Großer Jahresrückblick
: Servus, 2025 – was im Zollernalbkreis alles passiert ist

Insolvenzen, Megastreits um ein Festival und ein Deal um die Burg Hohenzollern: Im Zollernalbkreis war 2025 einiges los. Ein Rückblick.
Von
Redaktion
Zollernalbkreis
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Burg Hohenzollern

Insbesondere in Sachen Hohenzollern war 2025 wieder einiges los.

Silas Stein/dpa
  • Burg Hohenzollern gehört seit dem Silvestertag 2025 allein Georg Friedrich Prinz von Preußen.
  • Firma Schotter Teufel entließ 63 Mitarbeiter in Straßberg – Zukunft des Standorts ungewiss.
  • Absage des Elements-Festivals 2025 in Dormettingen sorgt für Enttäuschung und rechtliche Schritte.
  • Hechinger „Duckomenta“ zieht 9082 Besucher ins Hohenzollerische Landesmuseum.
  • Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen meldet Insolvenz an – 270 Arbeitsplätze betroffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

2025 neigt sich seinem Ende zu, und im Zollernalbkreis stand wieder mal nichts still: von kommunalen Jubiläen über eingerahmte Entenporträts bis hin zu gärendem Biomüll war viel geboten – unter anderem, versteht sich. Wir werfen einen Blick auf die Dinge, die den Landkreis 2025 geprägt haben.

Historischer Deal um Burg Hohenzollern

COLLAGE FÜR ONLINE-Teaserbild Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Mitbesitzer der Burg Hohenzollern, verzichtet nach Berichten der dpa wohl weitgehend auf die Rückgabe von Immobilien und Kunstgegenständen, die einst im Besitz des Hauses Preußen waren.

Das Wahrzeichen der Zollernalb hat jetzt einen Alleineigentümer: Georg Friedrich Prinz von Preußen hat die Anteile seines Vetters aus Sigmaringen übernommen.

Jens Ottoson/Fotolia (l.); Jens Kalaene/dpa

Die dritte Burg Hohenzollern, auf dem Zollerberg ab 1850 erbaut, gehörte von Anfang an zu zwei Dritteln dem damals regierenden preußischen Königshaus und zu einem Drittel der schwäbischen Linie der Hohenzollern. Mit dem Silvestertag 2025 ist diese Aufteilung Geschichte. Karl Friedrich von Hohenzollern, der Chef des einstigen Sigmaringer Fürstenhauses, hat seinem Cousin Georg Friedrich Prinz von Preußen in einem historischen Deal seinen Anteil verkauft. Der Preußen-Chef ist damit der alleinige Eigentümer des Wahrzeichens der Zollernalb.

Im Frühjahr hatte Georg Friedrich einen langjährigen Rechtsstreit mit Bund und Ländern über Vermögenswerte beendet. Ergebnis war eine neue Stiftung Hohenzollernscher Kunstbesitz.

Jobverluste bei Schotter Teufel

Bei Schotter Teufel müssen 63 Mitarbeiter gehen.

Bei Schotter Teufel mussten 63 Mitarbeiter gehen.

Paul Braun

Der Schock saß tief zum Anfang dieses Jahres in der Heuberg-Gemeinde Straßberg. Denn die ansässige Firma „Schotter Teufel“, auf dessen Werksgelände auch die jährliche Sportveranstaltung „Muddy Älbler“ veranstaltet wird, gab bekannt, zahlreiche Mitarbeiter entlassen zu müssen. Neu ausgerichtet werden sollte der Betrieb, der einst mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigte. Über Monate verhandelte die Firma mit Betriebsrat und Gewerkschaft, im März stand dann fest: 63 Mitarbeiter müssen die Straßberger Firma verlassen, 40 konnten bleiben. Zur Zukunft des Steinbruchs in Straßberg kündigte der Mutterkonzern Holcim bereits Ende des vergangenen Jahres eine „strategische Neuausrichtung“ an. Dem fielen eben auch die Arbeitsplätze zum Opfer.

Schock für das Schlichemtal: Das Elements-Festival wurde kommentarlos abgesagt

Eine große Feuer- und Lichtshow gehörte schon im vergangenen Jahr zum Elements-Festival in Dormettingen.

So hätte es 2025 in Dormettingen aussehen sollen – doch es kam anders.

Elements-Festival

Anfang August schockierte die plötzliche Absage des Elements-Festivals die Gemeinde Dormettingen und sämtliche Ticketbesitzer. Besonders kurios: Die Veranstalter nannten bis zuletzt keine offiziellen Absagegründe, schoben die Schuld gar weiter und warfen Kooperationspartnern vor, die Preise entgegen getroffener Abmachungen erhöht zu haben. Diese wiederum sahen die Dinge anders. Und schließlich prüften enttäuschte Fans eine Musterfeststellungsklage, weil sich die Veranstalter wegen der Rückerstattungen schwer bis gar nicht erreichbar gaben. Ein unwürdiger Scheintod eines überregional bekannten und beliebten Festivals, an dessen Revival im Moment wohl kaum einer glaubt.

Comic-Enten in der Kunstwelt sorgen für Besucherrekord

So viele Besucherinnen und Besucher gab es noch nie bei den Sonderschauen im Hohenzollerischen Landesmuseum: Knapp über 9000 Menschen wollten die Hechinger "Duckomenta" sehen.

So viele Besucherinnen und Besucher gab es noch nie bei den Sonderschauen im Hohenzollerischen Landesmuseum: Knapp über 9000 Menschen wollten die Hechinger "Duckomenta" sehen.

Archiv

Man hätte verlängern sollen. Dann wäre die fünfstellige Besucherzahl garantiert geschafft worden. Denn bis zum Finale war das Interesse an der Hechinger „Duckomenta“ ungebrochen. Die annähernd 200 im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen gezeigten Kunst- und Kulturobjekte mit Bezug auf die Comicwelt von Entenhausen hatten von Mai bis Ende November eine enorme Resonanz. Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen kamen von weither in die Zollernstadt. Am Ende waren es insgesamt 9082 Menschen, die bestimmt alle ihren großen Spaß an den Arbeiten der Künstlergruppe InterDuck hatten. Die sorgt mit ihren herrlichen Arbeiten seit Jahrzehnten für Aufmerksamkeit in ganz Deutschland und den Nachbarländern. Mehr als zwei Millionen Besucher sind es mittlerweile, und Hechingen hat seinen Teil erfolgreich beigetragen. Es war ein guter Sommer fürs Landesmuseum, das mit einem spannenden Beiprogramm glänzte. Museumsleiter David Hendel hat mit seinem hartnäckigen Einsatz für die Enten den richtigen Riecher gehabt.

Was bleibt, was nicht in Haigerloch?

Was wird zum Beispiel aus dem Weildorfer Rathaus oder dem dortigen Backhaus?​

Was wird zum Beispiel aus dem Weildorfer Rathaus oder dem dortigen Backhaus?​

Wilfried Selinka

Die Kasse ist leer, die Stadt Haigerloch ist zu einem harten Sparkurs gezwungen. Seit Monaten wird geprüft: Welche kommunalen Gebäude kann sich die Stadt weiter leisten, welche sollen verkauft werden? 111 von etwa 150 kommunalen Immobilien hatte das Büro Reschl (Kommunale Projektentwicklung aus Stuttgart) gut zwei Jahre lang unter die Lupe genommen und sie nach ihrer Bedeutung für die Stadt durchleuchtet. Dabei ging es um Faktoren wie Unterhaltskosten, Sanierungsbedarf oder Nutzwert. Da wird in den Stadtteilen natürlich hart – und mit Herzblut – diskutiert. Stand im Moment: Noch muss niemand seine Sachen packen und ausziehen, denn noch ist kein einziges Gebäude aus dem Besitz der Stadt tatsächlich verkauft.

Spatenstich für eine neue DRK-Rettungwache in Killer

Rettungswache Burladingen Ortsteil Killer Spatenstich

Nicht nur Entscheidungsträger und Offizielle durften mit aufs Spatenstich-Foto – darunter DRK-Kreisverbandsvorsitzender Heiko Lebherz (vorne mit Spaten 4. v. links) oder Burladingens Bürgermeister Davide Licht (vorne im Anzug). Sondern alle Kommunalpolitiker und DRK-Funktionäre, die bei dem historischen Akt mit dabei waren, sollten im Bild festgehalten werden. So wünschte es Lebherz.

Matthias Badura

Der Standort für eine DRK-Rettungswache im Raum Burladingen, Zollernalbkreis, war zunächst im Ortsteil Hausen vorgesehen. Dort wurde man jedoch bei der Suche nach einem Gelände oder Gebäude nicht fündig. Das Vorhaben hätte sich beinahe komplett zerschlagen. Dann kam der benachbarte Ortsteil Killer ins Spiel, wo 2022 im Rathaus zunächst eine provisorische Rettungsstation eingerichtet wurde. Weitere Schwierigkeiten gab es noch mit der Finanzierung. Doch alles löste sich in Wohlgefallen auf. Im vergangenen August fand der Spatenstich für ein eigenes Gebäude in der Kirchweilerstraße/B 32 in Killer statt. Der Bau – mit Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro – könnte Ende 2026 übergeben werden. Die Rettungskräfte versorgen Burladingen, aber ebenso die weitere Umgebung. Erforderlich wurde die Einrichtung einer 24-Stunden-Wache im Killertal wegen der gesetzlich herabgesetzten „Eintreffzeiten“. In 15 Minuten sollen die Helfer am Notfallort eintreffen, gleichzeitig steigt die Zahl der Einsätze. Dazu reichten die bestehenden Einrichtungen im weit ausgedehnten Zollernalbkreis nicht mehr aus.

„50 Jahre Neue Stadt Balingen“: Ein Grund zu feiern!

Dichtes Gedränge und gute Laune herrschte beim Stadteilfest in Streichen am Pfingstmontag.

Dichtes Gedränge und gute Laune herrschten beim Stadteilfest in Streichen am Pfingstmontag.

Dennis Breisinger

Bühne frei für die Balinger Stadtteile: Anlässlich der Feierlichkeiten zu „50 Jahre Neue Stadt Balingen“ standen diese das ganze Jahr über im Mittelpunkt. Im Rahmen der Stadtteil-Wochen konnten sie sich der Öffentlichkeit präsentieren und ihre Geschichte, Kultur und ihr bürgerschaftliches Engagement in den Fokus rücken. Von Mai bis September wurden insgesamt zehn Feste ausgerichtet. Den Auftakt bildete eine Feier auf der Plaza – danach ging es im Rahmen einer „Roadshow“ quer durch die Stadtteile. Die mobile Bühne wurde dabei von den Vereinen bespielt. Gemeinsam schafften es die Beteiligten, den Charme ihres jeweiligen Heimatorts auf vielfältige Weise zu vermittelten. Die Besucher waren allesamt begeistert.

Müllchaos nervt die Zollernälbler

Volle Mülltonnen sorgten vor allem bei sommerlichen Temperaturen für Ärger.

Volle Mülltonnen sorgten vor allem bei sommerlichen Temperaturen für Ärger.

Julia Gern

Italienische Verhältnisse beklagten viele Zollernälblerinnen und Zollernälbler dieses Jahr angesichts des Gestanks aus nicht geleerten Bio- und Restmülltonnen. Aber tut man damit den Italienern nicht Unrecht? Wie auch immer: Die Müllabfuhr hat 2025 im Zollernalbkreis rein gar nicht nach Plan funktioniert. Für viele war es das Ärgernis des Jahres, dass das Knittlinger Unternehmen PreZero mit der Leerung der Tonnen so gar nicht hinterherkam. Phasenweise gingen beim Abfallwirtschaftsamt des Landkreises bis zu 700 Beschwerdeanrufe pro Tag ein. Der Kreistag zog die Reißleine und wechselte zum Jahresende den Entsorger: Ab 2026 hat das vielfach bewährte Grosselfinger Unternehmen Bogenschütz wieder den Müllabfuhr-Auftrag. Es kann nur besser werden.

Shooting-Star: Sandrina Sprengel

JPN, Leichtathletik, Athletics, World Athletics Championships 2025, Weltmeisterschaft 2025, Tokio 2025, 20.09.2025: Sandrina Sprengel (Siebenkampf Frauen, LG Steinlach-Zollern), JPN, Leichtathletik, Athletics, World Athletics Championships 2025, Weltmeisterschaft 2025, Tokio 2025, 20.09.2025, 

Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Mayer

Eine überglückliche Sandrina Sprengel nach ihrem fünften Platz im Siebenkampf bei der Leichtathletik-WM in Tokio.

eibner/Stefan Mayer

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio wurde die gebürtige Grosselfingerin Sandrina Sprengel als jüngste Teilnehmerin im Feld sensationell Fünfte im Siebenkampf. Darüber freute sich das gesamte Kirchspiel – nein: ganz Hohenzollern! Noch in Japan erreichten die Athletin Glückwünsche aus Grosselfingen, aus Bisingen und aus Hechingen. Die LG Steinlach-Zollern richtete für „seine“ Sandrina im Hechinger Weiherstadion einen Empfang aus, um deren großartigen sportlichen Erfolg zu würdigen – und um ihn gemeinsam zu feiern. Erst jüngst wechselte der 21 Jahre junge Shooting-Star von seinem Heimatverein zum VfB Stuttgart, um sich zukünftig noch professioneller aufstellen zu können. Dabei vergisst sie nicht, wo sie ihre ersten Leichtathletik-Erfolge gefeiert hat.

Mayer & Cie. findet keinen Investor und muss schließen

Das Werk von Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen. Die Maschinen benötigen eine gleichbleibende Temperatur.⇥

Das Werk von Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen wird geschlossen.

Ralph Koch für Mayer & Cie.

Es war ein Schock für Albstadt und die Region: Ende September teilte der einstige Weltmarktführer für Rundstrickmaschinen Mayer & Cie. mit, dass das Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte. Der Umsatz war zuletzt um 50 Prozent eingebrochen. Daraufhin begann die intensive Suche nach einem Investor, der den Geschäftsbetrieb retten könnte. Doch trotz internationaler Suche gab das Unternehmen Anfang Dezember bekannt, niemanden gefunden zu haben – und den Geschäftsbetrieb geordnet einstellen zu müssen. Damit verloren 270 Menschen ihren Job in Tailfingen, bis Februar 2026 laufen nun die Freistellungen. Es markierte das Aus für einen Traditionsbetrieb, der erst im Juli noch sein 120-jähriges Bestehen gefeiert hatte.