• Trotz Lockdown sind die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell noch immer hoch
  • Beim nächsten Corona-Gipfel am Dienstag, den 5.1.21 wollen Bund und Länder über eine Verlängerung des Lockdowns beraten
  • Wie hoch sind die Fallzahlen in Deutschland heute, am Montag, dem 4.1.2021?
Eine Verlängerung des Lockdowns scheint bereits vor dem nächsten Corona-Gipfel entschieden. Doch folgende Punkte sind noch unklar:
  • Verlängerung bis wann - Wie lange soll der Lockdown dauern?
Am kommenden Dienstag, dem 5.1.21, wollen Bund und Länder beim nächsten Corona-Gipfel darüber beraten. Wichtige Entscheidungshilfe werden dabei wieder die Fallzahlen sein: Wie hoch ist di Zahl der Neuinfektionen und der Toten? Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz?

Corona Zahlen Deutschland laut RKI & JHU: Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am Montag, 4.1.21

Zwischen den Jahren - Während der Feiertage über Weihnachten und Neujahr sowie am Wochenende - wird laut RKI unterschiedlich viel getestet und übermittelt, daher sind die Zahlen meist niedriger. Doch wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Montag, 4.1.21?
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 10.687 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 124.738 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.775.513 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 34.574 Personen. Das sind 302 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 357 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, ein neuer Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.401.200 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,91 (Vortag: 0,95) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 139,4. Gestern war ein Wert von 139,6 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
Zeit Online zufolge wurden in Nordrhein-Westfalen 2072 neue Coronavirus-Fälle von den Gesundheitsämtern gemeldet, in Bayern waren es mit 1951 knapp weniger. In Sachsen, noch immer einer der Hotspots der Corona-Pandemie in Deutschland, waren es dem Zeit-Bericht nach 1577 und in Baden-Württemberg 1055.
Bei den Städten meldete die Hauptstadt Berlin mit 656 Neuinfektionen den höchsten Wert. Aus München wurden 342 Fälle bekannt, aus Dresden 298, aus Hamburg 212 und aus Nürnberg 195. In 49 Kreisen soll es dem Bericht zufolge keine Neuinfektionen.

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Montagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 85 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1,8 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 20.633.183 Infizierte und 351.472 Tote
  • Indien: 10.323.965 Infizierte und 149.435 Tote
  • Brasilien: 7.733.746 Infizierte und 196.018 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.783.896 bisher Infizierten und 34.791 Toten

RKI Dashboard - Aktuelle Corona-Zahlen Bundesländer und Landkreise in Deutschland

In der Corona-Pandemie liefert das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. 
Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI veröffentlicht in seinem Dasboard jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen zu Neuinfektionen, Toten und Genesenen in Deutschland.
Das RKI veröffentlicht in seinem Dasboard jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen zu Neuinfektionen, Toten und Genesenen in Deutschland.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Viele Corona-Tote vor Corona-Gipfel am 5.1.2021 - Droht die Dritte Welle?

In Deutschland, besonders in Sachsen ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ,wie auch in anderen Ländern Europas weiter hoch - Die Sorge vor einer möglichen dritten Welle wächst. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte mit Blick auf den bevorstehenden Corona-Gipfel am Dienstag, 5.1.21, dass er angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen nicht von einer raschen Normalisierung der Lage ausgehe. „Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie. Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen“.

Angesichts hoher Corona-Zahlen: Gesundheitsminister Spahn geht von weiteren Corona-Maßnahmen nach 10. Januar aus

Auch der Gesundheitsminister Jens Spahn stimmte bereits früh ein und sagte, dass Deutschland sei bei der Eindämmung der Pandemie „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“.
Der verschärfte Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es anschließend weiter geht.
Die Kanzlerin diskutiert mit den Landeschefs über die Regeln, die in den Bundesländern nach dem 10. Januar gelten sollen. Im Einzelnen geht es um die mögliche Verlängerung von Kontaktbeschränkungen, Quarantänebestimmungen und Testpflicht für Reisende, Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Bildungs- und Kultureinrichtungen, Restaurants, den meisten Geschäften und Dienstleistungsbetrieben. Die Länder werden voraussichtlich auch ihre Forderung ansprechen, dass der Bund ihnen mehr Corona-Impfstoff liefern soll.

Reproduktionszahl und Neuinfektionen - Erklärung der wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.