Aus 100 Bücher, die man lesen sollte
: Über das Leben vor, im und nach dem Krieg

Es geht um äußere und innere Wunden, es geht ums Überleben. Sechs Bücher, die Geschichten aus Konzentrationslagern, sowjetischen Gulags, dem Donbass und der Nachkriegszeit erzählen.
Von
Valerie Zöllner
Berlin
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„Die Zukunft gehört dem Buch und nicht der Bombe, dem Frieden und nicht dem Krieg.“ - Victor Hugo

Eli Digital Creative/Pixabay

Tiefsinnig, unterhaltend und schöngeistig — das Leben ist oft voll von diesen Dingen. Und all diesen Gefühlen zum Trotz bekriegt sich der Mensch seit Jahrhunderten. In der großen Bücherliste der Wochenzeitung „die Zeit“ finden sich sechs Werke, die die inneren und äußeren Wunden und das Überleben im Krieg widerspiegeln.

Zusammengestellt wurden die 100 Bücher von renommierte Literaten, Literaturkritiker und Redakteure. Ausgewählt unter dem Aspekt, dass diese für unsere Gegenwart als besonders bewahrenswert gelten.

In diesem Artikel finden Sie die Werke zum Thema Krieg, zeitlich nach den jeweiligen Erscheinungsjahren sortiert und mit kurzen Inhaltsangaben versehen.

  • Internat von Serhij Zhadan (2017)

In seinem Roman schickt der Autor einen jungen Lehrer auf eine höllische Wanderung durch ein Konfliktgebiet: Den nicht erklärten Krieg, der doch seit 2014 für die Menschen im Donbass bittere Realität ist.

Das große Heft von Ágota Kristóf (1986)

Sie betteln, hungern, schlachten, stehlen und töten: Ergreifend und ungeschönt protokolliert die Autorin eine Kindheit zweier im Krieg heranwachsender Zwillingsbrüder, die auf erstaunlich mutige Weise ums Überleben kämpfen.

Roman eines Schicksallosen von Imre Kertész (1975)

Als 14–Jähriger wurde der Autor nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In diesem Roman verarbeitet er diese Erfahrung auf außergewöhnliche Weise und entmystifiziert Auschwitz aus der Perspektive eines Kindes.

Das dreißigste Jahr von Ingeborg Bachmann (1961)

Sieben Erzählungen, die sich mit den Themen der Nachkriegszeit in Deutschland und Österreich beschäftigen. Das Buch gilt als einer der wichtigsten Texte der deutschen Sprache nach 1945.

Leben und Schicksal von Wassili Semjonowitsch Grossman (1959)

Februar 1943, KZs, sowjetische Gulags, Häftlingsleben und –sterben: Der Autor schafft es, viele Einzelschicksale zu einem großen Erzählkosmos zu verweben. Und all dem Schrecken zum Trotz zu zeigen, dass einfache menschliche Güte Wirkung zeigen kann.

Die Blechtrommel von Grünter Grass (1959)

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Jungen, der sich mit drei Jahren dazu entscheiden, aufzuhören zu wachsen. Mit seiner ungewöhnlichen Stimme und einer Blechtrommel zieht er als kritischer Beobachter durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland.

Weitere Kategorien der 100 Bücher, die man lesen sollte

Innere Kämpfe und toten Träumen hinterherjagen, Freundschaften zerbrechen. Oder Verzweiflung, die morden lässt. Hier sind sechzehn Bücher über die Seele und die Suche nach mehr.

Sehnsucht, Schwäche, Scham, Begierde, Scheitern, Erfolg: Siebzehn Bücher, in denen sich Protagonistinnen und Protagonisten sich voll Hoffnung auf den Weg machen, um sich selbst und vielleicht auch ein besseres Leben zu finden.

Nichts zeichnet das geistige und moralische Klima der menschlichen Vergangenheit so klar wie die Geschichte. Vierzehn Bücher, die durch die verlorene Zeit führen.

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Zwölf Bücher voll leichter und schwerer Gefühle, flackerndem Glück, heimlichen Affären, Demütigung — und Liebe, die die Grenzen der Länder sprengt.

Das Sprichwort lautet: Unter jedem Dach ein Ach. Kurz und knackig. Doch ein längerer Blick hinter die Fassade lohnt sich, denn diese elf Bücher zeigen, wie stark Familien wirklich sein können.

Sie gilt als die hohe Kunst der Sprache: die Satire. Oft hochpolitisch, scharf analysiert, ein wenig Salz in die Wunde — aber immer mit viel Humor.