Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab Samstag, 17. Oktober, zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Neue Risikogebiete in Frankreich, Italien der Schweiz und Holland

Dazu zählen acht Regionen der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.
Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle neuen Risikogebiete auch eine Reisewarnung ausspricht. Mit der Aufnahme von fünf Regionen in Polen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf die Risikoliste wird ab Samstag keines der neun Nachbarländer Deutschlands mehr ohne Risikogebiet sein. Die polnischen Grenzgebiete bleiben allerdings noch verschont.

Korsika und Grand Est mit Straßburg gelten als Risikogebiete

In Frankreich werden das Grenzgebiet Grand Est und Korsika auf die Risikoliste gesetzt – dies nur etwa eine Woche, nachdem man die Mittelmeerinsel für unbedenklich erklärt hatte. Damit wird der europäische Teil Frankreichs komplett betroffen sein. Von den fünf Übersee-Departements ist ab Samstag nur noch die Insel Mayotte im Indischen Ozean „risikofrei“. In den Niederlanden wird Zeeland an der Nordsee als letzte Provinz zum Risikogebiet.

Südtirol nicht unter Risikogebieten in Italien, Extrawurst für Österreich?

Mit Italien wird nun auch das zweitbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien zumindest teilweise auf die Risikoliste gesetzt. In Ligurien und Kampanien trifft es zwei sehr gefragte Touristenziele: Das süditalienische Kampanien mit Neapel, der Amalfiküste und den Inseln Capri und Ischia sowie die nordwestliche Küstenregion Ligurien um Genua. Südtirol bleibt hingegen ausgenommen. Für Österreich wurden trotz exorbitant steigender Corona-Zahlen bis 15. Oktober vorerst ebenfalls keine neuen Risikogebiete definiert.
Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den deutschen Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt inzwischen für rund 130 Länder ganz und für mehr als ein Dutzend teilweise. Für etwa 40 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU.

Quarantäne-Regeln werden am 8. November geändert

Die Ausweisung zum Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.
Die Quarantäneregeln sollen erst am 8. November geändert werden. Dann gilt eine zehntägige Quarantäne, und man wird sich erst am fünften Tag nach Rückkehr davon „freitesten“ lassen können. Im Übrigen wird auf EU-Ebene auch eine neue Corona-Ampel eingeführt, um Reisewarnungen besser unter den Mitgliedsstaaten abzustimmen.