• Am Sonntag, 13.12.2020, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer beim erneuten Corona-Gipfel zusammen einen harten Lockdown beschlossen
  • Für private Treffen gibt es strikte Begrenzungen
  • Gottesdienste sollen weiter stattfinden können
  • Diese Regeln gelten nun an Weihnachten
Bald ist es soweit, noch eine Woche bis Heiligabend. Zum Ende des nervenaufreibenden Corona-Krisenjahres 2020 sehen viele die Festtage als mentalen Rettungsanker. Gemütlich mit der Familie zusammensitzen, einen saftigen Braten verspeisen und dazu ein Glas Rotwein trinken: So stellen sich viele Menschen in Deutschland Weihnachten vor. Doch das wird in diesem Jahr nicht so möglich sein wie bisher. Aber es gibt Ausnahmen von den strengen Corona-Regeln.



Regeln an Weihnachten: Mit so vielen Personen darf ich mich treffen

Wie die „Bild“ berichtet, darf man über den eigenen Hausstand hinaus vier weitere Personen an Weihnachten treffen. Diese dürfen aber nur aus dem engsten Familienkreis stammen. Dazu gehören: Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige.
Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte dem Bild-Bericht nach: „Wenn Sie andere Hausstände aus der Familie zu Weihnachten zu sich einladen“, sollten die Deutschen darauf achten, die Kontakte rechtzeitig zu reduzieren.

Weihnachten wird in diesem Jahr wegen des Lockdowns noch mehr zuhause stattfinden als ohnehin.
Weihnachten wird in diesem Jahr wegen des Lockdowns noch mehr zuhause stattfinden als ohnehin.
© Foto: Christin Klose/DPA

Schutzwoche vor Weihnachten - Absolute Reduzierung der Kontakte

Damit die Corona-Zahlen nicht wie in den USA nach dem Familienfest „Thanksgiving“ weiter in die Höhe schnellen, soll es eine sogenannte Schutzwoche geben.Das heißt: Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum reduzieren.
Angela Merkel - hier bei ihrer emotionalen Rede im Bundestag unter der Woche - plädiert angesichts der Weihnachtsfeiertage für eine absolute Reduzierung der Kontakte.
Angela Merkel - hier bei ihrer emotionalen Rede im Bundestag unter der Woche - plädiert angesichts der Weihnachtsfeiertage für eine absolute Reduzierung der Kontakte.
© Foto: DPA

Gottesdienste an Weihnachten - Diese Regeln gelten

Trotz der am Sonntag verkündeten härteren Corona-Einschränkungen ab Mittwoch bleiben Gottesdienste auch über Weihnachten weiter möglich. Allerdings müssten die dafür geltenden Hygiene-Bestimmungen strikt eingehalten werden, mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin.
Unter Federführung des zuständigen Bundesinnenministeriums werde man die Details in Gesprächen mit den Kirchen und Religionsgemeinschaft in den kommenden Tagen klären, ergänzte die Kanzlerin nach den Gesprächen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.
Es gelten in Kirchen, Moscheen und Synagogen aber der Mindestabstand von 1,5 Metern und Maskenpflicht - dies auch am Platz. Der Gemeindegesang ist untersagt. Wenn volle Besetzung erwartet wird, sollen sich die Besucher anmelden.
Gottesdienste an Weihnachten sollen unter geltenden Corona-Regeln trotz des angekündigten Lockdowns stattfinden können.
Gottesdienste an Weihnachten sollen unter geltenden Corona-Regeln trotz des angekündigten Lockdowns stattfinden können.
© Foto: Marius Becker/DPA

Weihnachten Baden-Württemberg Corona: So viele Personen dürfen in BW zusammenkommen

Die Landesregierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat für Baden-Württemberg harte Regeln und Ausgangsbeschränkungen erlassen. Für Weihnachten soll es aber Ausnahmen von den Regeln geben. So dürfen sich Ein Haushalt und vier weitere Personen treffen (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Allerdings müssen diese zum engsten Familienkreis gehören. Das bedeutet:
  • Angehörige desselben Haushalts
  • Ehegatten
  • Unverheiratete Partner
  • Verwandte in gerader Linie, sowie Geschwister, Geschwisterkinder und deren Haushaltangehörige
Zu Silvester und Neujahr gelten aber wieder die Beschränkungen aus dem restlichen Dezember.

Gilt die Ausgangsbeschränkung in BW auch an Weihnachten?

Die Ausgangssperre wird für Weihnachten in Baden-Württemberg aufgehoben. Das hießt, dass man in dieser Zeit beispielsweise für den Besuch von Verwandten auch nach 20 Uhr das Haus verlassen darf.

Das gilt für Hotel-Übernachtungen in BW

Aktuell erlaubt Baden-Württemberg über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) nannte die Hotelöffnung für Familien über die Festtage richtig. „Aus meiner Sicht sind separate Übernachtungen in Hotels sicherer als Übernachtungen mit mehreren Personen in möglicherweise beengten Räumlichkeiten“, betonte er. Angehörige, die Übernachtungen zu Weihnachten planen, sollten sich genau erkundigen, denn womöglich werden nicht alle Hoteliers nur für vier Tage öffnen. Allerdings bleibt auch in diesem Fall abzuwarten, ob die Sonderregel nach dem Corona-Gipfel Bestand hat.

Corona Verordnung Sachsen: Diese Regeln gelten im Freistaat an Weihnachten

Zunächst hatte Sachsen zehn Personen an den Feiertagen erlaubt. Nach den Corona-Beschlüssen für einen harten Lockdown sind diese Lockerungen nun zurückgenommen. Es gilt wie bundesweit: Treffen dürfen sich ein Haushalt plus vier weitere Personen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Weihnachtsregeln Bayern: Darf ich Weihnachten mit der Familie feiern?

Feiern mit der Familie sind in Bayern über die Weihnachtstage (24. bis 26. Dezember) erlaubt. Der eigene Haushalt plus vier weitere Personen sind dabei die Obergrenze. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Allerdings gilt diese Ausnahme nur für den engsten Familienkreis, also:
  • Ehegatten,
  • Lebenspartner,
  • Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft,
  • Verwandte in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder),
  • Geschwister,
  • Geschwisterkinder
  • sowie die jeweiligen Angehörigen ihres Hausstands.

Was beim Reisen über Weihnachten zu beachten ist

Wichtig vorab: Es gibt kein Reiseverbot. Urlauber müssen mit möglichen Einschränkungen am Reiseziel und bei der Rückkehr nach Deutschland in Kauf nehmen. Das Robert-Koch-Institut stuft beliebte Winterurlaubsländer wie Österreich, Schweiz und Italien als Risikogebiete ein. Einen Gesamtüberblick gibt es in dieser Liste.
Für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gelten in Baden-Württemberg weder Einreiseverbote noch Quarantänepflicht. Jedoch gibt es in Corona-Hotpots schärfere Regeln. In Kreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – wie etwa im Stadtkreis Ulm – wird es nächtliche Ausgangsbeschränkungen geben. Darauf hat sich die Landesregierung verständigt.

Was Reisende beachten müssen, wenn sie nach BW zurückkehren

Wer aus einem außerdeutschen Risikogebiet nach Baden-Württemberg zurückkommt, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben und eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, die an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt wird. Nach fünf Tagen können sich Betroffene freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Die Gesundheitsämter können solche Tests auch anordnen. Erst mit einem negativen Testergebnis ist die Quarantäne-Pflicht vorbei.

Was passiert, wenn Reisende gegen die Regeln verstoßen?

Wer sich nicht an die Corona-Verordnung hält, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Reiserückkehrer oder Einreisende aus Risikogebieten, die es versäumen, sich unverzüglich bei den Behörden melden, müssen mindestens 300, maximal sogar 3.000 Euro bezahlen. Wer die Quarantäne eigenmächtig unterbricht, muss sich auf 500 bis 10.000 Euro einstellen. Wer während der Quarantäne Besuch empfängt, dem drohen Strafen in Höhe von 300 bis 5.000 Euro.

Virologe: Auf Feiern und Familienbesuche verzichten

Der Düsseldorfer Virologe Jörg Timm hat dazu aufgerufen, über die Weihnachtstage auf private Feiern und Familienbesuche weitgehend zu verzichten. „Bei den aktuellen Infektionszahlen ist sonst mit einer drastischen Zunahme der Covid-19-Fälle im neuen Jahr zu rechnen, die uns vor enorme Probleme stellen wird“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Düsseldorf der „Rheinischen Post“ (Montag).
Timm bezeichnete die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen als notwendig. „Die Belastung auf den Intensivstationen hat in den letzten Wochen kontinuierlich zugenommen, so dass dringend weitere Maßnahmen erforderlich waren“, sagte der Wissenschaftler.