• Der Lockdown wurde verschärft, beispielsweise gilt beim Einkaufen und im ÖPNV bundesweit die FFP2-Maskenpflicht.
  • Der Verwaltungsgerichtshof hat unterdessen - unabhängig vom Gipfel - das Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt.
Nach langen, zähen Beratungen ist der Corona-Gipfel am späten Dienstagabend abgeschlossen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs haben Folgendes beschlossen:

Die Beschlüsse des Corona-Gipfels im Überblick

  • Lockdown-Verlängerung bis 14.2.2021
  • Treffen: Kontaktbeschränkung weiterhin auf eine Person reduziert. Möglichst wenig Kontakte.
  • Maskenpflicht: Keine Tücher, nur noch medizinische Masken beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • ÖPNV: In den Stoßzeiten sollen mehr Fahrzeuge zum Einsatz kommen
  • Schule und Kita bleiben bis 14. Februar geschlossen
  • Homeoffice: Arbeitgeber werden verpflichtet, überall Homeoffice zu ermöglichen, wo es möglich ist
  • Risikogruppe: Mehr Schutz für Pflegeheime und Altenheime
  • Kirche: Strengere Regeln für Gottesdienst

Wann kommen die neuen Corona-Regeln?

Der bayerische Landtag will die Verlängerung erst in der kommenden Woche in seiner turnusmäßigen Sitzung diskutieren. Durch die Entscheidungen von Bund und Ländern würden sich für Bayern keine Änderungen hinsichtlich der Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergeben, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch in München. Daher genüge es, wenn über die neue Verordnung erst am 27. Januar und damit vor in Kraft treten der neuen Verordnung am 1. Februar beraten werde.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte die Beschlüsse insbesondere mit der großen Befürchtung, dass sich die Corona-Mutation auch hierzulande durchsetzen könnte. Ein mutierendes Virus, dass sich schneller verbreite, sei nicht nur hochgefährlich, sondern es sei auch wahrscheinlich, dass es sich stärker verbreite, sagte er. Der Lockdown helfe aber, die Verbreitung generell zu bremsen. Aufgabe der Politik sei es zu verhindern, eine stärkere Verbreitung durch die Virusmutation „B.1.1.7“ zu verhindern.

Aktuelle Corona Regeln Bayern: Diese Lockdown Regeln gelten aktuell

Lang ist die Liste mit den Corona Regeln in Bayern. Das gilt aktuell im Freistaat:
  • 15-km-Regel: In Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 sind Ausflüge über einen Radius von 15 Kilometern vom Wohnort verboten.
  • Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Eine Notbetreuung ist eingerichtet
  • Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht für Busse, Bahnen und Geschäfte. Diese gilt ab einem Alter von 15 Jahren.
  • Ausgangssperre: Es gelten Ausgangsbeschränkungen. Die Wohnung darf tagsüber nur noch aus triftigen gründen verlassen werden. Dazu zählen: Sport, Spaziergänge, Treffen mit Freunden und der Einkauf.
  • Nächtliche Ausgangssperre: Zwischen 21 und 5 Uhr wird die Ausgangssperre ausgeweitet.
  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen.
  • Restaurants dürfen Essen lediglich zum Mitnehmen anbieten.
  • Der Einzelhandel ist für den Publikumsverkehr geschlossen. „Click und Collect“ ist aber erlaubt.

FFP2-Maske: Wo gilt die FFP2-Maskenpflicht?

Das bayerische Kabinett hatte die FFP2-Maskenpflicht als erstes Bundesland bereits am Dienstag beschlossen. Vom kommenden Montag an sind damit einfache Community-Masken und einfacher medizinischer Mund-Nasen-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften im Freistaat verboten. Oberstes Ziel ist ein noch höherer Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus. In der ersten Woche sollen allerdings noch keine Sanktionen und Bußgelder verhängt werden, sondern erst vom 25. Januar an - Söder sprach von einer „Kulanzwoche“. Die Höhe des Bußgeldes war zunächst noch offen.
Das bayerische Gesundheitsministerium hat mit der Verteilung von 2,5 Millionen FFP2-Masken an die Landkreise und kreisfreien Städte begonnen. Das Technische Hilfswerk brachte die Schutzmasken am Dienstag aus dem Pandemiezentrallager der Staatsregierung in alle Teile des Freistaats, wie das Ministerium mitteilte. Nun sollen die Masken laut „so rasch wie möglich“ an die Bedürftigen ausgegeben werden.
Wie die Kreisverwaltungsbehörden dabei vorgehen, bleibt ihnen überlassen, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Sie können die Masken zum Beispiel über die Gemeinden verteilen lassen oder direkt an die Bedürftigen schicken. „Das Wichtigste ist, dass alle Menschen schnell die Schutzausrüstung bekommen, die sie brauchen“, betone der Minister. Er gehe davon aus, dass sie spätestens kommenden Montag an Mann und Frau gebracht sind.

Keine Home-Office-Pflicht in Bayern - dafür aber Anreize

Veränderungen mit sich bringen dürfte aber die Forderung von Bund und Ländern an alle Arbeitgeber, künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort zu ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Diese Regelung soll bis zum 15. März gelten. „Wo immer es geht, muss Homeoffice her“, sagte Söder. Zwar solle dadurch nicht die betriebliche Praxis kaputt gemacht werden. Hier sei es ein gutes Signal, dass auch mit steuerlichen Anreizen, die Attraktivität von Homeoffice verbessert werde. „Wir wollen das steuerlich fördern und begünstigen“, sagte Söder nach Beratungen mit Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern am Mittwoch in München. Eine gesetzlich festgeschriebene Quote sei aber nicht nötig. Lob kam dazu von der bayerischen Wirtschaft, Kritik von den Grünen.
Söder kündigte an, der Freistaat werde als größter Arbeitgeber in Bayern einen Anspruch auf Homeoffice einführen, wo immer dies möglich sei. Das gelte für rund 50 Prozent der Arbeitsplätze, sagte Söder. „Damit verbessern wir als öffentlicher Arbeitgeber noch einmal deutlich die Situation.“

Ausgangssperre Bayern

Frankreich hat bereits eine drastischer nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr beschlossen. Bisher gilt in Bayern die Ausgangssperre nachts zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. In Baden-Württemberg beginnt sie bereits um 20 Uhr. Ob die Ausgangssperre in Bayern verlängert wird, ist noch unklar.

Schulen in Distanzunterricht: Wann öffnen Schulen und Kitas in Bayern?

Distanzunterricht heißt das Gebot der Stunde in Bayerns Schulen. Seit dem Ende der Ferien lernen Schüler dort zu Hause. Der Unterricht soll bis mindestens Ende Januar nicht im Klassenraum, sondern zu Hause stattfinden. Auch Kitas sind geschlossen. Eine Notbetreuung ist aber eingerichtet.

Bewegungseinschränkungen in Hotspots: Bayern setzt „15-Kilometer-Regel“ um

Anders als in Baden-Württemberg gilt die „15-Kilometer-Regel“ in Hotspots in Bayern. Das heißt Menschen, die in Städten oder Kreisen mit einer Inzidenz über 200 leben, dürfen sich in Bayern nur in einem Radius von 15 Kilometern bewegen. Das soll eine Überfüllung von Ausflugszielen verhindern. Es gelten allerdings Ausnahmen für die Fahrt zum Arzt, zur Arbeit oder den Besuch bei einem Partner.

Corona Impfung Bayern: Wie hoch ist die Impfquote?

Die Impfungen in Deutschland sind gestartet. Auch in Bayern kann man sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Alle Informationen zu Termin, Anmeldung und Ablauf der Impfung hat das Gesundheitsministerium in Bayern online zusammengestellt.
Den Fortschritt der Impfungen in Deutschland und die Impfquote der Bundesländer meldet das RKI. Bayern wies demnach am 20.1. eine Impfquote von 1,7 Prozent auf.