren 254, es gab 36 Enthaltungen. Weil die Zustimmung des Bundesrats aber noch ungewiss ist, bleibt zunächst offen, ob die Regelung kommende Woche in Kraft treten kann.
Das neue Gesetz sieht bundesweit eine 3G-Regel für Arbeitsplätze und öffentliche Verkehrsmittel vor, zudem können die Bundesländer Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen erlassen. Einige Maßnahmen, wie Ausgangssperren oder pauschale Schließungen (Lockdowns) sollen mit der Neuregelung aber nicht mehr möglich sein.