Nach 120 Jahren Tradition
: Albstädter Weltmarktführer Mayer & Cie. meldet Insolvenz an

Ein traditionsreicher Industriebetrieb aus Albstadt ist in Schieflage geraten: Der Strickmaschinen-Weltmarktführer Mayer & Cie. hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.
Von
swp/liri
Albstadt
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Das Werk von Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen. Die Maschinen benötigen eine gleichbleibende Temperatur.⇥

Das Werk von Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen. Inzwischen hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Ralph Koch für Mayer & Cie.
  • Strickmaschinen-Weltmarktführer Mayer & Cie. meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an.
  • Unternehmen mit Sitz in Albstadt feierte 2023 sein 120-jähriges Bestehen.
  • Rund 350 Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld, Tagesgeschäft läuft vorerst weiter.
  • Hauptmärkte: China, Indien, Bangladesch, Türkei – Exportrate liegt über 90 %.
  • Geschäftsführer Mayer: „Aktuelle Krisen sind die schwierigsten seit Firmengründung 1905.“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Albstädter Maschinenbauer Mayer & Cie. hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das berichtete zunächst die „Wirtschaftswoche“. Das Unternehmen gilt nach eigenen Angaben als Weltmarktführer im Bereich von Strickmaschinen.

Noch im Juli hatte die Firma ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Schon damals hatte Geschäftsführer Benjamin Mayer jedoch auf die schwierige Lage hingewiesen: „Bei aller Freude über das Jubiläum werfen die aktuellen Rahmenbedingungen auch Schatten auf das Festjahr. Die Auftragslage bleibt angespannt im deutschen Textilmaschinenbau. Eine Trendwende ist, angesichts der verschiedenen Krisen weltweit, noch nicht in Sicht.“ Und weiter: „Wir haben seit 1905 schon viele Krisen erlebt und überstanden. Die, die wir heute zu meistern haben, ist mit Abstand die schwierigste.“

Tagesgeschäft soll „wie bisher weiterlaufen“

Das Amtsgericht Stuttgart setzte nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ den Juristen Ilkin Bananyarli von der Kanzlei Pluta als Sachverwalter ein. Für die Sanierung sei Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger zuständig. Das Tagesgeschäft solle vorerst „wie bisher weiterlaufen“. Die rund 280 Beschäftigten erhalten Insolvenzgeld.

Mayer & Cie. exportiert nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent seiner Maschinen vor allem nach China, Indien, Bangladesch und in die Türkei. Ende 2023 hatte Mayer & Cie. bereits Kurzarbeit eingeführt, zudem verzichtete die Belegschaft auf Sonderzahlungen. Mayer hatte zur Zeit des Jubiläums erklärt, das Unternehmen sei grundsätzlich modern aufgestellt, zugleich jedoch von weltweiten Krisen abhängig: „Wie sich die Welt- und mit ihr die Wirtschaftslage weiterentwickelt, kann niemand vorhersehen.“