Die Corona-Zahlen waren in den vergangenen Wochen, sind noch immer sehr hoch und steigen: Die Alarmstufe ist ausgelöst und seit Mittwoch, dem 17.11.2021, gelten daher neue Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Ungeimpfte Menschen in BW werden von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Nur noch Geimpfte und Genesene haben dann noch Zugang zu Restaurants, Museen sowie den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen.
Am Dienstag, 16.11.21, lag die Zahl der Corona-Patienten bei knapp über 400. Überschreitet die Zahl zwei Tage infolge 390 greift die Alarmstufe. Welche sind die nächsten Schritte?
  • Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ist die gemeldete Inzidenz in Deutschland am Montag, 15.11.21, über 300 gestiegen.
  • In Baden-Württemberg stieg sie derweil auf 386,0 – damit hat das Bundesland aktuell die viert-höchste Inzidenz nach Sachsen, Thüringen und Bayern
  • Auch die Belegung der Intensivbetten steigt
  • Ab heute wird die Alarmstufe ausgerufen


Lockdown, 2G und Homeoffice-Pflicht: Erste Details aus der Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel

Die ersten Themen, die am Donnerstag besprochen werden, sind über eine vorab bekanntgewordene Beschlussvorlage bereits an die Öffentlichkeit gedrungen. Es geht unter anderem um weiterhin mögliche Lockdowns sowie flächendeckendes 2G:

Alarmstufe in BW ab Mittwoch, 17.11.2021

Es ist die vorerst letzte Eskalationsstufe: Da immer mehr Corona-Kranke die Intensivstationen im Südwesten füllen, gilt ab Mittwoch die Alarmstufe im ganzen Land. Ungeimpfte müssen damit an vielen Stellen draußen bleiben. Es gelten auch strengere Regeln bei den Kontakten. Wie viele Personen, die nicht geimpft sind, dürfen sich noch treffen?

Hospitalisierungsrate, Inzidenz und Belegung der Intensivbetten in BW steigen

Die aktuellen Corona-Zahlen für Baden-Württemberg am Dienstag, 16.11.2021, in der Übersicht:
  • Hospitalisierungsrate BW: Die Zahl der Klinikeinweisungen von Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner in einer Woche ist gestiegen. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt damit am Montag, 15.11.21, bei 4,74 (am Vortag lag sie bei 4,73)
  • Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz BW: Die Behörden verzeichnetenam Montag, 15.11.21, in Baden-Württemberg 3330 neue Corona-Infektionsfälle und 1 weiteren Todesfsll in Verbindung mit dem Virus. Die Inzidenz lag am Montag bereits bei 386, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Das landesweit höchste Infektionsgeschehen in Bezug zur Einwohnerzahl weist der Landkreis Biberach auf. Hier kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz auf 689,7.
  • Belegung der Intensivbetten BW: Die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten liegt am Dienstag, 16.11. bei 406 (Vortag 379).

2G-Regeln in der Alarmstufe in BW: Wo haben Ungeimpfte keinen Zutritt mehr?

In der Alarmstufe ist keine Wahlmöglichkeit mehr vorhanden. Das 2G-Modell ist nicht mehr nur eine option. Ungeimpfte haben dann durch die 2G-Regel keinen Zutritt mehr zu:
  • Kultur- und Sportveranstaltungen
  • Theater
  • Konzerte in geschlossenen Räumen
  • Kultureinrichtungen (Museen)
  • Messen
  • Kongresse
  • Gastronomie in geschlossenen Räumen (Restaurants, Kantinen, etc.)
  • Freizeiteinrichtungen (Sportstätten in geschlossenen Räumen)

Wie wahrscheinlich ist eine Impfpflicht?

Das Impfen sei nach wie vor ein scharfes Schwert im Kampf gegen die Pandemie, sagte Kretschmann. Er sprach sich denn auch für eine Impfpflicht für Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern aus. Darüber wollen auch die möglichen künftigen Ampel-Regierungspartner im Bund sprechen. Er sei ein „klarer Anhänger einer Impfpflicht“ für diese Berufe, sagte Kretschmann. In einem zweiten Schritt solle es auch eine Impfpflicht für Lehrkräfte und die Polizei geben. Gesundheitsminister Lucha sagte sogar, es wäre besser gewesen, zu Beginn der Pandemie eine allgemeine Impfpflicht durchzusetzen. Man habe dies aber aus Sorge um eine weitere Polarisierung der Gesellschaft unterlassen.

Welche Stufe im Warnsystem gilt aktuell in BW?

In Baden-Württemberg galt seit dem 02. November 2021 die Warnstufe – bis zum 16.11.2021. Seither gilt die Alarmstufe. Nach der Basisstufe war die Warnstufe die nächsthöhere Stufe im dreistufigen Warnsystem.
Im Landkreis Biberach wurde bereits die Alarmstufe schon früher ausgerufen. Auch in Bayern gilt die höchste Stufe der Corona-Ampel:

Definition im Warnsystem: Was bedeutet Alarmstufe?

Das baden-württembergische Stufensystem hängt ab von der Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen und der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz, die die Zahl jener Menschen angibt, die pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Corona-Symptomen in eine Klinik kommen. Die Alarmstufe ist die höchste der drei Stufen. Sie richtet sich nicht nach der Sieben-Tage-Inzidenz, sondern der Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbettenbelegung.

Alarmstufe in Baden-Württemberg: Das gilt im Einzelhandel

Im Einzelhandel gilt in der Alarmstufe eine 3G-Regel, das bedeutet für nicht geimpfte oder genesene Personen ist der Zutritt nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt. Ausgenommen von der 3G-Regel sind unter anderem Geschäfte der Grundversorgung.

Welche Geschäfte und Einrichtungen zählen zur Grundversorgung in Baden-Württemberg?

Zu den Geschäften der Grundversorgung zählen laut Sozialministerium Baden-Württemberg folgende:
  • Lebensmitteleinzelhandel
  • Getränkehandel einschließlich Direktvermarktern (Hofläden)
  • mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse
  • Metzgereien
  • Bäckereien und Konditoreien
  • Wochenmärkte.
  • Ausgabestellen der Tafeln
  • Apotheken
  • Reformhäuser
  • Drogerien
  • Sanitätshäuser
  • Orthopädieschuhtechniker
  • Hörgeräteakustiker
  • Optiker
  • Babyfachmärkte
  • Zeitschriften- und Zeitungsverkauf
  • Tankstellen
  • Reise- und Kundenzentren zum Fahrkartenverkauf im öffentlichen Personenverkehr
  • Poststellen und Paketdienste
  • Banken und Sparkassen
  • Reinigungen und Waschsalons
  • Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittel
  • Blumengeschäfte
  • Gärtnereien
  • Baumschulen
  • Gartenmärkte
  • Bau- und Raiffeisenmärkte ohne Sortimentsbeschränkung
  • Großhandel

Alarmstufe in Baden-Württemberg: Keine Strategie in der vierten Corona Welle?

Die SPD-Fraktion dringt wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage im Land auf eine Sondersitzung des Landtags noch vor der Konferenz der Ministerpräsidenten am Donnerstag. „Die passive Haltung der Landesregierung in der Corona-Politik der vergangenen Wochen muss ein Ende haben“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch am Montag in Stuttgart. „Während andere Bundesländer bereits strengere Regeln zur Pandemieeindämmung eingeführt haben, schaut die grün-schwarze Landesregierung wie das Kaninchen auf die Schlange, wann denn endlich die Alarmstufe erreicht ist.“ Die SPD könne bei der grün-schwarzen Landesregierung derzeit keine klare Strategie zur Bewältigung der vierten Corona-Welle erkennen.
Stoch sagte zu der Entwicklung der Infektionszahlen: „Es ist fünf nach zwölf. Deshalb müssen Kontakte reduziert werden, etwa am Arbeitsplatz oder bei Großveranstaltungen. Zudem braucht es in bestimmten Bereichen eine konsequente Anwendung von 2G, die mit einer Testpflicht kombiniert wird.“ Zudem müssten die Impfzentren wiedereröffnet werden.

Dreistufiges Warnsystem in Baden-Württemberg soll bleiben

Eine Abkehr von dem mehrstufigen Alarmsystem im Südwesten plane man nicht, hieß es aus dem Staatsministerium. „Wir haben mit dem Dreistufen-System in Baden-Württemberg ja eine gute Grundlage, die wir auch beibehalten wollen. Deshalb ist es ja auch wichtig, dass die entsprechenden Grundlagen im Infektionsschutzgesetz enthalten sind“, teilte die Sprecherin mit. „Aber selbstverständlich müssen wir auch angepasst an die Lage Verschärfungen in den Blick nehmen - wie etwa 3G am Arbeitsplatz.“

Was die Alarmstufe für Schulen bedeutet

Schulkinder und Lehrer müssen ab Mittwoch in der Klasse ab sofort wieder Maske tragen. Für Schulbesuche von Museen oder Ausstellungen gilt nun die 2G-Regel - nur noch geimpfte oder genesene Lehrer dürfen die Kinder begleiten, teilte das Ministerium mit. Für Schüler, die sich regelmäßig testen lassen, ändere sich nichts. Die regelmäßigen Corona-Tests in Schulen und Kitas sollen mindestens bis zu den Faschingsferien Ende Februar fortgesetzt werden. Es sei oberstes Ziel, so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten und dabei den Gesundheitsschutz an den Schulen an das Infektionsgeschehen anzupassen, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Dienstag. „Schulschließungen sollten also keine Option mehr sein.“