In Bayern gibt es sie schon, in Baden-Württemberg könnte es sie bald wieder geben: die Maskenpflicht an Schulen. Steigende Corona-Zahlen führen in der baden-württembergischen Warnstufe bereits jetzt für strengere Maßnahmen für Ungeimpfte und der Druck auf die Landesregierung, gegen die stetig wachsenden Corona-Neuinfektionen anzukämpfen, wächst. Ein Mittel gegen steigende Fallzahlen und hohe Sieben-Tage-Inzidenzen könnte in Baden-Württemberg die Rückkehr der Maskenpflicht an Schulen sein. Da die Corona-Fallzahlen auch bei Schülerinnen und Schülern steigen, schließt Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) dies nicht mehr aus.
„Wir werden in dieser Woche – wie übrigens auch bisher – die Infektionszahlen in den Schulen sehr genau beobachten“, sagte ein Sprecher des Landeskultusministeriums am Dienstag, 09.11.2021. Die Maskenpflicht am Platz könne zwar auch kurzfristig und vor Ausrufen der sogenannten Alarmstufe eingeführt werden. Da es aber um einen Eingriff in die Grundrechte gehe, sei eine gesetzliche Grundlage nötig, die per Verordnung geregelt werden müsse, so der Sprecher. Von welchen Werten das Ministerium die Rückkehr oder Nicht-Rückkehr zur Maskenpflicht abhängig macht, ist weiterhin unklar: „Es gibt keinen bestimmten Schwellenwert, es ist auch kein einzelner Wert entscheidend“, hieß es. „Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung.“

Zurück zur Maskenpflicht an Schulen in BW?

Dabei war diese gerade erst abgeschafft worden. Erst zum 18. Oktober hatte das Kultusministerium in Baden-Württemberg Masken als ein „Sicherheitszaun“ bezeichnet, der aber die Kommunikation erschwere. „In Abwägung der Vor- und Nachteile“ habe sich die Regierung für die Lockerung entschieden. Die Abschaffung der Maskenpflicht hatte zu Kritik seitens der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Philologenverband, der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer vertritt, geführt. Die Abschaffung wurde als „verfrüht“ kritisiert.

Schulen in BW: Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen steigen

In ganz Deutschland steigen die Corona-Fallzahlen. Dabei sind meistens ältere Personen und sogenannte Risikogruppen im Blick der Öffentlichkeit. Wie hoch ist die Zahl der Neuansteckungen bei Kindern und Jugendlichen? Im Südwesten breitet sich das Virus unter Kindern und Jugendlichen stark aus. Die Fallzahlen in den Altersgruppen „6 bis 9 Jahre“ und „10 bis 19 Jahre“ lagen zuletzt weit über dem landesweiten Schnitt - das geht aus Daten des Landesgesundheitsamts (LGA) in Stuttgart hervor. Nur etwas mehr als jeder Dritte im alter zwischen 12 und 17 Jahren ist geimpft.

Maskenpflicht an Schulen in BW - schon vor der Alarmstufe?

Wegen der drastisch steigenden Zahlen an Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern in Baden-Württemberg ist es wahrscheinlich, dass die Alarmstufe eintreten wird. Mitte November könnte es nach aktuellen Modellrechnungen bereits soweit sein. Werden mindestens 390 Corona-Patientinnen und -Patienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen auf Intensivstationen behandelt, tritt die Alarmstufe in Kraft. Diskutiert wird nun aber, ob die Maskenpflicht an Schulen bereits vorher eingeführt werden soll. Landesschülerbeirat, Landeselternbeirat, Philologenverband, Realschullehrerverband und die Schulgewerkschaft GEW würden diesen Schritt begrüßen. „Der Versuch, auf Masken im Unterricht zu verzichten, hat zunehmend mehr Corona-Ausbrüche an unseren Schulen verursacht“, so der Vorwurf des Landesschülerbeirats, Philologenverbands und Realschullehrerverbands.

Maskenpflicht an Schulen in Baden-Württemberg: Was sagen die Eltern?

Der Landeselternbeirat unterstützt die Forderungen zur Rückkehr zur Maskenpflicht. „Masken sind das Mittel der Wahl, sofern man die Turbo-Durchseuchung bremsen möchte“, sagt der Beiratsvorsitzende Michael Mittelstaedt. „Aufhalten geht eh nicht, aber wenigstens das Bremsen“, so ein Statement des Landeselternbeirats.