Am 8. März treten verschiedene Lockerungen in Kraft, die auf dem Corona-Gipfel am 3. März beschlossen wurden - gelockerte Kontaktbeschränkungen etwa oder weitere Öffnungen im Einzelhandel abhängig von der Inzidenz, wie sie als Beschlüsse im Stufenplan festgeschrieben sind. Viele Menschen (und insbesondere Unternehmen, Einzelhändler und Verbände) in Deutschland haben sich genau nach diesen Signalen der Lockerungen gesehnt.
Dem trugen Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel einerseits Rechnung. Andererseits blicken Politiker und Wissenschaftler mit Sorge auf die in der Tendenz wieder leicht steigenden Fallzahlen sowie die voranschreitende Ausbreitung der aggressiven Coronavirus-Mutationen.
Spannend wird in den kommenden Tagen und Wochen daher die Frage, wie sich dieser Schritt der Öffnung auf die Entwicklung der regionalen Inzidenzen sowie in der bundesweiten Betrachtung die Corona-Zahlen insgesamt auswirkt. Die Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg setzen die gemeinsamen Beschlüsse in neue Regeln in ihren Verordnungen um. Wie hoch also liegen die Corona-Zahlen laut RKI-Dashboard heute, am Sonntag, 07.03.21?
Wichtig zu wissen: An Sonntagen sind die vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird und weil manche Gesundheitsämter keine Zahlen an das RKI übermitteln.

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen laut Dashboard am 07.03.21

  • Zeit Online“ berichtete, dass es 7653 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.500.182 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Aktuell gibt es in Deutschland laut RKI - Stand Samstag - mehr als 120.900 aktive Fälle.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Sonntagmorgen 96 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 71.900 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 161 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.304.300 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er liegt am Sonntag bei 1,06. Am Vortag hatte er bei 1,04 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt laut dem RKI am Sonntagmorgen bei 66,1, am Samstag hatte er bei 65,6 gelegen. „Zeit Online“ meldete einen Wert von 69,5. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt deutschlandweit seit mehreren Tagen um die Marke 60 oder leicht darüber. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Sonntag (Stand 6.00 Uhr) weltweit rund 116.501.992 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.587.934 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 28.952.137 Infizierte und 524.319 Tote.
  • Indien: 11.210.799 Infizierte und 157.756 Tote.
  • Brasilien: 10.938.836 Infizierte und 264.325 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.502.151 Infizierten und 71.951 Toten.

Corona-Kranke in Deutschland: So viele Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt

  • 2576 Covid-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung.
  • Davon werden 1583 invasiv beatmet,
  • das entspricht 57,44 Prozent.
  • Insgesamt sind derzeit 19.843 Intensivbetten von betreibbaren 24.064 Betten belegt.
  • Freie Intensivbetten für Patienten mit Covid-19-Erkrankung: 1907.

Quote der positiven Tests bei 6,1 Prozent

Zurzeit wird in Deutschland laut dem letztem RKI-Lagebericht deutlich weniger mit PCR-Tests getestet als zum Jahresanfang 2021. In der vergangenen Woche (KW 8) wurden 1.135.355 Menschen auf das Coronavirus getestet. Davon hatten 69.265 ein Positiv-Ergebnis. Das entspricht einer Positiv-Quote von 6,10 Prozent.

Schnelltests noch nicht ausreichend vorhanden

Eine der wesentlichen neuen Strategien in der Bekämpfung der Corona-Krise sind neben einer vermehrter Impfung auch die Schnelltests. Entweder in Testzentren und in Apotheken, oder per Selbsttest für Laien zur Eigenanwendung. Von Montag an sollten kostenlose Tests zur Verfügung stehen, versprach die Bundesregierung. Doch das dürfte sich in vielen Regionen verzögern, da vielerorts keine Tests lieferbar sind und die Strukturen noch fehlen. Discounter wie Aldi und Lidl begannen am Samstag mit dem Verkauf – und erlebten einen Ansturm.

RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der künftigen Strategie.
Die Öffnungsstrategie, wie sie Bund und Länder beschlossen haben, grafisch dargestellt.
Die Öffnungsstrategie, wie sie Bund und Länder beschlossen haben, grafisch dargestellt.
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.