• Der Lockdock in Deutschland ist bis zum 31.1.2021 verlängert
  • Beim Corona-Gipfel am heutigen Dienstag, dem 5.1.21, entscheiden Bund und Länder, über die Maßnahmen und Regeln im Lockdown
  • Wie hoch sind die Fallzahlen in Deutschland heute, am Dienstag, dem 5.1.2021?
Eine Verlängerung des Lockdowns scheint bereits vor dem heutigen Corona-Gipfel entschieden. Bisher noch unklar ist aber, wie lange der Lockdown dauern soll, ob die Corona-Regeln weiter verschärft werden und was für Kita und Schule beschlossen wird. Heute, am Dienstag, dem 5.1.21, beraten Bund und Länder darüber. Wichtige Entscheidungshilfe werden dabei wieder die Fallzahlen sein: Wie hoch ist die Zahl der Neuinfektionen und der Toten? Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz?

Neuinfektionen, Tote und Inzidenz: RKI & JHU melden Corona Zahlen in Deutschland am Dienstag, 5.1.21

Die niedrigen Corona-Zahlen sind nach der Zeit zwischen den Jahren mit Vorsicht zu genießen. Das liegt laut RKI daran, dass während der Feiertage über Weihnachten und Neujahr ebenso wie an Wochenenden unterschiedlich viel getestet und übermittelt wird. Doch wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Dienstag, 5.1.21?
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 12.917 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 123.353 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.787.410 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 35.518 Personen. Das sind 944 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 759 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, ein neuer Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.424.700 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,85 (Vortag: 0,91) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 134,7. Gestern war ein Wert von 139,4 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Dienstagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 85,6 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.853.133 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 20.815.571 Infizierte und 353.483 Tote
  • Indien: 10.340.469 Infizierte und 149.649 Tote
  • Brasilien: 7.753.752 Infizierte und 196.561 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.796.131 bisher Infizierten und 35.748 Toten

Bundesländer und Landkreise: Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI Dashboard

Das RKI liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.

Corona-Gipfel - Heute fällt die Entscheidung über Regeln in der Verlängerung des Lockdowns

Der verschärfte Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen galt zunächst bis zum 10. Januar. Die Verlängerung bis zum 31.1.2021 wurde bereits vor dem heutigen Corona-Gipfel beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten und entscheiden auf dem Gipfel, wie es im Lockdown in Deutschland jetzt weiter geht. Die Kanzlerin diskutiert mit den Landeschefs über die Corona-Regeln, die in den Bundesländern auch nach dem 10. Januar gelten sollen.
Im Einzelnen geht es um folgende Punkte:
  • Verlängerung von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Quarantänebestimmungen
  • Testpflicht für Reisende
  • Schließung von Bildungs- und Kultureinrichtungen, Restaurants, Geschäften und Dienstleistungsbetrieben

Beschränkter Bewegungsradius in Corona-Hotspots - Jenseits Radius von 15 Kilometer Bewegungsverbot

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass in Hotspots auch der Bewegungsradius eingeschränkt werden soll im Sinne einer „Stay-at-Home-“-Anordnung. Diese Bewegungseinschränkung soll für einen Radius von 15 Kilometer um den Wohnort herum gelten. Als so genannte Hotspots gelten aktuell Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 Infektionen pro 1000.000 Einwohner binnen 7 Tagen.

Hohe Zahl an Corona-Toten in Deutschland - Droht die Dritte Welle?

In Deutschland ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, wie auch in anderen EU-Ländern, weiter hoch. Besonders in Sachsen spitzt sich die Corona-Situation immer weiter zu. Die Sorge vor einer möglichen dritten Welle wächst. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte mit Blick auf den aktuellen Corona-Gipfel, dass er angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen nicht von einer raschen Normalisierung der Lage ausgehe. „Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie. Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen“.

Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl und Neuinfektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.