• Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland seit Monaten.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die aktuellen Fallzahlen für Freitag, den 6.11.2020, veröffentlicht.
  • Die Zahl der Neuinfektionen hat heute einen neuen Höchstwert erreicht.

Corona-Tests Deutschland: Geänderte Kriterien um Labore zu entlasten

Um die medizinischen Labore bei der Corona-Test-Auswertung zu entlasten wurden die Kriterien für die Tests jetzt geändert. Viele der Labore in Deutschland arbeiten bereits am Limit. Der neue Fokus bei der Vergabe von Corona-Tests soll nun auf zwei Faktoren gelegt werden:
  • Das Auftreten von Corona-typischen Symptomen
  • Die schwere der Symptome
Man sei überzeugt, dass die aufgebauten Kapazitäten mit dem nun gewählten Fokus auf medizinisch begründete Tests ausreichen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Jan Kramer, gegenüber der dpa. Damit dies gelingt, müssen Ärzte jedoch die Empfehlungen des Robert-Koch-Institus einhalten. „Was wir nicht schaffen können in den medizinischen Laboren, ist, wenn jegliche Erkältungssymptomatik abgeklärt wird“, sagte der Internist und Laborarzt. Kramer schilderte, dass Tests gemäß RKI-Empfehlung etwa in folgenden Fällen angezeigt seien:
  • Akute Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Atemnot
  • Fieber
  • Störung von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Bei Symptomen nach direktem Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall
  • Bei akuter Verschlechterung des Krankheitsbildes
  • Akute Atemwegsprobleme bei Risikogruppen
  • Symptome bei Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und in der Pflege arbeiten

Corona RKI-Zahlen Deutschland: Neue Fallzahlen am 6.11.2020

Kann der neue „Lockdown light“ die Infektions-Kurve glätten und Covid-19-Erkrankungen verhindern, wie hoch sind die neuen Corona-Fallzahlen in Deutschland heute, am Freitag, 6.11.2020?
Die wichtigsten Fallzahlen des RKI-Dashboards - die Zahl der Neuinfektionen, der Inzidenzwert sowie die Zahl der Toten und Genesenen im Überblick:
  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag 21.506 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Am Donnerstag war mit knapp 20.000 Neuinfektionen binnen eines Tages ein neuer Rekord für Deutschland vermeldet worden.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 619.089 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 11.096. Das sind 166 mehr als am Vortag.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut dem RKI auf etwa 402.500.
  • Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen hat sich in den vergangenen zwei Wochen von 851 Patienten am 19.10.2020 auf 2243 Patienten am 2.11.2020 fast verdreifacht.
  • R-Wert: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut RKI-Einschätzungen für Deutschland am Freitag bei 0,79. Der Wert hatte zuvor bei 0,81 gelegen. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
  • Sieben-Tage-R-Wert: Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,93 (Vortag: 0,92). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.
Das RKI-Dashboard bietet neben den bundesweiten Fallzahlen auch einen Überblick über die Corona-Lage einzelner Bundesländer und Kreise.
Das RKI-Dashboard bietet neben den bundesweiten Fallzahlen auch einen Überblick über die Corona-Lage einzelner Bundesländer und Kreise.
© Foto: Screenshot RKI Dashboard

Corona-Hotspots in Deutschland: Hier sind die Fallzahlen besonders hoch

In Bayern und Baden-Württemberg liegen mittlerweile alle Städte und Kreise über dem kritischen Corona-Grenzwert. Das RKI-Dashboard weist alarmierend hohe Werte für diese beiden Bundesländer auf. In Bayern gibt es aktuell mehr als 100.000 nachgewiesene Covid19-Fälle. Damit ist Bayern nach Nordrhein-Westfalen das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Besonders stark betroffen ist hier die Stadt Augsburg mit einem 7-Tage-Inzidenzwert von über 350.
Auch in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche Corona-Hotspots. Aktuell liegen dort alle Kreise und Städte über dem kritischen Grenzwert von 50. So zum Beispiel auch die Stadt Karlsruhe mit einem Inzidenzwert von über 140.

„Lockdown light“ in Deutschland

Seit Montag gilt in Deutschland angesichts der steigenden Corona-Zahlen ein „Lockdown light“ - viele Gastronomie-Betriebe sind geschlossen bzw. dürfen nur noch außer Haus verkaufen, für Treffen in Gruppen - vor allem von Menschen mehrerer Haushalte - gibt es deutlich verschärfte Regeln, es wird gebeten, von nicht unbedingt notwendigen Reisen abzusehen. Die Corona-Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sind deutlich verschärft.
Und dennoch steigen die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland seit Ende des Sommers stets auf immer neue Rekordwerte - zuletzt am gestrigen Donnerstag, als das Robert-Koch-Institut (RKI), nachdem es am Mittwoch noch eine beträchtliche Datenpanne gegeben hatte, beinahe 20.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete.

Gesundheitsminister Jens Spahn über den „Lockdown light“

Aufgrund der enorm hohen Infektionszahlen in Deutschland, äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag im Bundestag zu den bundesweit geltenden Corona-Einschränkungen im November. Dies sei erneut „eine bittere Medizin.“ Um die Kurve wie auch breits während der ersten Corona-Welle abzuflachen, seien die Beschränkungen aber nötig. Es gelte nun, das Gesundheitssystem zu schützen. Wenn die Intensivstationen überfüllt seien, sei es zu spät.

Warnung vor exponentiellem Anstieg bei Corona

Die Intensivstationen füllen sich, Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einer exponentiellen Entwicklung. Tatsächlich mahnt Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), in der Bundespressekonferenz am Dienstag zum aktuellen Infektionsgeschehen: Anfang Oktober seien täglich zwischen 1000 und 4000 Fälle übermittelt worden. Einen Monat später seien es im Schnitt 15.000 Fälle. Er warnte: „Wenn das genauso weiterginge, hätten wir bis Weihnachten über 400.000 gemeldete Neuinfektionen pro Tag.“

Bundestag berät über neues Infektionsschutzgesetz

Der Bundestag berät am Freitag (09.00 Uhr) über die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Damit sollen die von den Ländern verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie künftig besser vor den Gerichten Bestand haben. Dafür wird in das Gesetz eine Reihe konkreter Maßnahmen aufgenommen, wie Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht oder die Schließung von Restaurants. Auch mögliche Beschränkungen für Freizeit- und Kulturveranstaltungen sind vorgesehen.
Beschlossen werden soll die Gesetzesreform Mitte November. Die bisherige Fassung galt als zu wenig konkret, sie ist nicht für eine bundesweite Pandemie ausgelegt. Auf Antrag der Linken diskutiert das Parlament zudem über die Corona-Überbrückungshilfen. Auf der Tagesordnung steht außerdem der zweite Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit.

Corona Dänemark: Mutiertes Corona-Virus in Jütland

In Dänemark soll sich eine mutierte Version des Coronavirus unter Nerzen verbreitet und auf den Menschen übertragen haben. Bei zwölf Menschen wurde bereits eine Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Betroffen ist die nördliche Region Jütland. Dort gilt nun ein Reiseverbot. 280.000 Menschen sollten dort die Region nicht verlassen, um eine weitere Ausbreitung des mutierten Erregers zu vermeiden.
Aktuell werden in Dänemark offenbar alle Nerze getötet, um mögliche Folgen für die Impfstoffentwicklung zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Millionen von Tieren.