Nachts steht Baden-Württemberg derzeit still. Wegen der Corona-Pandemie dürfen Bürger ihre Wohnungen nach 20 Uhr nicht  mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Zu triftigen Gründen zählen:
  • Ausübung beruflicher Tätigkeiten einschließlich der Teilnahme ehrenamtlich tätiger Personen an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst.
  • Inanspruchnahme medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Leistungen.
  • Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen.
  • Begleitung Sterbender und von Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen.
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren.
  • Der Besuch von Schulen, Kindertagesstätten und beruflichen sowie dienstlichen Bildungsangeboten.
  • Der Besuch von Veranstaltungen des Studienbetriebs.
  • Besuch von religiösen Veranstaltungen.
  • Ansammlungen die der Aufrechterhaltung des Arbeits-, Dienst- oder Geschäftsbetriebs, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der sozialen Fürsorge dienen.

Ausgangssperre in BW - Kontaktbeschränkungen kommen wahrscheinlich hinzu

Die Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg werden offenbar auch nach dem Corona-Gipfel am 5.1. bestehen bleiben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich vor den Bund-Länder-Beratungen für noch schärfere Kontaktbeschränkungen bis Ende Januar starkgemacht. Am Dienstagabend sagte er auf einer Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel: „Wir sind noch nicht über den Berg. Es liegt noch eine schwierige Strecke vor uns, wahrscheinlich die schwierigste der Pandemie.“
Es geht darum, wie beim Lockdown im Frühjahr private Zusammenkünfte auf einen Haushalt plus eine nicht im Haushalt lebende Person zu beschränken. „Das würde von uns befürwortet“, hieß es in Regierungskreisen in Stuttgart zu einem Beschlussentwurf für den Corona-Gipfel.
Die Unions-geführten Länder sind dem Vernehmen nach bereits dafür, aber ob sich die gesamte Runde darauf einigt, war zunächst nicht klar.

Corona-Hotspots - Jenseits eines Radius von 15 Kilometern Bewegungsverbot

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass in Hotspots auch der Bewegungsradius eingeschränkt werden soll im Sinne einer „Stay-at-Home-“-Anordnung. Diese Bewegungseinschränkung soll für einen Radius von 15 Kilometer um den Wohnort herum gelten. Als so genannte Hotspots gelten aktuell Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 Infektionen pro 1000.000 Einwohner binnen 7 Tagen.
Baden-Württembergs Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa dazu im Vorfeld, er halte diese Ausgangsbeschränkungen für „notwendig, um das diffuse Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“. Er fügte hinzu: „Das ist auch verhältnismäßig, da somit das Virus in den stark belasteten Gebieten deutlich eingedämmt werden kann und Sport, Wandern und Radfahren ja im Umkreis von 15 Kilometern möglich ist.“

Private Kontakte: Wegen Corona Treffen nur noch mit einer weiteren Person erlaubt?

In Erweiterung der bestehenden Beschlüsse sollen private Zusammenkünfte in Deutschland wie schon im Frühjahr 2020 beim ersten Lockdown nur noch alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt sein. Das sah die Beschlussvorlage vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern vor. Diese Regelung wird nicht wie die Bewegungseinschränkung an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) etwa befürwortete die Regel zu privaten Zusammenkünften: „Das würde von uns befürwortet“, sagte er. Bisher gilt: Es sind Treffen mit einem anderen Haushalt, aber mit maximal fünf Personen erlaubt. Das sei innerhalb der Länder „konsensfähig“, berichtet unter anderem „Zeit Online“ unter Berufung auf die Nachrichtenseite „Business Insider“ unter Berufung auf einen Teilnehmer der Vorbesprechung.

„Click & Collect“ in Baden-Württemberg wieder erlaubt

Es war kurz vor Weihnachten ein Schock für den Handel in Baden-Württemberg. Die Landesregierung untersagte Abhol-Angebote wie „Click & Collect“, um „lange Schlangen in der Innenstadt zu vermeiden.“ Nun atmen viele Ladeninhaber auf: Am 5. Januar hat ein Regierungssprecher bekanntgegeben, dass Abhol-Stationen wieder erlaubt werden sollen.

Neuinfektionen, Tote und Inzidenz: RKI & JHU melden Corona Zahlen in Deutschland am Dienstag, 5.1.21

Die niedrigen Corona-Zahlen sind nach der Zeit zwischen den Jahren mit Vorsicht zu genießen. Das liegt laut RKI daran, dass während der Feiertage über Weihnachten und Neujahr ebenso wie an Wochenenden unterschiedlich viel getestet und übermittelt wird. Doch wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Dienstag, 5.1.21?
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 12.917 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 123.353 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.787.410 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 35.518 Personen. Das sind 944 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 759 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, ein neuer Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.424.700 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,85 (Vortag: 0,91) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 134,7. Gestern war ein Wert von 139,4 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.