Im bayerischen Straubing ist am Dienstag eine weitere Studie des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung angelaufen. Rund 2000 Menschen sollen in den kommenden Wochen auf mögliche Antikörper getestet werden, wie Vertreter von Stadtverwaltung und RKI vor Journalisten berichteten. Die Untersuchung in Straubing ist Teil eines größeren Projekts zur Untersuchung örtlicher Infektionsdynamiken.
Insgesamt wird das Geschehen in vier unterschiedlichen Gemeinden untersucht, in denen es früher relativ starke Corona-Ausbrüche gab. Im bayerischen Bad Feilnbach und im baden-württembergischen Kupferzell sind die Studien bereits abgeschlossen, die Auswertung läuft. Ersten Erkenntnisse des RKI zufolge hatten in Kupferzell 7,7 Prozent der Bewohner positive Antikörpernachweise, also eine Infektion durchgemacht. In Bad Feilnbach waren es 6,6 Prozent.
Die Wissenschaftler wollen auch erforschen, wie hoch der Anteil der Infizierten ist, die Krankheitssymptome haben oder hatten. Die Studie sei wichtig, um die Krankheit besser zu verstehen, sagte Osamah Hamouda vom RKI. „Diese Pandemie ist bei Weitem noch nicht vorbei.“

Corona-Zahlen in Deutschland: So viele Neuinfektionen gibt es heute

Spanien, Italien, Frankreich: In vielen Ländern Europas steigen die Corona-Fallzahlen deutlich an. Wie lange bleibt die Situation in Deutschland noch relativ ruhig? Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das RKI am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Am Vortag waren 1499 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 253.474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand Mittwoch, 9.9.2020, 0.00 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 254.957 Infizierte. Das RKI berücksichtigt nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und aktualisiert seine Aufstellung einmal täglich.
  • Genesene: Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228.000 Menschen die Infektion überstanden.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag. Die JHU zählte 9336 Tote.

RKI-Zahlen zu Corona: So hoch liegt der R-Wert in Deutschland aktuell

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,10 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,98 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Corona-Zahlen in Deutschland: 32 Prozent der Neuinfizierten sollen sich im Ausland angesteckt haben

Aus den Daten des RKI-Lageberichts geht hervor, dass sich von den vom 31. August bis 6. September erfassten Infizierten, bei denen eine Angabe zum Infektionsland vorliegt, 32 Prozent wahrscheinlich im Ausland ansteckten. Auf vier Wochen betrachtet wurden Kroatien, der Kosovo, die Türkei, Bosnien und Herzegowina sowie Spanien als wahrscheinliche Infektionsländer am häufigsten genannt.

Informationen zu Bundesländern und Kreisen: Das RKI-Dashboard

Wer sich jenseits der Deutschland-Zahlen für die Entwicklung der Corona-Pandemie in seinem Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg - oder seinem Landkreis - beispielsweise ist der Stadtkreis Ulm gerade wieder an Vorwarnstufe - informieren möchte, kann das im Dashboard des RKI tun.
Das RKI hatte vor einigen Tagen herausgestellt, dass es bezüglich des Infektionsgeschehens deutliche regionale Unterschiede gibt, die sich unter anderem in einem West-Ost-Gefälle ausdrückten.
In seinem Dashbaord veröffentlicht das RKI aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus auf Bundesland- und Landkreis-Ebene.
In seinem Dashbaord veröffentlicht das RKI aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus auf Bundesland- und Landkreis-Ebene.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Corona-Zahlen weltweit: Die Coronavirus-Map der Johns-Hopkins-University

Die Corona-Krise ist eine globale. Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen in der Welt, ist in der Map, einer Weltkarte der Corona-Infektionen, der Johns-Hopkins-University, einsehbar.

Corona in Deutschland: Merkel stärkt Gesundheitsämter

Bundeskanzlerin Angela Merkel erneuerte das Versprechen, dass Bund und Länder die Gesundheitsämter mit einem milliardenschweren Paket stärken wollen. Es fehle an Personal und technischer Ausstattung.
Merkel tauschte sich bei der Konferenz mit leitendem Personal von Gesundheitsämtern und Gesundheitsdezernaten sowie mit Landrätinnen und Oberbürgermeistern über die Lage und die Zukunftsaussichten aus. Vertreter von Gesundheitsämtern der Städte Frankfurt am Main und Köln sowie der Kreise Gütersloh, Reutlingen und Soest stellten dabei ihre Verbesserungsideen vor.

Drei Städte in Bayern überschreiten weiter den Grenzwert für Einschränkungen

Auch am Mittwoch liegt die 7-Tage-Inzidenz in Landshut, Memmigen und Rosenheim in Bayern nach Angaben des RKI Dashboards (Stand 09.09.,0:00 Uhr) wieder über dem bundesweit geltenden Grenzwert für Einschränkungen von 50. Der Wert gibt an wie viele Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Rosenheim weißt mit 61,6 am Mittwoch den höchsten Wert der drei Städte auf, gefolgt von Memmingen mit 57 und Landshut mit 52,5. In allen drei Städten sind Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen worden.