Nach Absage des Elements-Festivals: „Abgezogen und verarscht“ – Betroffene erwägen Klage gegen Veranstalter

Das „Elements“-Festival fand zuletzt 2022 statt. Ein Revival für 2026 steht aktuell in den Sternen.
Elements-Festival- „Elements“-Festival in Dormettingen abgesagt – Fans warten weiter auf Rückerstattungen.
- Veranstalter bleibt still, Ticketbesitzer erwägen Klage und setzen Frist bis Dezember.
- DJ Caprizz und andere Betroffene kritisieren mangelnde Kommunikation und Transparenz.
- Nach deutschem Recht besteht Anspruch auf Rückzahlung bei endgültigem Ausfall.
- Viele Fans zweifeln an einer Zukunft des Festivals unter dem bisherigen Veranstalter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch sechs Wochen nach der plötzlichen Absage tappen Fans des „Elements“ noch immer im Dunkeln. Bis zum heutigen Tag steht eine offizielle Begründung seitens des Veranstalters aus. Nur vage ließ man kurz nach der Absage über einen Anwalt verkünden, dass kostspielige Verträge mit den Festivalpartnern zumindest eine Ursache gewesen seien. Auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bei besagten Partnern fühlten sich diese von der unterschwelligen Schuldzuweisung aber nicht angesprochen. Und das Konglomerat hinter dem „Elements“ selbst blieb darüber hinaus schwer bis unerreichbar – nicht nur für die Presse, sondern auch die wichtigsten Bausteine eines Festivals: die Ticketbesitzer.
Deswegen wollen sich mehrere Dutzend von ihnen jetzt zusammenschließen – und eine Frist für den Veranstalter setzen. „Bis Dezember“ wolle man auf eine Rückzahlung warten, lautet die Ansage in einem Posting auf Instagram. „Sollte bis dahin keine Lösung gefunden werden, wird eine Musterfeststellungsklage geprüft“, heißt es weiter. Interessierte können sich mit einem „Daumen hoch“ in den Kommentaren melden, um in eine Gruppe aufgenommen zu werden, wo schließlich weitere Schritte geprüft werden sollen. Viele Ticketbesitzer haben sich dazu bereits zusammengefunden.
Einer von ihnen ist Alex Huber, er selbst arbeitet als DJ unter dem Künstlernamen „DJ Caprizz“. Auch er zeigt sich einigermaßen entsetzt darüber, wie die Absage des „Elements“ verlaufen ist. „Die Kommunikation zum Veranstalter ist schwer“, sagt er. „Auf Mails bekommt man meistens keine Antwort und wenn, dann wird man nur vertröstet.“ Früher sei das einfacher gewesen, etwa über die Instagram-Seite des Festivals – die aber kurzerhand deaktiviert wurde, nachdem klar war, dass es das „Elements“ 2025 nicht geben würde.
… und dann kam die Absage
Huber hatte die Tickets aber nicht explizit für dieses Jahr gekauft, es waren noch jene aus dem Vorjahr, als das Festival wetterbedingt abgebrochen wurde. Damals ließ man den Fans die Möglichkeit, die Tickets auf das Folgejahr umschreiben zu lassen – als Alternative zur Rückerstattung. Dann folgte das diesjährige Desaster.
„Man fühlt sich abgezogen und verarscht“, lautet Hubers Fazit. „Vor allem, weil man das Recht auf eine Rückerstattung hat und man das Gefühl bekommt, dass der Veranstalter durch fehlende Infos, schwierige Kommunikation und einem ‚Verschwinden von der Bildfläche‘ dieses Recht verweigert.“ „Schade“ sei es vor allem vor dem Hintergrund, dass es überhaupt eine juristische Androhung brauche, um an das gezahlte Geld zu kommen – da die bisherigen Versuche zur Kontaktaufnahme im Sande verliefen.
Die rechtliche Lage
Nach deutschem Recht haben Ticketkäufer Anspruch auf Rückerstattung, wenn eine Veranstaltung endgültig ausfällt. Wird die vereinbarte Leistung – hier das Festival – nicht erbracht, muss der Veranstalter das Geld zurückzahlen.
Ergänzt wird das durch die europäische Verbraucherrechte-Richtlinie, die den Schutz von Kunden bei Onlinekäufen regelt. Zwar gilt für Tickets mit festem Termin normalerweise kein Widerrufsrecht, doch wenn das Event abgesagt wird, bleibt der Erstattungsanspruch bestehen.
Eine, die in einer ähnlichen Situation steckt wie „DJ Caprizz“, ist Jamie-Lee. Im Gegensatz zu ihm wollte sie ihre Tickets aus 2024 rückerstattet haben – wartet aber bis heute auf ihr Geld. Ein großer Teil davon sei zwar zurückgezahlt worden, aber noch immer fehlten ihr exakt 129,90 Euro auf dem Konto. Und „seit der kurzfristigen Absage stehen die Leute ja noch blöder da“, sagt Jamie-Lee. Denn es gebe da noch weitere Menschen wie sie, die das Geld aus 2024 nicht erhalten hätten. Wie es indes mit den Rückerstattungen aus 2025 klappen soll, ist ihr schleierhaft.
Kein Statement des Veranstalters
Die SÜDWEST PRESSE hat den Veranstalter über dessen Anwalt zu den Vorwürfen befragt. Bis Redaktionsschluss lag uns jedoch kein Statement vor. Unter anderem fragten wir erneut nach einem offiziellen Absagegrund und danach, bis wann die Betroffenen mit einer Rückmeldung der Elements-Verantwortlichen rechnen können. Eine Antwort blieb auch Tage nach der Rückmeldefrist aus.
Indes rechnen einige Fans bereits mit dem Festival ab. An ein Revival im Jahr 2026 glauben wenige – Jamie-Lee etwa schätzt, dass die Sache gegessen sei. Eine Rückkehr des „Elements“ sehe sie nur unter anderen Veranstaltern. Der bisherige, namentlich die „TMT Produktions GmbH“, habe das Vertrauen verspielt. Aussagen eines Insiders des „Elements“ habe sie bereits so interpretiert, dass 2026 kein Thema mehr sei. „Daher habe ich mir auch keine Gedanken mehr darüber gemacht“, sagt Jamie-Lee auf die Frage, ob sie jemals wieder zum „Elements“ ginge.
Und Alex Huber alias „DJ Caprizz“? Für ihn persönlich ist das Festival noch nicht ganz vom Tisch. Er ist sich sicher, dass sich „viele von uns das Event zurückwünschen würden“. „Es war einfach ein sehr cooles Festival in unserer Region, das vielen Menschen große Freude bereitet hat“, sagt er. Ursprünglich hatte er sogar die Tage zum „Elements“ 2024 heruntergezählt – einfach, weil er und sein Umfeld sich so sehr auf das Festival gefreut hatten. „Die Vorfreude für dieses Jahr war dann natürlich größer und mit großen Erwartungen geschmückt“, so Huber. Doch als es wieder abgesagt wurde, war es „wie ein Schlag ins Gesicht“.
