Während in Deutschland die Corona-Neuinfektionen am Donnerstag einen Höchststand erreicht haben, hat auch Österreich extreme Werte bei den Fallzahlen zu verzeichnen. Insbesondere die 7-Tage-Inzidenz ist massiv gestiegen und liegt - Stand Donnerstag, 22.10.2020 - bei 121,4. Deshalb erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI) fast ganz Österreich zum Corona-Risikogebiet, der nächste Schritt, die Reisewarnung, folgt am Samstag, 24. Oktober, 2020.
Corona Österreich Skisaison Droht in Österreich ein zweites Ischgl?

Innsbruck

Österreich ist Risikogebiet - Reisewarnung gilt ab Samstag

Damit sind 8 von 9 Bundesländern in Österreich betroffen. Lediglich eines ist von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen. Es handelt sich um südliche Bundesland Kärnten. Laut „Salzburger Nachrichten“ hatte das deutsche Außenministerium die österreichischen Kollegen über die Entscheidung zu den Risikogebieten bereits vorher informiert.

Neue Liste: Risikogebiete und Reisewarnungen in Österreich

Auf der Seite des Robert-Koch-Instituts, die am Donnerstagvormittag zeitweise nicht zu erreichen gewesen war, werden in der Liste für Corona-Risikogebiete folgende Bundesländer Österreichs aufgeführt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat für diese Bundesländer am Donnerstagvormittag denn auch gleich eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Daten in Klammern geben an, ab wann die Einstufung gilt, neu hinzugekommene Gebiete sind gekennzeichnet.
  • Burgenland (neu ab 24. Oktober)
  • Niederösterreich (neu ab 24. Oktober)
  • Oberösterreich (neu ab 24. Oktober)
  • Salzburg (neu ab 24. Oktober)
  • Steiermark (ab 24. Oktober)
  • Tirol (seit 25. September) mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz (seit 2. Oktober)
  • Vorarlberg (seit 23. September) mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal (seit 2. Oktober)
  • Wien (seit 16. September)
Laut Salzburger Nachrichten gilt dann von Samstag, 24.10.2020 an auch eine Reisewarnung für die Gebiete.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen in Österreich

Österreich verzeichnet stark steigende Zahlen an Corona-Neuinfektionen. Das sind die aktuellen Werte:
  • 7-Tage-Inzidenz in Österreich: 121,4
  • Nachweislich mit dem Coronavirus Infizierte bisher: 70.769
  • Derzeit aktive Infektionsfälle: 21.385
  • Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen: 940Zahl der Genesenen: 48.444
  • Testungen: 1.993.124

Folgen einer Reisewarnung treffen Urlauber und Pendler

Die Folgen einer Reisewarnung sind erheblich. Nicht nur für Touristen, die in den Herbstferien zum Wandern nach Österreich reisen wollen, sondern - sollte die Reisewarnung länger gelten - auch zum Skiurlaub in die Österreichischen Skigebiete fahren wollen. Auch für Berufspendler würde die Lage schwierig, zumal Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch bekannt gegeben hatte, dass es eine neue Corona-Warnstufe „Dunkelrot“ geben solle, die auch Berufspendler aus den Grenzregionen treffen würde.

Darf man trotz Reisewarnung noch nach Österreich fahren?

Im Grunde darf man weiter nach Österreich reisen, denn die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten kein Reiseverbot. Aber: Die Maßnahmen sollen eine abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, sie können sich durch einen negativen Corona-Test davon vorzeitig befreien lassen. Der Vorteil der Einstufung für Urlauber: Sie können eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Im Übrigen hat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober vor einem neuen Corona-Lockdown gewarnt.

Wann erfolgt die Einstufung als Risikogebiet?

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt inzwischen für mehr als 130 Länder ganz und für einige weitere teilweise. Für etwa 50 Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU. Es bleiben nur noch einzelne Länder, die noch frei von Risikogebieten sind und für die auch nicht von Reisen abgeraten wird. Dazu zählen Griechenland und Zypern.
Am Donnerstagvormittag gab das RKI eine Preessekonferenz zur aktuellen Lage. RKI-Präsident Lothar Wieler appellierte dabei an die Bevölkerung, die AHA-Regeln Abstand, Hygiene, Allltagsmaske.