Schock für Fans: Elements-Festival in Dormettingen wieder abgesagt – jetzt spricht der Anwalt

War's das endgültig? Schon 2024 wurde das Elements abgesagt – damals wegen Unwetters. (Archivfoto)
Elements-Festival- Das Elements-Festival 2025 in Dormettingen wurde erneut abgesagt – Gründe bleiben unklar.
- Veranstalter deaktivierten Website und Social-Media-Kanäle, Fans kritisieren fehlende Transparenz.
- Das Festival, bekannt für EDM-Acts, lockte zuletzt 14.000 Besucher, fiel aber seit 2023 häufiger aus.
- Rückerstattungen für Tickets aus 2024 sind laut Fans teils noch ausstehend – Frust wächst.
- Bürgermeister und gebuchte DJs zeigen sich überrascht, Vergleiche mit dem „Fyre Festival“ häufen sich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es steht nicht gut um das über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Festival: Das „Elements“, zuletzt 2022 stattgefunden, schafft es 2025 erneut nicht auf die Beine. Doch dieses Mal aus bislang mysteriösen Gründen – sofern es diese überhaupt gibt. Denn aktuell lassen die Veranstalter die Fans lediglich wissen, dass es ausfällt, dass sie die „Enttäuschung verstehen“ – und deaktivieren, wohl in weiser Voraussicht, sämtliche Plattformen. Was ist da los?
Wörtlich heißt es im Moment auf der offiziellen Website: „Liebe Elements-Family, leider müssen wir euch schweren Herzens mitteilen, dass das Festival am 12. und 13. September, trotz aller Bemühungen, nicht stattfinden kann.“ Eine Begründung bleibt der Text schuldig. „Wir haben uns das alles auch anders vorgestellt und verstehen eure Enttäuschung“ – damit schließt die lapidare Erklärung. Die restliche Website ist unerreichbar; auf Instagram hat man seinen Account lieber gleich ganz offline genommen. Und auf Facebook lässt sich kein Posting kommentieren.
Was ist das Elements-Festival überhaupt?
Das Elements-Festival war ein überregional bekanntes EDM-Open-Air, das von 2015 bis 2022 sechsmal im Schiefererlebnis Dormettingen (Zollernalbkreis) stattfand. Mit Headlinern aus der elektronischen Musikszene wie Le Shuuk, Gestört aber GeiL oder Neelix zog es zuletzt bis zu 14.000 Besucherinnen und Besucher an.
Neben mehreren Bühnen und aufwendiger Lichtshow bot es auch ein eigenes Campinggelände – inklusive obligatorischer Gummistiefel bei Regen. 2020 bis 2021 fiel es coronabedingt aus, 2023 und 2024 kurzfristig. 2025 wurde es erneut abgesagt – diesmal (bislang) ohne erkennbare Begründung.
Damit dürfte das Elements-Festival das Vertrauen der Fans endgültig verspielt haben. In seiner bisher zehnjährigen Vergangenheit fand es sechsmal statt, ab 2020 hatten die Veranstalter mit der Pandemie zu kämpfen. 2022 schaffte es das „Elements“ zurück in das Dormettinger Schiefererlebnis, zählte 14.000 Besucherinnen und Besucher – so viele wie im Vor-Corona-Jahr 2019. Ein voller Erfolg für das Elements-Team.
Im Jahr 2023 folgte schließlich eine unerwartete Absage. Damals war von „Planungsunsicherheiten der Veranstaltungsbranche“ die Rede, von allseits gestiegenen Kosten und Anforderungen an ein Event dieser Größe. Die Community verzieh es den Veranstaltern – Hauptsache, das „Elements“ würde es 2024 irgendwie wieder zurückschaffen. Doch dann folgte der nächste Schicksalsschlag.
„Ziemlich bodenlos“
Das Festival, das bis dato im Frühsommer stattfand, hatte immer wieder mit Regenschauern zu kämpfen. Unter jenen Fans, die auch zum Campen nach Dormettingen kamen, entwickelte es sich zu sowas wie einem Ritual: Wer beim „Elements“ zeltete, hatte vorsorglich die Gummistiefel im Gepäck. Doch 2024 war ein schweres Unwetter vorhergesagt – mit Hagel, Donner, Überschwemmungsgefahr, allem drum und dran. In Abstimmung mit den Behörden sagten die Veranstalter das Festival kurzfristig ab. Dominik Marx, der das diesjährige „Elements“ organisierte, sagte im Dezember 2024 gegenüber der SÜDWEST PRESSE, man habe das Festival für 2025 vorsorglich in den September gelegt. „Der September-Termin ist statistisch gesehen wetterbedingt sehr gut“, hieß es.
Doch die diesjährige Absage dürfte keineswegs mit dem Wetterbericht zusammenhängen. Auf telefonische Nachfrage der SÜDWEST PRESSE reagierte Marx bislang nicht. Am späten Freitagnachmittag erreicht unsere Zeitung hingegen ein Statement seines Rechtsanwalts Maximilian Degenhart. Darin befinden sich keine grundlegend neuen Informationen – aber womöglich Indizien, was passiert sein könnte: „Wir haben alles uns Mögliche getan, diesen Schritt zu verhindern und sind etwas überrascht über die Reaktionen von den beteiligten Partnern“, schreibt Degenhart, „schließlich weisen wir seit über einem Jahr auf die Preissensibilität aufgrund der wetterbedingten Absage hin und dass das ‚Elements‘ nur dann stattfinden kann, wenn die Kostenseite reduziert wird. Die Reaktionen darauf waren, bis auf wenige Ausnahmen, vor allem Preissteigerungen.“ Degenhart gibt demnach die Schuld vor allem den Festivalpartnern. Mehr könne man im Moment nicht sagen. Ob das „Elements“ also schlichtweg zu teuer wurde? Nach dieser Schilderung gut möglich.
„Bisher finde ich es ziemlich bodenlos“, schildert derweil ein langjähriger Fan. Er hatte seine Tickets aus 2024 auf 2025 umbuchen lassen, behielt sich das Vertrauen in die Veranstalter – und ist umso schockierter über die plötzliche Absage: „Irgendwas passt da gar nicht.“ Er komme nicht mal als Ticketbesitzer an weitere Informationen. Kein Wunder, alle Kontaktmöglichkeiten hatte der Veranstalter ja bereits blockiert. „Das wirkt sehr zwielichtig.“
Der Schaden dürfte irreparabel sein
Dominik Marx listet indes alle weiteren Festivals, die ebenso wie das „Elements“ von seinem Unternehmen „TMT Produktions GmbH“ veranstaltet werden, in seinem eigenen Account auf Instagram auf – außer das Dormettinger Festival. Ob es hinter den Kulissen wohl obendrauf Krach gegeben hat? Ebenfalls kurios: Auch die Website von „TMT“ war am Freitagnachmittag nicht erreichbar. Dort heißt es lediglich, man sei „bald zurück“.
Der Schaden dürfte ohnehin bereits irreparabel sein. Auf Instagram schildern einige Nutzerinnen und Nutzer, dass sie das Geld aus dem Vorjahr noch immer nicht erstattet bekommen haben. Zu jener Zeit hatte man die Möglichkeit, das Ticket entweder fürs Folgejahr gültig zu belassen, oder sein Geld zurückzubekommen. Scheinbar hat das nicht bei allen funktioniert, die das „Elements“ schon 2024 abschreiben wollten.
Dirk Bamberger findet es „mega schade“
Die bereits gebuchten DJs lassen ihrem Unmut ebenso freien Lauf. „Le Shuuk“, eine angesehene Größe im EDM-Bereich, postete die Absage auf Instagram und schrieb dazu: „Ganz schwierige Zeiten“, garniert mit einem weinenden Smiley. „Tut mir wirklich leid für alle. Gäste, Veranstalter, DJs, Techniker und und und. Ich hoffe, dass es nicht noch schlimmer wird“, so der Stuttgarter DJ. Womöglich meint er damit die allseits gestiegenen Kosten, die die Branche seit mehreren Jahren belasten.
Auch ein konsternierter Dirk Bamberger weiß am Freitagnachmittag genauso viel wie alle anderen. Bamberger leitete einst unter anderem das „TOP10“ in Balingen, zog das Elements-Festival groß und lizenzierte es schließlich als Dreijahresvertrag an die „TMT Produktions GmbH“, von 2024 bis 2026 – eigentlich. Denn nicht einmal er konnte Dominik Marx bislang erreichen, nicht einmal er erhielt eine detaillierte Begründung für die Absage. Nur dieselbe Mail, die wohl auch bei allen anderen Beteiligten im Postfach landete. „Ich finde es mega schade“, sagt Bamberger gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Er hätte gerne zusammen mit Marx an einer Lösung gearbeitet, wo immer auch die Probleme schlussendlich lagen. Nun hofft Bamberger, seinen Vertragspartner bald ans Telefon zu bekommen.
Auch der Bürgermeister wusste nichts
Indes schilderte Horst Lehmann – frisch gebackener Bürgermeister der Gemeinde Dormettingen – gegenüber der Presse, seine Gemeinde habe erst in den Abendstunden des Donnerstags von der Absage erfahren, „aus heiterem Himmel“ und „völlig ohne Warnung“. Es habe keinerlei vorige Absprachen gegeben – weder auf kommunaler Seite, noch mit regionalen Partnern oder Gewerken.
Teilweise wird das „Elements“ bereits mit dem amerikanischen „Fyre Festival“ verglichen. Letzteres ging als legendär gescheitertes Musikfestival in die Geschichte ein. Der Veranstalter Billy McFarland sah sich hinterher mit einer Sammelklage auf 100 Millionen US-Dollar konfrontiert.
Von einer Sammelklage spricht inzwischen auch die Elements-Community, die im Übrigen auch nur aus den Medien davon erfahren hatte, dass das Festival dieses Jahr nicht stattfindet. Das Unverständnis ist genauso groß wie der Frust. „Jeder von uns ist unsicher, ob wir das Geld jemals wieder sehen, nachdem wir es schon zweimal umschreiben lassen mussten“, schildert ein Fan, der in erster Linie einen großen Verlust für den Zollernalbkreis sieht. „Man war ja auch einfach stolz auf das ‚Elements‘“, sagt er. Aber er findet auch deutliche Worte. „So, wie es aussieht, hat TMT das Festival wohl sterben lassen.“
