Aus 100 Bücher, die man lesen sollte: Bitte etwas satirisches Salz in die Wunde!

Pointiert legt sie den Finger in die Wunde: die Satire.
Pexels/PixabayFür die neue Zeit-Bibliothek der 100 Bücher stellten renommierte Literaten, Literaturkritiker und Redakteure der Zeit Werke unter dem Aspekt zusammen, dass diese für unsere Gegenwart als besonders bewahrenswert gelten. Entstanden ist eine Liste von 100 Büchern, die sich lohnen, von Bücherfreundinnen und Bücherfreunden neu- beziehungsweise wiederentdeckt zu werden.
In dieser Liste finden sich neben unterhaltenden und schöngeistigen auch fünf Bücher, die das verlogene Treiben der Menschen spiegeln. Hochpolitisch, scharf analysiert – und mit viel Humor:
Herr der Krähen von Ngũgĩ wa Thiong’o (2006)
Satirisch beleuchtet Thiong’o eine fiktive afrikanische Republik und deren despotischen Herrscher, der in seiner ganzen Lächerlichkeit, Arroganz, Angst und Einsamkeit gezeigt wird. Trotz der persönlichen und schlimmen Erfahrungen des Autors ist hier kein Funken Bitterkeit zu spüren.
- Unendlicher Spaß von David Foster Wallace (1996)
Ein 1500-Seiten dicke ungeheure Themenvielfalt voll sprachlicher Kreativität, treffsicherer Gesellschaftskritik, scharfer Analysen und viel Humor – manche nennen es einen „Meilenstein der amerikanischen Literatur“.
Der Meister und Margarita von Michael Bulgakow (1966)
Im Moskau der 1930er geht der Teufel mit seinen Gehilfen um, richtet heilloses Chaos an und stellt die Bürger der Stalinzeit bloß. Nur zwei Personen entgehen dem Schrecken: Der Meister und seine Geliebte, Margarita. Eine hochpolitische Gesellschaftssatire.
Wintermärchen von Heinrich Heine (1844)
Nach Jahren des Exils kommt eine namenlose Person nach Deutschland zurück und sieht das Land im Würgegriff preußischer Unterdrücken. Darüber kann und will die Person nicht schweigen. Ein satirisches Versepos.
Verlorene Illusionen von Honoré de Balzac (1837 – 1843)
Das verlogene Treiben der Menschen als Satire: Ein junger Schöngeist versucht sein Glück in Paris, strauchelt, fällt und kommt erst als Zeitungskritiker zu Geld. Doch er verstrickt sich in Intrigen – und auf einmal steht alles auf dem Spiel.
Weitere Kategorien der 100 Bücher, die man lesen sollte
Nichts zeichnet das geistige und moralische Klima der menschlichen Vergangenheit so klar wie die Geschichte. Vierzehn Bücher, die durch die verlorene Zeit führen.
Schicksale, Fotografien, fiktive Orte, Allegorien und Klassenkampf: Keine der anderen Kategorien spannt ein solch weites Themenband, wie das der Gesellschaft.
Innere Kämpfe und toten Träumen hinterherjagen, Freundschaften zerbrechen. Oder Verzweiflung, die morden lässt. Hier sind sechzehn Bücher über die Seele und die Suche nach mehr.
Es geht um äußere und innere Wunden, es geht ums Überleben. Sechs Bücher, die Geschichten des Kriegs aus Konzentrationslagern, sowjetischen Gulags, dem Donbass und der Nachkriegszeit erzählen.
Zwölf Bücher voll leichter und schwerer Gefühle, flackerndem Glück, heimlichen Affären, Demütigung – und Liebe, die die Grenzen der Länder sprengt.
Das Sprichwort lautet: Unter jedem Dach ein Ach. Kurz und knackig. Doch ein längerer Blick hinter die Fassade lohnt sich, denn diese elf Bücher zeigen, wie stark Familien wirklich sein können.
Sehnsucht, Schwäche, Scham, Begierde, Scheitern, Erfolg: Siebzehn Bücher, in denen sich Protagonistinnen und Protagonisten sich voll Hoffnung auf den Weg machen, um sich selbst und vielleicht auch ein besseres Leben zu finden.
