Aus 100 Bücher, die man lesen sollte: Hoffnungsvolle Geschichten auf ein besseres Leben

Sehnsucht, Schwäche, Scham, Begierde, Scheitern, Erfolg – sie alle tragen die Hoffnung mit sich.
StockSnap/PixabayEine Liste von 100 Büchern, die man gelesen haben sollte. Ausgewählt von Literaten, Literaturkritikern und Redakteuren der Zeit. Der wichtigste Aspekt für die Wahl? Die Bücher gelten als besonders bewahrenswert für unsere Gegenwart.
Wir haben die Bücherliste in Kategorien unterteilt, zeitlich nach den jeweiligen Erscheinungsjahren sortiert und mit kurzen Inhaltsangaben versehen. In diesem Artikel finden Sie Bücher, die wir unter der Kategorie Hoffnung verorten.
Die Vegetarierin von Han Kang (2007)
Es beginnt mit der Entscheidung und Rebellion einer südkoreanischen Frau, Vegetarierin zu werden. In immer groteskeren Ausmaßen führt die kafkaeske Geschichte durch drei Akte voller Scham, Begierde, Macht, Obsession und Scheitern — gefangen im eigenen Leib.
Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann (2005)
In einem philosophischen Abenteuerroman beschreibt der Autor das Leben zweier Genies der Nachkriegszeit: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Eine Geschichte voller Sehnsüchte, Schwächen, Größe, Scheitern, Erfolg — und viel Humor.
Harry Potter von J. K. Rowling (1997—2000)
Bekannte Kinder– und Jugendromanreihe, in der die titelgebende Figur Harry Potter an seinem elften Geburtstag von seiner magischen Herkunft erfährt und fortan als Schüler im britischen Zauberinternat Hogwarts lebt.
Die Chroniken des Aufziehvogels von Haruki Murakami (1994 — 1995)
Ein 30–jähriger Mann aus Tokio hat eine Lebenskrise und wird plötzlich mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und erotischen Realitäten konfrontiert. Eine Erkundung des Seelenlebens der Menschen in der globalisierten Welt beginnt.
Menschenkind von Toni Morrison (1987)
Auf der Flucht aus der Sklaverei verliert die Protagonistin ihren und Mann und begräbt ihr kleines Kind. Sie versucht ihr Leben zu leben, doch der Geist des Kindes lässt sie nicht los. Eine Geschichte über einen schmerzhaften Heilungsprozess.
Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren (1981)
Eine Geschichte über ein empathisches Mädchen, das gerecht, herausfordernd und mutig ist — und sagt, was falsch ist, auch wenn es zu Konflikten mit ihren Liebsten führt.
Der talentierte Mister Ripley von Patricia Highsmith (1955)
Ein junger Mann träumt vom unbeschwerten Dolce Vita. Doch niemand ahnt, wie weit er gehen wird, um Teil dieses Lebens zu sein. Ein Verbrecher aus Leidenschaft für das gute und teure Leben.
Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway (1952)
Sparsam schildert der Autor einen einsamen, dreitägigen Kampf eines vom Glück verlassenen alten Fischers mit einem großen Fisch. Der Fischer sammelt alle Kräfte, alle Erfahrungen und alles Geschick — und gewinnt den Kampf. Doch dann kommen die Haie.
Nahe dem wilden Herzen von Clarice Lispector (1944)
In ihrem autobiografisch geprägten Roman rekapituliert die Autorin aus Sicht einer mittelmäßig glücklich verheirateten jungen Frau die eigenen Kindheits– und Jugendjahre in Brasilien. Es porträtiert die unstillbare Sehnsucht „nahem dem wilden Herzen des Lebens zu sein“, wie es im titelgebenden Zitat heißt.
Das kunstseidene Mädchen von Irmgard Keun (1932)
Im Berlin der 1930er hat ein 18–jähriges Mädchen nur ein Ziel: reich, berühmt und beliebt werden. Doch der gesellschaftliche Aufstieg stellt sich schwieriger heraus als gedacht.
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust (1913—1927)
Der Ich–Erzähler leidet unter einer Schreibblockade und vergeudet als Snob sein Leben. Dabei verstrickt er sich in Liebesaffären und krankhafter Eifersucht, macht Erfahrungen mit Antisemitismus und Homosexualität. Für die Ausführungen des Autors braucht es einen langen Atem — doch es lohnt sich.
Erzählungen von Franz Kafka (1908 — 1924)
In andere Zustände, in Tiere, in Dinge schlüpfen — mit ihnen reisen und so Orte erreichen, an denen noch kein anderer war. Für all diejenigen, die respektvoll Kafkas Romane bisher umgangen haben: Erzählungen ist der perfekte Einstieg, denn hier erwarten „Lotsen, Boten und Führer“, die in Kafkas Welt an die Hand nehmen.
Middlemarch von George Eliot (1871 — 1872)
Die Grenzen des Dorfes als die Grenzen der Welt akzeptieren — das wollen die beiden Protagonisten nicht, denn Neugier ist Pflicht. Der berühmteste Roman einer Autorin, die unter einem männlichen Pseudonym schrieb, um wahrgenommen zu werden.
Moby–Dick von Herman Melville (1851)
Die Geschichte des weißen Wals und seines von Hass getriebenen, zu allem entschlossenen Jägers Kapitän Ahab. Ein Kampf gegen die Bestie, gegen das Böse und gegen das Schicksal.
Lenz von Georg Büchner (1839)
Ein Schriftsteller, der dem städtischen Alltag entflieht, um gesundheitliche Besserung zu erlangen. Bereits in früheren Jahrhunderten wurde die mentale Gesundheit vernachlässigt, weil der Alltag dafür keinen Platz ließ, damit setzte sich der Autor auseinander. Das Werk beruht auf dem Leben des realen Schriftstellers Jakob M. R. Lenz.
Anton Reiser von Karl Philipp Moritz (1785 — 1790)
Der erste psychologische Roman der deutschen Literatur erzählt von einer Selbstbefreiung aus pädagogischen Zwängen, die zur Anerkennung eines angehenden Poeten, Predigers und Schauspielers führt.
Das Decamerone von Giovanni Boccaccio (1349 — 1353)
Zehn junge Menschen fliehen vor der Pest aus Florenz. In zehn Tagen erzählen sie sich Geschichten von teils ernsten, besinnlichen, lehrhaften, frivolen und erotischen Inhalts.
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Nichts zeichnet das geistige und moralische Klima der menschlichen Vergangenheit so klar wie die Geschichte. Vierzehn Bücher, die durch die verlorene Zeit führen.
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Sie gilt als die hohe Kunst der Sprache: die Satire. Oft hochpolitisch, scharf analysiert, ein wenig Salz in die Wunde — aber immer mit viel Humor.
