Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Sögel im Kreis Emsland steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus rasant an. Der Kreis ist gefährlich nah am Grenzwert.

Landkreis Emsland Corona: So hoch ist die 7-Tage-Inzidenz nach dem Ausbruch in Sögel

Nach den Infektionen in einem Schlachtbetrieb der Tönnies-Gruppe sind die Corona-Zahlen im Kreis Emsland rapide gestiegen. Nach Informationen des NDR lag der 7-Tage-Inzidenz-Wert am Dienstag bei knapp 47. Ab einem Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage, müssen Maßnahmen ergriffen werden. Das Robert Koch-Institut in Berlin meldete am Donnerstag (Stand 8.10, 0:00 Uhr) eine 7-Tage-Inzidenz von 48,9. Damit könnte das Emsland nach Vechta und Cloppenburg zum nächsten Corona-Hotpost in Niedersachsen werden.

Corona Zahlen Emsland: So hoch sind die Fallzahlen laut Landratsamt

Der Landkreis gibt auf seiner Internetseite die aktuellen Zahlen für die Gemeinden im Landkreis an.
So sehen die Zahlen im Detail aus (Stand 7.10., 8:30 Uhr):
  • Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie: 905
  • Zahl der aktiven Fälle: 173
  • Zahl der Genesenen: 707
  • Zahl der Verstorbenen: 25

Corona Zahlen Emsland: So viele Neuinfektionen gibt es laut RKI

Das RKI meldet die Fallzahlen der Bundesländer und Landkreise in einem Dashboard. Diese unterscheiden sich aufgrund von Verzögerungen bei der Meldung von denen des Landratsamtes.
So hoch sind die Zahlen (Stand 8.10, 0.00 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 917
  • Zahl der Neuinfektionen: 37
  • Zahl der Toten: 25
  • 7-Tage-Inzidenz: 48,9

Tönnies wehrt sich gegen vorübergehende Schließung von Schlachthof im Emsland

Der wegen mehrerer Corona-Ausbrüche in die Schlagzeilen geratene Fleischkonzern Tönnies hat sich gegen die vorübergehende Schließung seines Standorts im Emsland gewehrt. Es sei eine einstweilige Verfügung gegen die Entscheidung des Landkreises beantragt worden, teilte der zu Tönnies gehörende Schlachthof Weidemark am Mittwoch mit. An dem Standort waren nach Angaben des Landkreises 112 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.
"Die Schließungsverfügung heute zu erlassen, ist für uns nicht verhältnismäßig", erklärte Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf. Die Lage der Schweinebauern würde sich durch die vorübergehende Schließung des Schlachthofs in Sögel dramatisch zuspitzen.
In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen außerdem zahlreiche Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen, wie beispielsweise tägliche Corona-Tests für die Mitarbeiter. Nach Angaben des Unternehmens sank die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag auf sieben.

Diese Regel gelten jetzt in Sögel

Nachdem besonders in der Gemeinde Sögel die Corona-Zahlen nach einem Ausbruch in einem Schlachthof gestiegen waren. Am Mittwoch entfielen 69 der 173 aktiven Fälle im Landkreis auf die Gemeinde.
  • Es dürfen sich nur noch sechs Personen im öffentlichen wie im privaten Raum treffen. Diese Grenze gilt auch für Betriebe in Gaststätten pro Tisch.
  • Untersagt der Trainings- und Wettkampfbetrieb in Mannschafts- oder Kontaktsportarten sowie der Schulsport.
  • Für Veranstaltungen gibt es eine maximale Teilnehmerzahl von 100 Personen vor
  • Verbot des Ausschanks von Spirituosen ab 18.00 Uhr und von sonstigen alkoholischen Getränken ab 22.00 Uhr.
  • Die Kontaktbeschränkung beziehen sich nicht auf enge Familienangehörige oder ein Treffen von maximal zwei Hausständen. Zu den Ausnahmen gehören auch Hochzeiten oder Kommunionsfeiern, Taufen oder Beerdigungen.
  • Schüler und Lehrer müssen bis zu den Herbstferien auch während des Unterrichts Mund-Nasen-Schutz tragen.

Niedersachsen will doch Beherbergungsverbot für Urlauber aus Hotspots

Niedersachsen will nun doch ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Risikogebieten. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag im Landtag in Hannover. Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt. Viele andere Bundesländer wollen auch keine Touristen aus Corona-Risikogebieten mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen.
Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Maßgeblich sei das Datum der Einreise nach Niedersachsen, sagte Weil. Es solle vermieden werden, dass kurzfristig Aufenthalte abgebrochen werden müssen. Zudem könnten Touristen mit einem negativen Corona-Test doch in Niedersachsen Urlaub machen.