Deutschland steht aktuell vor großen Herausforderungen. Die Energiepreise machen Politiker zu schaffen, befürchtet wird eine schwere Wirtschaftskrise, wenn die Bevölkerung nicht entlastet wird. Im zweiten Entlastungspaket der Bundesregierung war unter anderem das 9-Euro-Ticket, das sich großer Beliebtheit erfreute. Das Angebot endet nun aber ab September. Die Forderungen nach einem dauerhaften, ähnlichen Angebot reißen aber nicht ab. Die SPD-Fraktion hat nun ein 49-Euro-Angebot vorgestellt.

Ab wann und für wen gibt es das 49-Euro-Ticket?

Am Sonntag, den 28. August 2022 wurde ein Entwurf der SPD-Bundestagsfraktion bekannt, in dem neue Entlastungen vorgeschlagen wurden. Am Dienstag und Mittwoch (30. & 31. August) trifft sich das Kabinett zu einer Klausurtagung. Das neue Entlastungspaket dürfte da besprochen werden. Allerdings wird nicht erwartet, dass es diese Woche noch eine Entscheidung gibt – eher in der Woche darauf.
Für die technische Umsetzung einer dauerhaften Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket brauchen die Verkehrsunternehmen aus Sicht ihres Branchenverbands etwa drei Monate. Sollte die Politik also ein neues Angebot zum 1. Januar 2023 starten wollen, müssten die politischen Entscheidungsprozesse „idealerweise“ bis Anfang Oktober abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) der Deutschen Presse-Agentur.

Für wen wäre das 49-Euro-Ticket?

Im Entwurf der SPD ist von einem „bundesweit gültigen ÖPNV-Ticket für monatlich 49 Euro, finanziert von Bund und Ländern je zur Hälfte“ die Rede. Mehr Details sind aktuell nicht bekannt. Es steht auch nicht fest, ob die Regierung dem SPD-Vorschlag überhaupt zustimmen würde. Das Ticket soll aber für alle verfügbar sein, genauso wie das 9-Euro-Ticket.

49 Euro Ticket, Bürgergeld, Preisbremse: Das ist das 3. Entlastungspaket

Das dritte Entlastungspaket wird in den kommenden Tagen erwartet. Bis dahin wird viel über die möglichen Entlastungen gesprochen und spekuliert. Einige Vorschläge sind aber weitestgehend schon bekannt und so gut wie fest. Folgende Maßnahmen werden aktuell ernsthaft besprochen:

Nachfolger für das 9-Euro-Ticket gesucht

Das 9-Euro-Ticket war ein Erfolg für die Bundesregierung. Auch aus Sicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) war die dreimonatige Sonderfahrkarten-Aktion im ÖPNV ein voller Erfolg. Rund 52 Millionen Tickets seien über den gesamten Zeitraum bundesweit verkauft worden, teilte der Verband Ende August mit. „Hinzu kommen mehr als zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Ticket jeweils monatlich über den Aktionszeitraum automatisch erhalten haben“, hieß es.
Der VDV führt zusammen mit der Deutschen Bahn die umfangreichste Umfrage zur Nutzung des 9-Euro-Tickets durch, 6000 Menschen werden jede Woche befragt. Dabei kam heraus, dass jeder zehnte Nutzer des Tickets mindestens eine Fahrt mit dem ÖPNV gemacht hat, die er ohne das Ticket im Auto zurückgelegt hätte.