Mit dem Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl 2021 und Olaf Scholz als neuem Bundeskanzler wurde Christine Lambrecht zur neuen Bundeverteidigungsministerin auserkoren. Zuvor war sie bereits Bundesjustiz- und Familienministerin. Doch seit dem Krieg in der Ukraine steht sie besonders im Fokus – und dadurch wird jeder Schritt der Verteidigungsministerin genaustens beobachtet. Ihre Zustimmungswerte sind nicht besonders hoch.
Woher die SPD-Politikerin kommt, wie sie tickt und was privat über sie bekannt ist erfahrt ihr in ihrem Porträt.

Christine Lambrecht: Alter, Sohn, Ehemann

  • Name: Christine Lambrecht
  • Alter: 58
  • Geburtstag: 19. Juni 1965
  • Geburtsort: Mannheim
  • Eltern: Karin und Günther Lambrecht
  • Geschwister: keine
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften
  • Beruf: Rechtsdozentin (1992-1998), Rechtsanwältin (seit 1995), Politikerin (1982-heute)
  • Ehe: Joachim Hacker (2015-2019)
  • Kinder: Sohn Alexander (22)
  • Offizieller Twitter-Account: Verteidigungsministerium
  • Instagram: christine.lambrecht

Christine Lambrecht privat: Eltern, Familie, Dozentin

Geboren ist Christine Lambrecht in Mannheim. Als einziges Kind von Karin und Günther Lambrecht wuchs sie im nahegelegenen Ort Viernheim auf. Nach der Schule und bestandenem Abitur ging sie 1984 für ein Jurastudium an die Universität Mannheim sowie an die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Während ihrer Referendarzeit arbeitete sie am Landgericht Darmstadt und absolvierte 1995 noch ein Aufbaustudium im Bereich der Verwaltung an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Zwischen 1992 und 1998 schlug Christine Lambrecht auch eine universitäre Karriere ein und lehrte als Dozentin für Handels- und Gesellschaftsrecht an der Berufsakademie Mannheim. Ab 1995 arbeitet die damals 30-Jährige auch als selbstständige Rechtsanwältin in ihrer Heimatstadt Viernheim.

Christine Lambrecht: Sohn fliegt mit Helikopter nach Sylt

Wie sich herausstellte, nahm Christine Lambrecht bei einer Dienstreise nach Schleswig-Holstein Mitte April ihren 22-jährigen Sohn Alexander im Helikopter mit. Wie es aus einer Agenturmeldung heißt, habe Lambrecht das Bataillon Elektronische Kampfführung 911 besucht und im Anschluss mit ihrem Sohn Urlaub auf Sylt gemacht. Das hat aus mehreren Gründen für viel Aufregung gesorgt:

Wer zahlt die Kosten für den Mitflug vom Sohn?

Denn abgesehen davon, dass Lambrecht den Mitflug scheinbar ordnungsgemäß beantragt hatte, ist noch nicht vollständig geklärt, ob sie die Kosten des Mitflugs auch zu 100 Prozent übernommen hat. Die dürften laut der Berliner Zeitung zwischen 5.300 Euro und 9.116 Euro liegen.

Sohn postet Foto aus dem Helikopter

Zudem gibt es auch ein rechtliches Dilemma. Denn ihr Sohn habe aus dem Helikopter ein Foto von sich auf Instagram veröffentlicht. Anhand des Fotos könnten Spione jedoch technische Details erkennen. Ihr Sohn habe damit gegen das Gesetz verstoßen. Als Strafmaß steht darauf bis zu fünf Jahre Haft.
Inwieweit sich der Skandal um die Mitfahrgelegenheit ihres Sohnes noch ausdehnt, ist aktuell noch nicht abzusehen. FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann verteidigte Lambrecht gegen Kritik: "Juristisch ist es korrekt", sagte sie im Deutschlandfunk. Politisch sei es aber nicht klug gewesen. "Wir stehen unter Beobachtung. Insofern muss man ein Gespür dafür haben, was vernünftig ist."

Christine Lambrecht: Lebenslauf, SPD, Politik

Politisch engagiert ist Christine Lambrecht bereits seit ihrer Jugendzeit. 1982, im Alter von 17 Jahren, trat sie in die SPD ein. Nur zwei Jahre später, von 1985 an, war sie Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung Viernheim – ab 1987 sogar als deren Vorsitzende. 1989 bis 1997 war sie Kreistagsabgeordnete im Kreis Bergstraße, bevor ihr politischer Senkrechtstart auf Bundesebene begann:
  • 1998-2021 Mitglied des Deutschen Bundestages
  • 2009-2018 Verschiedene Ämter in der SPD-Bundestagsfraktion sowie innerhalb des Vorstands
  • 2018-2019 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen
  • 2019-2021 Bundesministerin der Justiz und des Verbraucherschutzes
  • Mai-Dezember 2021 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Seit Dezember 2021 Bundesverteidigungsministerin

Christine Lambrecht: Scheidung, Kochbuch

Das die Verteidigungsministerin offenbar viele Talente hat, hat sie schon in der Bundestagswahl 2013 bewiesen. Unter dem Motto „Wir haben die besseren Rezepte“, hat die damals 48-Jährige für ein SPD-Kochbuch geworben, – natürlich, wie könnte es auch anders sein – mit politischen Rezepten für eine sozial gerechtere Welt.
In ihrem Privatleben musste Christine Lambrecht aber auch schon Rückschläge verkraften. Nach vier Jahren Ehe, ließ sie sich von ihrem damaligen Mann Hans-Joachim Hacker, 2019 scheiden.

Christine Lambrecht und ihre bunten Schuhe

Immer wieder fällt Christine Lambrecht wegen ein Paar Schuhe auf: Die Stöckelschuhe, die ein Zauberwürfel-Design haben. Die Schuhe hat die Verteidigungsministerin scheinbar in verschiedenen Farben. Hier ein paar Bilder:
Die Stöckelschuhe von Christine Lambrecht im Zauberwürfel-Design.
Die Stöckelschuhe von Christine Lambrecht im Zauberwürfel-Design.
© Foto: dpa
Die Stöckelschuhe von Christine Lambrecht im Zauberwürfel-Design.
Die Stöckelschuhe von Christine Lambrecht im Zauberwürfel-Design.
© Foto: dpa

Christine Lambrecht: Politische Ziele

Wie Christine Lambrecht im vergangenen Jahr bereits gegenüber der sozialdemokratischen Zeitung Vorwärts äußerte, werde die SPD immer ihre „politische Heimat sein“. Im Kern positioniert sich die Bundesverteidigungsministerin vor allem für folgende politischen Ziele:
  • Ausstieg aus der Atomkraft
  • Kampf gegen Hasskriminalität und Rechtsextremismus
  • Einsatz für Mietpreisbremse
  • Als Verteidigungsministerin will sie zudem die Bundeswehr modernisieren und Auslandseinsätze nach ihrer Notwendigkeit regelmäßig evaluieren lassen.
Ob Christine Lambrecht durch ihre berufliche Erfahrung auch dem Amt der Verteidigungsministerin gerecht wird, wird sich noch zeigen. Fest steht: Mit dem Krieg in der Ukraine steht Christine Lambrecht unmittelbar nach ihrer Vereidigung bereits die erste und vielleicht größte Feuertaufe bevor. Was die Lieferung von Waffen betrifft vertritt die 58-Jährige eine klare Meinung: Deutschland hilft in Absprache mit den Alliierten zwar der Ukraine, aber sollte keine Alleingänge bestreiten.

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