Aus 100 Bücher, die man lesen sollte: Starke Bücher über verworrene Familien

Diese Bücher schildern das Leben von elf Familien und ihren Träumen und Hoffnungen, ihren Schicksalen und ihrem Leid.
Birgit Böllinger/PixabayBücher sind das Tor zu Welt. Diesen versprochenen Ausblick nahm sich die Wochenzeitung „die Zeit“ zu Herzen und veröffentlichte Ende 2023 einen Literaturkanon mit 100 tiefsinnigen, unterhaltenden, aber auch schöngeistigen Büchern.
Die Liste enthält Werke, die für unsere Gegenwart als besonders bewahrenswert gelten. Ausgewählt wurden die Werke von renommierte Literaten, Literaturkritiker und Redakteuren. In diesem Artikel finden Sie die elf Bücher, die wir unter der Kategorie Familie verorten.
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz (2002)
Die eigene Familie voller Zärtlichkeit und Scharfblick: Oz zeichnet das Jerusalem der 1940er Jahre, eine Stadt voll Verzweiflung, aber auch voll Hoffnung auf ein angstfreies Leben.
Die Korrekturen von Jonathan Franzen (2001)
Mit Bedacht, Gefühl und sehr unterhaltsam, erzählt der Autor die Geschichte einer amerikanischen Familie und deren Mutter, die einfach nur mit allen Familienmitgliedern einen schönen Weihnachtsabend haben möchte.
Der Gott der kleinen Dinge von Arundhati Roy (1997)
Der halb–autobiografische Roman erzählt von einer schillernden Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.
Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek (1983)
Die Autorin erzählt die Leidensgeschichte einer Klavierlehrerin, die aufgrund ihrer kontrollwütigen Mutter emotional und sexuell verkümmert — und beim Versuch der Flucht aus diesem Zustand tragisch scheitert.
Cevdet und seine Söhne von Orhan Pamuk (1982)
Durch drei Generationen führt der Autor hindurch und schildert eindringlich und stimmungsvoll den Aufstieg und Fall einer Familiendynastie in Istanbul und zeigt zeitgleich den Weg der Türkei in die Moderne.
Das Geisterhaus von Isabel Allende (1982)
Über vier Generationen hinweg mal die Autorin das bunte Leben einer chilenischen Familie zu einer Zeit, in der persönliche Schicksale und politische Gewalt eng miteinander verwoben sind.
Mitternachtskinder von Salman Rushdie (1981)
In der Nacht, in der Indien unabhängig wird, werden zwei Neugeborene vertauscht. Eines dieser Mitternachtskinder erzählt im Buch die Geschichte einer Familie, die eigentlich gar nicht seine ist.
Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (1967)
Eine Geschichte vom Aufstieg und Niedergang einer Familie im eigens gegründeten Dorf. Abgeschnitten vorm Rest der Welt ist es ein Ort, an dem sich alle Träume, Alpträume und Entdeckungen des Menschen wiederholen zu scheinen.
Der Leopard von Giuseppe Tomasi die Lampedusa (1958)
Inspiriert von der eigenen Familiengeschichte schildert der Autor den Niedergang des sizilianischen Adelsgeschlechts. Durch eine bürgerliche Heirat ist die alte Ordnung der italienischen Gesellschaft in Gefahr, das Ende der Feudalherrschaft kündigt sich an.
Radetzkymarsch von Joseph Roth (1932)
Eine Familiensaga über den Aufstieg und Untergang der Familie Trotta, deren Lebenswege auf schicksalhafte Weise mit dem Niedergang der habsburgischen Monarchie verbunden sind.
Buddenbrooks von Thomas Mann (1901)
Es ist die Familiengeschichte des Autors, soweit er sie nachvollziehen und überblicken konnte und sogar miterlebt hat. Bis heute zählt die bewegende Geschichte der Lübecker Kaufmannsfamilie zu den deutschen Klassikern.
Weitere Kategorien der 100 Bücher, die man lesen sollte
Nichts zeichnet das geistige und moralische Klima der menschlichen Vergangenheit so klar wie die Geschichte. Vierzehn Bücher, die durch die verlorene Zeit führen.
Zwölf Bücher voll leichter und schwerer Gefühle, flackerndem Glück, heimlichen Affären, Demütigung — und Liebe, die die Grenzen der Länder sprengt.
Schicksale, Fotografien, fiktive Orte, Allegorien und Klassenkampf: Keine der anderen Kategorien spannt ein solch weites Themenband, wie das der Gesellschaft.
Sehnsucht, Schwäche, Scham, Begierde, Scheitern, Erfolg: Siebzehn Bücher, in denen sich Protagonistinnen und Protagonisten sich voll Hoffnung auf den Weg machen, um sich selbst und vielleicht auch ein besseres Leben zu finden.
Sie gilt als die hohe Kunst der Sprache: die Satire. Oft hochpolitisch, scharf analysiert, ein wenig Salz in die Wunde — aber immer mit viel Humor.
Es geht um äußere und innere Wunden, es geht ums Überleben. Sechs Bücher, die Geschichten des Kriegs aus Konzentrationslagern, sowjetischen Gulags, dem Donbass und der Nachkriegszeit erzählen.
Innere Kämpfe und toten Träumen hinterherjagen, Freundschaften zerbrechen. Oder Verzweiflung, die morden lässt. Hier sind sechzehn Bücher über die Seele und die Suche nach mehr.
