RKI Zahlen Corona
: Aktuelle Fallzahlen der Neuinfektionen - Drosten: Lage in Deutschland könnte sich zuspitzen

Das RKI hat am Freitag die aktuellen Zahlen der Corona-Neuinfektionen gemeldet. News zur Entwicklung in den Bundesländern und Landkreisen bietet das Dashboard des Robert-Koch-Instituts.
Von
Tobias Knaack mit DPA, AFP
Berlin/Ulm
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Am Freitag hat das RKI die neuen Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Deutschland veröffentlicht. Im Dashboard sind zudem Zahlen zu Bundesländern und Landkreisen einsehbar.

Screenshot; Quelle: RKI

Zahlen steigen, Zahlen fallen - in Deutschland, Europa und der Welt ändert sich die Lage der Corona-Pandemie jeden Tag. Das RKI, Robert-Koch-Institut, veröffentlicht jeden Tag die aktuellen Fallzahlen der Neuinfektionen in Deutschland und zeichnet die Entwicklung der Zahlen für Infizierte, Tote und Genesene. So ist der Stand der Coronavirus-Pandemie in Deutschland nach Angaben des RKI heute.

RKI-Zahlen für Deutschland: Das ist der aktuelle Stand der Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2000 geblieben. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Freitag, 18. September, 1916 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Am Donnerstag waren 2194 Neuinfektionen gemeldet worden, am Mittwoch waren es 1901 gewesen.

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand Freitag, 18.9.2020, 0.00 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 269.048 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9378. Das sind sieben mehr als noch am Vortag. Die JHU zählte 9376 Tote.
  • Genesene: Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Neuinfektionen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden (mit 2034 Neuinfektionen binnen eines Tages). Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet werden.

Anmerkung:
Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen zu Corona: Der aktuelle R-Wert für Deutschland

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: So entwickeln sich die Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Wer sich jenseits der Deutschland-Zahlen für die Entwicklung der Corona-Pandemie in seinem Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg - oder seinem Landkreis - beispielsweise ist in der Doppelstadt Ulm und Neu-Ulm oder in Schwäbisch Hall nach einer Feier die Situation deutlich verschärft - informieren möchte, kann das im Dashboard des RKI tun.

Das RKI bildet in seinem Dashbaord unter anderem das Infektionsgeschehen in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sowie die Zahlen in den darunter liegenden Landkreisen ab.

Screenshot; Quelle: RKI

RKI: Hohe Zahlen, aber die Werte waren im Frühjahr deutlich höher

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet werden.

Corona in Bayern: Streit um Zahlen in München

Bayerns Landeshauptstadt kämpft mit der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Zahlreiche Städte und Kreise sprengen die Grenzwerte. Auch in München steigt die Zahl der Neuinfektionen deutlich. Die Stadt kratzt am bundesweiten Grenzwert für Einschränkungen. Die Stadt reagiert mit neuen Einschränkungen.

Nun aber gibt es ausgerechnet um die Berechnung des Grenzwertes in der bayerischen Landeshauptstadt Zoff.

Virologe Drosten: Corona-Lage in Deutschland könnte sich zuspitzen

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, „dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England“, sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, „dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders“.

Virologe Christian Drosten glaubt angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Zahlen, dass sich die Lage in Deutschland zuspitzen könnte.

Michael Kappeler/DPA

„Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte“, sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. „Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht.“

Zahl der Corona-Tests in Deutschland leicht gestiegen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt etwas gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. So wurden dem Institut zuletzt 9128 Infektionen binnen sieben Tagen gemeldet (Datenstand 16.9., 0 Uhr). Der Wert lag - nach einem leichten Rückgang - noch Anfang September zeitweise bei unter 7500 und ist seitdem wieder nach oben geklettert.

Woran der Zuwachs liegt, ist nicht ganz klar. Die Zahl der Tests in Deutschland war zuletzt laut RKI etwas zurückgegangen. Der Anteil von Reiserückkehrern an allen Neuinfizierten hat in den vergangenen Wochen laut RKI stark abgenommen. „Die Infektionen finden zunehmend im Inland statt“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend.

Drosten zu Corona: Testhäufigkeit in Deutschland hoch

Aktuell sterben laut RKI immer weniger der gemeldeten Corona-Fälle. „Dies liegt hauptsächlich daran, dass relativ viele junge Menschen neu diagnostiziert werden, von denen relativ wenige schwer erkranken und versterben.“ Es müsse nun insbesondere verhindert werden, dass wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen erkranken. „Seit der vergangenen Woche ist ein leichter Anstieg der Fallzahlen in den höheren Altersgruppen zu sehen, dieser Verlauf sollte aufmerksam beobachtet werden.“

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. „Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können.“ Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. „Darum müssen wir schon die Zahlen ernstnehmen.“

USA, Brasilien, Indien: Corona-Zahlen-Map der Johns-Hopkins-University zeigt Entwicklung weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dahinter rangieren Brasilien und Indien.

Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen in der Welt, ist in der Map, einer Weltkarte der Corona-Infektionen, der Johns-Hopkins-University, einsehbar. Die JHU hat ihren Sitz im US-Bundesstaat Maryland.

Steigende Corona-Zahlen: Lauterbach fordert neue Pläne für Corona-Schutz an Schulen

Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach neue konkrete Pläne zur Organisation des Schulbetriebs. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an den Schulen weitergehen könne, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Der SPD-Politiker kritisierte, dass es bislang zu wenige Konzepte dafür gebe, wie der Schulbetrieb aufrechterhalten werden solle, sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen und zugleich die bisherigen „Lüftungskonzepte“ nicht mehr funktionieren. Er verwies darauf, dass bei den sinkenden Außentemperaturen in den kommenden Monaten die Fenster der Klassenzimmer nicht mehr ständig offen stehen können.

WHO: „Alarmierender“ Anstieg der Corona-Infektionen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als „alarmierend“ bezeichnet. Die Entwicklung müsse ein „Alarmsignal für uns alle“ sein, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. Mehrere europäische Länder verschärften im Kampf gegen eine zweite Welle ihre Maßnahmen. Im Nordosten Englands gelten ab Freitag strikte Ausgehregeln, in Österreich werden private Treffen wieder stark eingeschränkt. Frankreich verschärft die Corona-Maßnahmen in Lyon und Nizza.

Die interaktive Karte der Johns Hopkins Universität zeigt die Corona-Zahlen in Europa.

Screenshot Dashboard JHU

In Europa - wozu die WHO 53 Länder inklusive Russland zählt - wurden bisher fast fünf Millionen Corona-Fälle registriert. Mehr als 227.000 Menschen starben an den Folgen der Viruserkrankung. Täglich werden der WHO zufolge derzeit zwischen 40.000 und 50.000 neue Ansteckungen festgestellt.

Am Freitag vergangener Woche wurde die bisher höchste Zahl von 54.000 Neu-Infektionen verzeichnet, was aber auch an einer Zunahme der Tests liegt.