„Wir tappen im Dunkeln“: Wurde das Elements-Festival zu teuer? – was Partner und Gemeinde sagen

Schön bunt ging es beim Elements-Festival in Dormettingen bisher zu, doch aktuell zeichnet sich eine eher düstere Zukunft für das Event und dessen Veranstalter TMT ab.
kuhnle+knoedler- Das Elements-Festival in Dormettingen wurde kurzfristig abgesagt – Gründe bleiben unklar.
- Veranstalter TMT nennt „Preissensibilität“, Partner und Gemeinde weisen Verantwortung zurück.
- Partner wie Warsteiner, Feierreisen und ticket.io fühlen sich nicht angesprochen.
- Dormettingens Bürgermeister beklagt fehlende Kommunikation und kündigt rechtliche Prüfung an.
- Künftige Events in Dormettingen sollen mit klaren Nutzungskonzepten geplant werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aufseiten der Veranstalter des „Elements“ gab man sich bislang schmallippig. „Wir haben alles uns Mögliche getan, diesen Schritt zu verhindern und sind etwas überrascht über die Reaktionen von den beteiligten Partnern, schließlich weisen wir seit über einem Jahr auf die Preissensibilität aufgrund der wetterbedingten Absage hin und dass das ‚Elements‘ nur dann stattfinden kann, wenn die Kostenseite reduziert wird. Die Reaktionen darauf waren bis auf wenige Ausnahmen vor allem Preissteigerungen“, war die Auskunft, die das Unternehmen TMT Produktions GmbH über seinen Rechtsanwalt mitteilen ließ.
Welche Partner gemeint sind
Wurde das Elements-Festival also plötzlich abgesagt, weil es zu teuer war? Konkret bejahen kann das bisher niemand. Dominik Marx, Geschäftsführer von TMT Produktions GmbH, blieb für ein persönliches Statement für die Presse bislang unerreichbar.
Und wer sind eigentlich diese ominösen „beteiligten Partner“, von denen in der Erklärung die Rede ist? Die SÜDWEST PRESSE hat bei denjenigen nachgehakt, die als offizielle Partner auf der Homepage geführt wurden, bevor diese unzugänglich wurde. Inzwischen ist nur noch die Startseite mit der noch immer dürftigen Entschuldigung online: „Liebe Elements-Family, leider müssen wir euch schweren Herzens mitteilen, dass das Festival am 12. und 13. September, trotz aller Bemühungen, nicht stattfinden kann. Wir haben uns das alles auch anders vorgestellt und verstehen eure Enttäuschung.“
Partner sind ebenso überrascht
Als offizielle Partner waren unter anderen Feierreisen aufgeführt, die meinen allerdings: „Leider können wir dazu nichts sagen, wir sind ausschließlich der Partner in Sachen überregionale Anreise. Deshalb können wir natürlich über interne Abläufe des Veranstalters keine Aussage treffen und bitten, dass Sie sich einmal direkt beim Veranstalter melden.“
Ebenso Warsteiner, bisher als offizieller Partner aufgeführt, fühlt sich nicht angesprochen: „Auch wir wurden von der kurzfristigen Absage des Festivals überrascht. Über die Gründe der Entscheidung liegen uns keine weiteren Informationen vor als das bislang veröffentlichte offizielle Statement des Veranstalters. Auf die Preisgestaltung oder die Organisation der Veranstaltung haben wir als Bierpartner keinen Einfluss.“ Für weiterführende Fragen verweisen auch sie an den Veranstalter.
Ähnlich verhält es sich mit dem Unternehmen „ticket.io“, die erklären: „Der Veranstalter hat uns letzten Freitag informiert, dass das Elements-Festival aus wirtschaftlichen Gründen nicht stattfinden wird. Wir bedauern diese Absage sehr. Wir haben alle Ticketinhaberinnen und -inhaber entsprechend informiert. Der Veranstalter wird auf seiner Website bekanntgeben, wie es weitergeht. Sofern in Pressestatements ‚Partner‘ in Mitverantwortung gezogen wurden, glauben wir nicht, dass damit ticket.io gemeint ist.“
TMT selbst möchte jedoch kein Licht ins Dunkel bringen und lässt über den Rechtsanwalt ausrichten: „Aufgrund der meist langjährigen und geschätzten Zusammenarbeit nennen wir keine Partner namentlich. Bitte haben Sie hierfür Verständnis.“
„Wir tappen im Dunkeln“
„Wir können nicht der ‚Preistreiber‘ gewesen sein“, ist sich Dormettingens Bürgermeister Horst Lehmann sicher. Es sei eine ganz normale Nutzungsvereinbarung gewesen, am Preis sei nichts erhöht worden und generell fand alles „in gegenseitigem Einvernehmen“ statt. Es sei kein Wort dahingehend gefallen, dass der Veranstalter sich das Event nicht leisten könne. Die Kündigung der Nutzungsvereinbarung ging bei der Verwaltung am Wochenende per Mail ein, das Einschreiben per Post lag heute im Briefkasten. Persönlich gesprochen habe auch der Schultes den Veranstalter nicht. „Es herrscht Stillschweigen, wir tappen im Dunkeln, was die Begründung angeht.“
Im Laufe des Jahres werde die Verwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat ein Nutzungskonzept ausarbeiten. „Da spielt so eine Erfahrung auch mit rein“, merkt Lehmann an. „Im Moment ist das Vertrauen erschüttert“, lautet die Umschreibung zur aktuellen Situation – und dennoch: „Ich möchte die Tür nicht komplett schließen.“ Die Kosten würden aufgearbeitet und eingereicht werden, ebenso würde die Kündigung der Nutzungsvereinbarung rechtlich analysiert werden. In all dem Tumult blitzt aber eine leise Option auf Klärung für die Zukunft auf – womit eine weitere Zusammenarbeit nicht komplett ausgeschlossen wäre. Doch für den Schultes ist klar: „Worauf ich überhaupt keine Lust habe ist, dass die Gemeinde umsonst ein halbes Jahr vorher daraufhin arbeitet.“ Wie nun bereits drei Mal geschehen.
Und trotz der Absage hat die Arbeit für Dormettingen kein Ende. Immer wieder trudeln bei der Verwaltung Mails aus ganz Süddeutschland ein. Das Geld bekommen die Kunden über die Gemeinde jedenfalls nicht zurück. Eine kurze Auskunft verweist zurück auf den Veranstalter. Nichtsdestoweniger zeigt sich Lehmann optimistisch: „Auch wenn wir nicht verantwortlich sind, tut es uns furchtbar leid für die Festival-Besucher, die hin wollten. Wir sind aber froh, dass die Menschen es trennen können. Denn das Schiefer-Erlebnis an sich hat weiterhin eine Zukunft.“ Er freue sich auf die kulturellen Events ebenso wie Festivals, die weiterhin stattfinden sollen. Dann aber unter explizit ausgearbeitetem Nutzungskonzept. Ob das „Elements“ Teil dieser Zukunft sein kann, ist wohl eine andere Frage.
TMTs Rechtsanwalt drückt sich diesbezüglich sehr vage aus: „Wir versuchen aus dieser Situation das Beste für das Elements-Festivals, seine Fans und unsere Partner zu machen. Für eine finale Einschätzung hinsichtlich des weiteren Umgangs mit dem Elements-Festival ist es zu aktuell noch zu früh.“ Die Sorgen der Kunden jedoch, ihr Geld nicht zurückzuerhalten, sei unbegründet. „Wir haben in der Vergangenheit unsere Verpflichtungen erfüllt und werden weiterhin unsere Zahlungsverpflichtungen erfüllen. Regeleinhaltung ist für uns ein wichtiges Gut.“ Die Frage, bis wann mit einer Rückzahlung zu rechnen ist, bleibt jedoch unbeantwortet.
