In Italien verschlechtert sich die Corona-Lage langsam, aber kontinuierlich auf neue Rekordwerte seit dem Ende des Lockdowns. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz Kardinal Gualtiero Bassetti rief die Bürger angesichts steigender Infektionszahlen zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf. „Das Zeugnis jener, die uns verlassen haben, ist ein Nachlass, der nicht umsonst gewesen sein darf“, sagte der Kardinal.
Corona Österreich Tirol Vorarlberg Wie lange bleibt Tirol noch Risikogebiet?

Innsbruck/Bregenz

Neuer Corona-Höchstwert seit April, aber bisher keine Reisewarnung für Italien

Die Behörden hatten Anfang Oktober jeweils um die 2500 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet und damit so viele wie seit April nicht mehr. Am 7. Oktober sprang die Zahl dann sogar auf 3678. Dennoch schien die Lage insgesamt noch unter Kontrolle zu sein scheint und wirkte weniger gravierend als zum Beispiel im Corona-Hotspot Spanien.
Auf der Insel Sardinien, die im Sommer noch stark betroffen war, hat das Infektionsgeschehen zum Beispiel deutlich nachgelassen. Hingegen steigen die Neuinfektionen in südlichen Regionen wie Kampanien, die von der ersten Welle wenig betroffen waren. Auch in der Lombardei und in Südtirol, das bereits bei der ersten Corona-Welle als Infektionsherd galt, nehmen die Ansteckungen wieder zu.
Italien gehört aktuell zu den wenigen Ländern in Europa, für die Deutschland keinerlei Reisewarnungen verhängt hat. Anders als in Österreich mit Wien, Tirol und Vorarlberg gilt in Italien derzeit keine einzige Region als Risikogebiet. Die Durchfahrt von und nach Italien über den Brenner ist uneingeschränkt möglich, denn für den Transit durch Tirol und Vorarlberg gibt es Ausnahmen von den Quarantäne-Bestimmungen der deutschen Bundesländer.

Corona-Notstand in Italien bis 31. Januar 2021

Insgesamt wird die italienische Corona-Strategie mit vielen und gleichzeitig zielgerichteten Tests von Beobachtern gelobt. Dennoch steigen nun die Zahlen wieder an. Italien will daher Maßnahmen ergreifen und ein neues Corona-Dekret erlassen. Folgende Maßnahmen sind möglich:
  • Neben der Polizei soll auch das Militär die Maskenpflicht kontrollieren.
  • Es soll eine allgemeine Maskenpflicht im Freien eingeführt werden.
  • Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit nach 22 oder 23 Uhr könnten untersagt werden.
  • Diskotheken bleiben geschlossen, und für private Feiern soll es neue Auflagen geben.
  • Der Zutritt zu Geschäften ist zahlenmäßig begrenzt.
  • Bei Spielen der Serie A dürfen höchstens 1000 Zuschauer ins Stadtion, in den anderen Ligen gibt es Geisterspiele.
  • Der Corona-Notstand in Italien wird bis 31. Januar verlängert.

Maskenpflicht im Freien ab 8. Oktober in Italien – 1000 Euro Strafe

Die Pflicht, in Italien auch im Freien eine Corona-Maske zu tragen, sollte laut Medienberichten am 8. Oktober in Kraft treten. Einzelne Gebiete wie die Region Latium, hatten solche Maßnahmen gegen Corona schon erlassen. In anderen Regionen mussten die Schutzmasken bisher hauptsächlich in Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgezogen werden. Zuwiderhandlungen sollen laut der Tageszeitung „Corriere della Sera“ mit Geldbußen von 400 bis 1000 Euro geahndet werden, obwohl sich die Italiener bisher recht diszipliniert zeigten und einen der härtesten Lockdowns in Europa überstehen mussten. Südtirol sah sich zunächst bis auf Weiteres von der Maskenpflicht ausgenommen.

Corona Regeln Italien: Rom verschärft Maskenpflicht

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Italien verschärft die Regierung in Rom ihren Kurs im Kampf gegen die Virus-Ausbreitung. Gesundheitsminister Roberto Speranza bestätigte am Dienstag im Parlament Berichte, dass das Kabinett diese Woche per Dekret eine nationale Pflicht zum Tragen von Coronaschutz-Masken erlassen werde. „Die Masken sind ein wesentliches Instrument, um der Verbreitung von Covid-19 entgegenzuwirken“, sagte der Minister vor der Abgeordnetenkammer in Rom. Die Pflicht, in dem Mittelmeerland außer Haus grundsätzlich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, könnte noch diese Woche starten.
Das Kabinett wolle den Erlass voraussichtlich am Mittwoch fertigstellen. Außerdem müssten Menschenansammlungen dringend vermieden werden. Rom werde die Kontrollen dabei verschärfen, kündigte er an. Nach Angaben Speranzas lagen die Corona-Zahlen in Italien zuletzt bei 45 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen.

Corona Zahlen Italien: So viele Neuinfektionen gibt es

Nach Angaben des Dashboards der Johns Hopkins Universität in den USA gehört Italien zu den am meisten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Nur Spanien, Frankreich und Großbritannien haben mehr Infizierte.
So sehen die Zahlen im Detail aus (Stand 7.10., 18:46 Uhr):
  • Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie: 333.940
  • Zahl der Neuinfektionen: 3678
  • Zahl der Toten: 36.061
  • Zahl der Genesenen: 235.303
  • Quelle: Corriere della Sera
Die Zahl der Neuinfektionen in Italien steigt wieder an.
Die Zahl der Neuinfektionen in Italien steigt wieder an.
© Foto: Screenshot Dashboard JHU

Bischof von Caserta an Corona gestorben

Am Wochenende war unterdessen erstmals ein Diözesanbischof an Corona gestorben. Giovanni D'Alise (72), der Oberhirte von Caserta in Kampanien, erlitt infolge von Covid-19 einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Er starb in einem Krankenhaus. Laut Medienberichten zufolge hing die Ansteckung wahrscheinlich mit seinem Einsatz als Seelsorger zusammen. Nach dem Tod des Bischofs gab es große Anteilnahme aus der Bevölkerung.