Neuste Corona Regeln Bayern: Alkoholverbot und Ausgangssperre für Hotspots

Nachdem in Bayern schon ab Mittwoch strengere Corona-Regeln gelten, sind diese nun noch einmal verschärft worden. Nun ist der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt. Bisher galt das nur für belebte Plätze.
Zusätzlich verschärft Bayern die Ausgangsbeschränkungen für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von über 200. Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung ist dort zwischen 21 und 5 Uhr untersagt. Früher hieß es „eigene Wohnung“ diese Einschränkung ist zurückgenommen.
Glühweinstände dürfen nun in Bayern ihre alkoholischen Heißgetränke nicht mehr verkaufen.
Glühweinstände dürfen nun in Bayern ihre alkoholischen Heißgetränke nicht mehr verkaufen.
© Foto: Moritz Frankenberg/DPA

Kita Schließung Bayern: Landkreis Regen ergreift drastische Maßnahmen

Im niederbayerischen Landkreis Regen schließen alle Kitas und bald auch die meisten Läden. Der Landkreis hat mit einer Inzidenz von 574,9 die höchste in Deutschland.
Werden die Kitas in ganz Bayern geschlossen? Erklärtes Ziel der Staatsregierung sei es , dass trotz der aktuellen pandemischen Lage die Kindertageseinrichtungen grundsätzlich offen bleiben, heißt es auf der Seite des Sozialministeriums von Bayern. Ob Kitas und Schulen vor den Weihnachtsferien doch geschlossen werden, diskutieren Bund und Länder am Sonntag bei einem Corona-Gipfel.

Corona Regeln Bayern: Freistaat kämpft mit hohen Infektionszahlen

Während der ersten Corona-Infektionswelle galt Bayern als ein Musterschüler im Land im Kampf gegen das Coronavirus. Die strengen Regeln wirkten, die Zahlen gingen nach unten. Doch inzwischen kämpft auch der Freistaat mit gleich hoch bleibenden Infektionszahlen, das Bundesland zählt zu den Corona-Hotspots in Deutschland. Am Sonntag verkündete Bayern Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz daher die Verschärfung der Corona-Maßnahmen.
Die strengen Corona-Regeln sind am Mittwoch, 9. Dezember, in Kraft getreten. Ein Überblick:

Kontaktbeschränkungen: Wie viele Menschen dürfen zusammen kommen?

In Bayern darf man sich nur mit Personen seines eigenen Hausstandes und Personen eines weiteren Hausstandes treffen. Die Anzahl darf dabei fünf Personen insgesamt nicht überschreiten. Kinder unter 14 Jahren, die zu einem der Haushalte gehören, sind hiervor ausgenommen. Diese Regel gilt sowohl im privaten Bereich als auch im öffentlichen.
Diese Regelung gilt nicht für berufliche und dienstliche Ausübungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, bei denen das Zusammenwirken mehrerer Menschen erforderlich ist.

Wo gelten Ausgangsbeschränkungen?

Landesweit gilt in Bayern ab dem 9. Dezember eine Ausgangsbeschränkung. Die Wohnung darf nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden.
Dazu zählen:
  • zur Arbeit, Schule oder Universität gehen
  • einkaufen
  • Begleitung von Angehörigen, die unterstützt werden müssen
  • medizinische Notfälle
  • Sport an der frischen Luft
  • Gassi gehen mit dem Hund
  • Besuch des Lebenspartners/der Lebenspartnerin
Eine vollständige Aufzählung aller Gründe ist auf der Seite des Bayrischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege aufgelistet

Corona Ausgangssperre Bayern: Wo gibt es Ausgangssperren?

Eine sogenannte „erweiterte Ausgangssperre“ gilt in Landkreisen und kreisfreien Städten, deren Inzidenz über 200 liegt. Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr darf man die Wohnung nur noch verlassen, wenn folgende Gründe vorliegen:
  • Ausübung des Berufs
  • medizinische Notfälle (sowohl bei Menschen als auch bei Tieren)
  • Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts
  • Begleitung von Angehörigen, die unterstützt werden müssen
  • Begleitung Sterbender
  • andere ähnlich gewichtige Gründe

Corona Regeln Weihnachten: Was ist mit Weihnachten und Silvester?

Vom 23. bis 26. Dezember werden die Kontaktbeschränkungen gelockert: In diesem Zeitraum dürfen sich Menschen aus dem eigenen Haushalt und weitere Menschen treffen, sofern eine Gesamtzahl von zehn Personen nicht überschritten wird (Kinder unter 14 Jahren, die zu einem der Haushalte gehören, sind bei der Gesamtzahl ausgenommen). An den Weihnachtsagen (24. bis 26. Dezember) dürfen die Christmetten und Gottesdienste besucht werden, auch wenn Ausgangsbeschränkungen und Ausgangssperren gelten. Diese gelten als triftiger Grund zum Verlassen des Hauses.
Für die Zeit ab dem 27. Dezember 2020 und damit ausdrücklich auch für Silvester und Neujahr gelten dagegen keine Sonderregelungen.
Wie aus Regierungskreisen bekannt wurde, soll über Weihnachten auch der Einzelhandel geschlossen werden. „Wir müssen Kontakte reduzieren und die Kontakte, die wir reduzieren, sind auch bei den Geschäften“, sagte Söder am Dienstag, 8.12.

Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Ab 9. Dezember gilt:
  • Jede Bewohnerin/Bewohner darf höchsten einen Besucher pro Tag empfangen
  • Besucherinnen und Besucher dürfen nur in die Einrichtung, wenn sie einen aktuellen negativen Coronatest nachweisen können
  • Beim Besuch muss eine FFP2-Maske getragen werden
  • Alle Beschäftigten der Einrichtungen haben sich in regelmäßigen Abständen, mindestens zweimal wöchentlich, einem Coronatest zu unterziehen.

Veranstaltungen, Gottesdienste, Messen und Tagungen

  • Veranstaltungen, Versammlungen und Feier jeder Art sind derzeit untersagt, unabhängig von der Anzahl der Personen.
  • Erlaubt sind nur Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes unter freiem Himmel unter Einhaltung der Hygieneregeln.
  • Öffentlich zugängliche Kirchen, Synagogen oder Moscheen, sowie Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften dürfen besucht werden, sofern die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden.
  • Tagungen oder Messen sind nicht erlaubt.

Hochschulen und Schulen in Bayern: Diese Maßnahmen gelten

Während es an Schulen zum Teil noch Präsenzunterricht gibt, sind Veranstaltungen und Vorlesungen jeder Art an Hochschulen derzeit nicht erlaubt. Ausgenommen sind praktische oder künstlerische Veranstaltungen, die für die Ausbildung erforderlich sind und entsprechende Räume erfordern.
Das gilt für die Schulen im Freistaat:
  • Von der 1. bis zur 7. Jahrgangsstufe wird an allen Schulen und in den Förderschulen sowie in FOS/BOS der Präsenzunterricht beibehalten.
  • Ab der Jahrgangsstufe 8 gibt es Wechselunterricht. Ausnahmen gibt es für das letzte Schuljahr der jeweiligen Schulart.
  • Distanzunterricht gilt an allen beruflichen Schulen. Dies gilt ebenfalls in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von mehr als 200 ab Jahrgangsstufe 8.

Corona Lockdown Deutschland: Kanzlerin Merkel fordert harten Lockdown

In einer emotionalen Rede während der Generaldebatte im Bundestag hat Kanzlerin Angela Merkel einen erneuten harten Lockdown für ganz Deutschland gefordert. Schulen und Kitas sollten schließen und auch der Einzelhandel soll nach Willen der Kanzlerin teilweise geschlossen werden. Auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder sprach sich für einen harten Lockdown bis 10. Januar aus.