Aus 100 Bücher, die man lesen sollte: Aus aller Welt, quer durch die Geschichte

Bücher öffnen die Tore zu vergangenem Leben in der Geschichte.
Michal Jarmoluk/PixabayEnde des Jahres 2023 veröffentlichte die Wochenzeitung „die Zeit“ eine Liste von 100 Büchern. Sie enthält Werke, die sich lohnen, von Bücherfreundinnen und Bücherfreunden neu– beziehungsweise wiederentdeckt zu werden.
Die große Übersicht zur Liste der 100 Bücher, die man lesen sollte, finden Sie hier.
Wir haben die Bücherliste in Kategorien unterteilt, zeitlich nach den jeweiligen Erscheinungsjahren sortiert und mit kurzen Inhaltsangaben versehen. In diesem Artikel finden Sie die vierzehn Bücher, die wir in der Kategorie Geschichte verorten.
- Dunkelblum von Eva Menasse (2021)
Ein historischer Roman, in dem ein rätselhafter Besucher eine österreichische Kleinstadt mit ihrer längst erledigt geglaubten Vergangenheit konfrontiert: einem Massaker an jüdischen Zwangsarbeitern in 1945.
Kruso von Lutz Seiler (2014)
Es ist 1989 und auf einer Insel in der Ostsee begegnen sich zwei Männer — eine schwierige aber auch zärtliche Freundschaft entsteht, die einen komplexes Bild für den Untergang der DDR zeichnet.
Wölfe von Hilary Mantel (2009)
Im England der 1520er erforscht der Historienroman auf einzigartige Weise die politische Choreografie der Macht, getreu nach dem Motto: Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf.
2666 von Roberto Bolaño (2004)
In einer Reise ins finstere Herz der modernen Welt schreibt der Autor über die unaufgeklärte Mordserie an mexikanischen Frauen. Der 2003 verstorbene Autor verschob eine lebenswichtige Lebertransplantation, um das Buch fertigzustellen.
Fantasia von Assia Djebar (1985)
In ihrem Roman vermischt die Autorin ihre Stimme mit denen algerischer Frauen vom ersten Krieg bis hin zur jüngsten Vergangenheit — von Landfrauen, Witwen und Kindern zu einem ungeschminkten Bericht.
Der Name der Rose von Umberto Eco (1980)
In einem Benediktinerkloster kommen Mönche auf mysteriöse Arten zu Tode. Ein vielschichtiger Mittelalterkrimi, der die politischen, sozialen und religiösen Eigenarten und Konflikte beleuchtet.
Die Enden der Parabel von Thomas Pynchon (1973)
Historische Orte, Personen und Tatsachen mit literarischen Erfindungen verwebt der Autor in einem Europa gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein literarischer Kosmos, in dem sich Wahn und Wirklichkeit ständig kreuzen.
Herz der Finsternis von Joseph Conrad (1899)
Auf seiner Fahrt auf dem Kongo ins Herz Afrikas begeht der Protagonist eine Reise an die finsteren Orte der menschlichen Seele: Ein Spiegelbild des menschlichen Daseins und eine düstere Schilderung des europäischen Kolonialismus.
Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe (1852)
Onkel Tom und seine Familie haben es besser getroffen als viele anderen Sklaven, sie haben einen guten Herrn. Doch eines Tages muss dieser sie aus finanzieller Not verkaufen. Ein Werk gegen die Sklavenhaltung, das die historische Realität glaubhaft schildert.
Don Quijote von Miguel de Cervantes (1605/1615)
Die Abenteuer eines verarmten Adligen und seines treuen Waffenträgers, die in einer Traumwelt vergangener Ritterzeit leben. Die Sympathie des Erzählers für seine Figuren spiegelt sich in einem liebevoll–ironischen Ton und zeigen einen Antihelden ohnegleichen.
Die Reise nach Westen von Anonymus (16. Jahrhundert)
Religion, Abenteuer, alte Mythen, Legenden und Märchen: dieses Werk hat sie alle. Ohne moralische Urteile zeigt es Helden mit Schwächen und Zweifeln auf ihrer Reise ins Selbst. Einer der berühmtesten chinesischen Romane.
Metamorphosen von Ovid (8. Jahrhundert nach Christus)
In einem epischen Gedicht erzählt der Dichter die Geschichte der Welt von ihrer Schöpfung bis zur augusteischen Ära. Der zentrale Aspekt sind die zahlreichen Verwandlungen, die sich in der Geschichte abspielen. Es gilt als Ovids Meisterwerk und umfasst etwa 250 Mythen und Legenden.
Die Odyssee von Homer (8./7. Jahrhundert vor Christus)
Das Werk beschreibt die abenteuerliche Irrfahrt und glückliche Heimkehr des Königs Odysseus, der zwanzig Jahre zuvor am Kampf um Troja teilgenommen hatte. Es ist das älteste Werk der griechischen und abendländischen Literatur.
Die Bibel (circa 1400 vor Christus — 100 nach Christus)
Mit etwa 5 Milliarden Exemplaren das meistverkaufte und meistverbreitete Buch, wurde in 674 Sprachen übersetzt.
Weitere Kategorien der 100 Bücher, die man lesen sollte
Sie gilt als die hohe Kunst der Sprache: die Satire. Oft hochpolitisch, scharf analysiert, ein wenig Salz in die Wunde — aber immer mit viel Humor.
Es geht um äußere und innere Wunden, es geht ums Überleben. Sechs Bücher des Kriegs, die Geschichten aus Konzentrationslagern, sowjetischen Gulags, dem Donbass und der Nachkriegszeit erzählen.
Schicksale, Fotografien, fiktive Orte, Allegorien und Klassenkampf: Keine der anderen Kategorien spannt ein solch weites Themenband, wie das der Gesellschaft.
Sehnsucht, Schwäche, Scham, Begierde, Scheitern, Erfolg: Siebzehn Bücher, in denen sich Protagonistinnen und Protagonisten sich voll Hoffnung auf den Weg machen, um sich selbst und vielleicht auch ein besseres Leben zu finden.
Das Sprichwort lautet: Unter jedem Dach ein Ach. Kurz und knackig. Doch ein längerer Blick hinter die Fassade lohnt sich, denn diese elf Bücher zeigen, wie stark Familien wirklich sein können.
Zwölf Bücher voll leichter und schwerer Gefühle, flackerndem Glück, heimlichen Affären, Demütigung — und Liebe, die die Grenzen der Länder sprengt.
Innere Kämpfe und toten Träumen hinterherjagen, Freundschaften zerbrechen. Oder Verzweiflung, die morden lässt. Hier sind sechzehn Bücher über die Seele und die Suche nach mehr.
