Zwar gibt es aus Deutschland nach wie vor keine Reisewarnung für Südtirol, dennoch sieht es nicht unbedingt gut aus für die Herbstsaison in dem beliebten Urlaubsgebiet. Manfred Pinzger, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands ging laut Medienberichten davon aus, dass das Auswärtige Amt für Südtirol früher oder später eine Reisewarnung aussprechen könnte.
Dann wäre auch die Wintersaison mit Skifahrern auf der Kippe und damit sei die Existenz vieler Familienbetriebe im Tourismus gefährdet, befürchtete Pinzger. Am Donnerstag, 15. Oktober, wurde dann jedoch klar, dass das Robert-Koch-Institut Südtirol im Gegensatz zu Kampanien und Ligurien keineswegs als Risikogebiet sieht.

Vorbereitungen in den Skigebieten in Italien und Südtirol

In den italienischen Skigebieten laufen seit Wochen die Vorbereitungen für die neue Saison. „Wir werden alle nötigen Vorkehrungen treffen, damit der Ski- und Wintertourismus in Südtirol auch in diesem Winter möglich ist“, sagt der für Tourismus zuständige Landesrat in Südtirol, Arnold Schuler.
Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehören
  • das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Seilbahnen und Abstandsregeln.
  • Alle Gondeln würden regelmäßig desinfiziert,
  • Schutzabtrennungen werden installiert
  • Taktfrequenzen von Skibussen erhöht.
  • Besucher können Skipässe in vielen Gebieten vorab online kaufen und in einer Ticketbox vor Ort abholen.
  • Auch Skischulen, Skiverleihe sowie Restaurants und Hotels entwickeln nach Angaben der Behörden eigene Konzepte.
Ab 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner würde theoretisch eine Einstufung als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut drohen, was auch mit einer Reisewarnung vom Auswärtigen Amt und einer Zwangsquarantäne für Reiserückkehrer verbunden wäre. Der deutsche Vorwarnwert von 35 wurde in Südtirol bereits in der ersten Oktoberwoche überschritten.

Stuttgart

Steigende Corona-Infektionszahlen in Südtirol

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südtirol schwankt in diesem Herbst stark und bewegt sich in etwa zwischen 45 und 171 am Tag. Insgesamt ist die Tendenz deutlich steigend. Hohe Zahlen gibt es insbesondere in den beiden Städten Bozen und Meran, während die Landgemeinden weniger betroffen sind. Das sind die aktuellen Werte für Südtirol insgesamt:
12. Oktober: 45 Ansteckungen
13. Oktober: 34 Ansteckungen
14. Oktober: 124 Ansteckungen
15. Oktober: 98 Ansteckungen
16. Oktober: 128 Ansteckungen
17. Oktober: 155 Ansteckungen
18. Oktober: 171 Ansteckungen
19. Oktober: 85 Ansteckungen
Stand: 19. Oktober, 17.17 Uhr
Quelle: Provinz Bozen

Corona-Zahlen in Südtirol und Trentino werden addiert – Ampel auf Orange

Die Nachbarn in Nordtirol und Vorarlberg hat das Schicksal einer Reisewarnung bereits ereilt. Außerdem hat das benachbarte Österreich neue Corona-Rekordzahlen erreicht. Angesichts der relativ geringen Einwohnerzahl bei gleichzeitig schwankenden Neuinfektionen ist eine Prognose für Südtirol selbst jedoch sehr schwierig.
Nach den bisherigen Kriterien des Robert-Koch-Instituts müssten die Werte zudem für die gesamte Region Trentino-Südtirol mitsamt der Provinz Trient berechnet werden. Dort lag die 7-Tages-Inzidenz in der ersten Oktoberwoche um die 50. Die Ausrufung neuer Risikogebiete wird in Zukunft auch von der „Corona-Ampel“ der EU abhängen, die erstmals am 16. Oktober in Betrieb gehen soll. Maßgeblich für die Stufen „Rot“, „Orange“ oder „Grün“ sind dann immer die aktuell von der EU ermittelten Infektionszahlen.
Ausreiseverbot Risikogebiete Grenzschließung Neue Corona-Ampel für Reisewarnungen in der EU

Berlin

Corona-Zahlen in Südtirol auf hohem Niveau

Am 7. Oktober wurden in Südtirol 55 Neuinfektionen gemeldet, nachdem sich die Zahl in den Tagen zuvor laut Behörden immer zwischen 17 und 32 bewegt hatte. Seitdem haben sich die Daten weiter verschlechtert. Relativ hohe Tageswerte waren auch am 25. September und am 18. September mit 52 respektive 72 zu verzeichnen gewesen. Den Rekord in der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatte es am 29. März mit 123 gegeben. Trotz hoher Corona-Zahlen laufen in Südtirol Vorbereitungen für die Ski-Saison 2020/21.

Auf private Feiern soll verzichtet werden

Laut der Landesverwaltung Südtirol ist am 10. Oktober die „Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 40“ zum Schutz vor dem Coronavirus in Kraft getreten. Die Menschen sollen demnach auf Feste und private Feiern verzichten. „Es ist kein Verbot, sondern eine ganz dringende Empfehlung“, betont Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Maskenpflicht seit 8. Oktober in ganz Italien – aber nicht in Südtirol

In Italien gilt seit 8. Oktober eine Maskenpflicht auch im Freien. Damit soll einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegen gewirkt werden. Im Gespräch ist auch eine Sperrstunde ab 23 Uhr für die Gastronomie sowie eine strikte Teilnehmer-Obergrenze für private Feiern. Die autonome Provinz Südtirol hat jedoch eigene Corona-Vorschriften und will sich von der Maskenpflicht im Freien abkoppeln, so Medienberichte.

Maskenpflicht in Südtirol nur in wenigen Fällen

„Wir können diesbezüglich eine klare Botschaft geben. In Südtirol gelten nach wie vor die Bestimmungen des Landesgesetzes zur Eindämmung der Verbreitung des Virus SARS-CoV-2“, sagte Direktor Thomas Gruber vom Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) der Tageszeitung „Dolomiten“ (Online-Ausgabe).
Demnach werde von allen das Tragen einer Maske verlangt, wenn der zwischenmenschliche Sicherheitsabstand von einem Meter nicht ständig eingehalten werden kann. Ausgenommen sind Mitglieder desselben Haushalts. Dies gelte auch für Fälle, in denen Menschenansammlungen wahrscheinlich seien, oder wenn eine konkrete Möglichkeit bestehe, anderen Personen zu begegnen, ohne den Abstand von einem Meter einhalten zu können (wie etwa in Fußgängerzonen oder auf Bürgersteigen).
Außerdem muss ein Mund-Nasen-Schutz zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens in den Außenbereichen von öffentlich zugänglichen Orten und Räumlichkeiten getragen werden, in denen sich Menschenansammlungen bilden können – dies dann auch unabhängig vom möglichen Abstand. Gedacht ist dabei insbesondere an Diskotheken und andere Unterhaltungslokale.

Wien

Zwei Meter Mindestabstand statt Maskenpflicht in Südtirol?

„Aus heutiger Sicht bleiben wir derzeit bei unseren bestehenden Regeln, behalten uns aber mittelfristig Anpassungen vor“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch laut Medienberichten. Im Gespräch sei zwar ein neuer Mindestabstand von zwei Metern, nicht aber unbedingt eine Maskenpflicht in den Bergen, hieß es aus Kreisen von Hoteliers.
Die Regierung in Rom hatte jedoch angekündigt, nirgendwo in Italien Ausnahmen von der Maskenpflicht zulassen zu wollen. Der Streit könnte am Ende vor dem Verfassungsgericht landen.

Quarantäne in Südtirol auf 10 Tage verkürzt

Das Südtiroler Gesundheitsministerium hat neue Quarantäneregelungen festgelegt nach denen die Quarantäne auf 10 Tage verkürzt wird. Das Rundschreiben des Ministeriums legt fest, dass am zehnten Tag der Quarantäne ein Test durchzuführen ist. Sobald das negative Ergebnis dieses Tests vorliegt, endet die Quarantäne. Konkret heißt dies, dass zu den zehn Tagen der Quarantäne noch die Zeit hinzuzufügen ist, die es braucht, bis das Testergebnis feststeht. Dies bedeutet bei PCR-Tests in der Regel bis zu 48 Stunden. Außerdem werden alle auf SARS-CoV-2 positiv Getesteten nach maximal 21 Tagen von der Quarantäne entlassen, sofern sie mindestens 7 Tage symptomfrei waren.

Corona in Südtirol: Schnelltests für alle Einwohner von Sexten

In der Gemeinde Sexten gab es laut Medienberichten Anfang Oktober eine Häufung von Corona-Infektionen. Ab Mittwoch, 7. Oktober, sollten sich alle 1900 Einwohner zur Sicherheit einem Schnelltest unterziehen. Diese Strategie war bereits im Ort Branzoll mit seinen etwa 2800 Bewohnern erfolgreich gewesen.
International erhält Italien von Experten viel Lob für seine Testreihen, die das Umfeld von Infizierten im Fokus haben. In Nordtirol, also dem österreichischen Bundesland Tirol gibt es unterdessen Kritik am Krisenmanagement im Frühjahr im ehemaligen Corona-Hotspot Ischgl.

Das sind die Corona-Zahlen für Südtirol:

  • Positiv Getestete seit Pandemiebeginn: 4493
  • Gesamtzahl der untersuchten Abstriche: über 200.000
  • Gesamtzahl der getesteten Personen: über 100.000
  • Verstorben: 293