Südtirol ist vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft worden. Das gilt seit Samstag, 24. Oktober, 0.00 Uhr und ist auch mit einer Reisewarnung vom Auswärtigen Amt verbunden. Laut dem Nachrichtenportal Südtirol Online lag die Basisreproduktionszahl in der autonomen Region zum Zeitpunkt der Neueinstufung bei 1,3.
Außerdem wurde klar, dass jetzt auch ganz Österreich bis auf Kärnten als Risikogebiet eingestuft ist.
Durch die neue Reisewarnung ist in Südtirol auch die Wintersaison mit Skifahrern auf der Kippe, und damit sei die Existenz vieler Familienbetriebe im Tourismus gefährdet, befürchtet Manfred Pinzger vom Hotel- und Gaststättenverband. Am Donnerstag, 15. Oktober, hatte das Robert-Koch-Institut Südtirol im Gegensatz zu Kampanien und Ligurien noch nicht als Risikogebiet gesehen.
Strenge Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona gibt es indes überall in Südtirol. Diesen fallen auch die beliebten Christkindklmärkte zum Opfer. Neue Corona-Regeln betreffen unter anderem auch den Amateursport in niederklassigen Ligen, verstärktes Homeoffice und Fernunterricht an Oberschulen, Spielhallen, Chorproben sowie Gästelisten beim „Törggelen“, also in Besenwirtschaften.

Corona-Infektionszahlen in Südtirol

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südtirol schwankt in diesem Herbst stark und bewegt sich in etwa zwischen 45 und 209 am Tag. Insgesamt ist die Tendenz steigend. Hohe Zahlen gibt es insbesondere in den beiden Städten Bozen und Meran, während die Landgemeinden weniger betroffen sind. Das sind die aktuellen Werte für Südtirol insgesamt:
  • 12. Oktober: 45 Ansteckungen
  • 13. Oktober: 34 Ansteckungen
  • 14. Oktober: 124 Ansteckungen
  • 15. Oktober: 98 Ansteckungen
  • 16. Oktober: 128 Ansteckungen
  • 17. Oktober: 155 Ansteckungen
  • 18. Oktober: 171 Ansteckungen
  • 19. Oktober: 85 Ansteckungen
  • 20. Oktober: 209 Ansteckungen
  • 21. Oktober: 189 Ansteckungen
  • 22. Oktober: 247 Ansteckungen
  • 23. Oktober: 269 Ansteckungen
  • 24. Oktober: 277 Ansteckungen
  • 25. Oktober: 339 Ansteckungen
  • 26. Oktober: 321 Ansteckungen
  • 27. Oktober: 242 Ansteckungen
  • in Neuinfektionen pro Tag
  • Stand: 27. Oktober, 11.05 Uhr
  • Quelle: Provinz Bozen

Ausgefeilte Teststrategie in Südtirol

Ab 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner würde theoretisch eine Einstufung als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut drohen, was auch mit einer Reisewarnung vom Auswärtigen Amt und einer Zwangsquarantäne für Reiserückkehrer verbunden wäre. Der deutsche Vorwarnwert von 35 wurde in Südtirol bereits in der ersten Oktoberwoche überschritten. Für wichtig hält Landeshauptmann Arno Kompatscher jedoch eine korrekte Interpretation der festgestellten Infektionszahlen: „Sie sind auf eine erhöhte Trefferquote zurückzuführen, bei denen den Abstrichen ein Antigentest vorausgegangen ist“, wird der Landesvater von einem Südtiroler Nachrichtenportal zitiert.
Der Großteil der festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus betrifft demzufolge Personen, die sich bereits in Quarantäne befinden und niemanden mehr anstecken können. Dies zeigt laut Kompatscher, dass viel zielgenauer getestet werden kann, und damit die Zahl der positiven Proben im Verhältnis zur Gesamtzahl zunimmt. Auch im benachbarten Österreich wurde unterdessen just zum Nationalfeiertag ein neuer Corona-Höchststand erreicht.

Stuttgart

Reisewarnung für Südtirol – EU-Ampel auf Orange

Die Ausrufung neuer Risikogebiete wird in Zukunft auch von der neuen „Corona-Ampel“ der EU abhängen. Maßgeblich für die Stufen „Rot“, „Orange“ oder „Grün“ sind dann immer die aktuell von der EU ermittelten Infektionszahlen.
Ausreiseverbot Risikogebiete Grenzschließung Neue Corona-Ampel für Reisewarnungen in der EU

Berlin

Auf private Feiern soll verzichtet werden

Laut der Landesverwaltung Südtirol ist am 10. Oktober die „Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 40“ zum Schutz vor dem Coronavirus in Kraft getreten. Die Menschen sollen demnach auf Feste und private Feiern verzichten. „Es ist kein Verbot, sondern eine ganz dringende Empfehlung“, betont Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Maskenpflicht seit 8. Oktober in ganz Italien – aber nicht in Südtirol

In Italien gilt seit 8. Oktober eine Maskenpflicht auch im Freien. Damit soll einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegen gewirkt werden. Im Gespräch ist auch eine Sperrstunde ab 23 Uhr für die Gastronomie sowie eine strikte Teilnehmer-Obergrenze für private Feiern. Die autonome Provinz Südtirol hat jedoch eigene Corona-Vorschriften und will sich von der Maskenpflicht im Freien abkoppeln, so Medienberichte.

Maskenpflicht in Südtirol nur in wenigen Fällen

„Wir können diesbezüglich eine klare Botschaft geben. In Südtirol gelten nach wie vor die Bestimmungen des Landesgesetzes zur Eindämmung der Verbreitung des Virus SARS-CoV-2“, sagte Direktor Thomas Gruber vom Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) der Tageszeitung „Dolomiten“ (Online-Ausgabe).
Demnach werde von allen das Tragen einer Maske verlangt, wenn der zwischenmenschliche Sicherheitsabstand von einem Meter nicht ständig eingehalten werden kann. Ausgenommen sind Mitglieder desselben Haushalts. Dies gelte auch für Fälle, in denen Menschenansammlungen wahrscheinlich seien, oder wenn eine konkrete Möglichkeit bestehe, anderen Personen zu begegnen, ohne den Abstand von einem Meter einhalten zu können (wie etwa in Fußgängerzonen oder auf Bürgersteigen).
Außerdem muss ein Mund-Nasen-Schutz zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens in den Außenbereichen von öffentlich zugänglichen Orten und Räumlichkeiten getragen werden, in denen sich Menschenansammlungen bilden können – dies dann auch unabhängig vom möglichen Abstand. Gedacht ist dabei insbesondere an Diskotheken und andere Unterhaltungslokale.

Wien

Zwei Meter Mindestabstand statt Maskenpflicht in Südtirol?

„Aus heutiger Sicht bleiben wir derzeit bei unseren bestehenden Regeln, behalten uns aber mittelfristig Anpassungen vor“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch laut Medienberichten. Im Gespräch sei zwar ein neuer Mindestabstand von zwei Metern, nicht aber unbedingt eine Maskenpflicht in den Bergen, hieß es aus Kreisen von Hoteliers.
Die Regierung in Rom hatte jedoch angekündigt, nirgendwo in Italien Ausnahmen von der Maskenpflicht zulassen zu wollen. Der Streit könnte am Ende vor dem Verfassungsgericht landen.

Quarantäne in Südtirol auf 10 Tage verkürzt

Das Südtiroler Gesundheitsministerium hat neue Quarantäneregelungen festgelegt nach denen die Quarantäne auf 10 Tage verkürzt wird. Das Rundschreiben des Ministeriums legt fest, dass am zehnten Tag der Quarantäne ein Test durchzuführen ist. Sobald das negative Ergebnis dieses Tests vorliegt, endet die Quarantäne. Konkret heißt dies, dass zu den zehn Tagen der Quarantäne noch die Zeit hinzuzufügen ist, die es braucht, bis das Testergebnis feststeht. Dies bedeutet bei PCR-Tests in der Regel bis zu 48 Stunden. Außerdem werden alle auf SARS-CoV-2 positiv Getesteten nach maximal 21 Tagen von der Quarantäne entlassen, sofern sie mindestens 7 Tage symptomfrei waren.
International erhält Italien von Experten viel Lob für seine Testreihen, die das Umfeld von Infizierten im Fokus haben. In Nordtirol, also dem österreichischen Bundesland Tirol gibt es unterdessen Kritik am Krisenmanagement im Frühjahr im ehemaligen Corona-Hotspot Ischgl.

Corona-Maßnahmen für Skigebiete in Italien und Südtirol

Zu den Vorsichtsmaßnahmen für den Skitourismus gehören
  • das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Seilbahnen und Abstandsregeln.
  • Alle Gondeln würden regelmäßig desinfiziert,
  • Schutzabtrennungen werden installiert
  • Taktfrequenzen von Skibussen erhöht.
  • Besucher können Skipässe in vielen Gebieten vorab online kaufen und in einer Ticketbox vor Ort abholen.
  • Auch Skischulen, Skiverleihe sowie Restaurants und Hotels entwickeln nach Angaben der Behörden eigene Konzepte.

Das sind die Corona-Zahlen für Südtirol:

  • Positiv Getestete seit Pandemiebeginn: 5302
  • Gesamtzahl der untersuchten Abstriche: über 200.000
  • Gesamtzahl der getesteten Personen: über 100.000
  • Verstorben: 296