• In manchen Bundesländern, zum Beispiel in Baden-Württemberg, haben Clubs und Diskos trotz steigender Inzidenzwerte wieder geöffnet.
  • Allerdings ist der Zutritt für Besucherinnen und Besucher nur nach bestimmten Corona-Regeln erlaubt.
  • Wegen steigender Coronazahlen gilt eine verschärfte 3G-Regel: Wer im Club feiern will, muss entweder geimpft oder genesen sein – oder einen PCR-Test-Nachweis vorlegen.
  • Der Corona-Test unterscheidet sich deutlich vom Schnelltest – besonders bei den Kosten. Alle Infos im Überblick.
Es wird wieder getanzt, die Clubs dürfen in einigen Bundesländern wieder öffnen. Wer eintreten will, muss allerdings einen PCR-Test vorweisen, es sei denn man hat bereits beide Corona-Impfungen erhalten und ist voll geschützt oder man ist nachweislich von Covid-19 genesen. Der PCR-Test dauert länger und ist deutlich teurer als ein Antigen-Schnelltest.

PCR-Test Kosten: Wie viel kostet der Corona-Test?

Die Preise für einen PCR-Test in Deutschland variieren stark. Es gibt eine Preisspanne von 35 bis 120 Euro. So kostet ein PCR-Test allein in Stuttgart, je nachdem, ob man das Ergbnis sofort braucht oder nicht, entweder 50 (Ergebnis in 24 bis 48 Stunden), 75 Euro (Ergebnis am selben Tag) oder 120 Euro (Ergebnis in 30 Minuten).

Dauer PCR-Test: Wie lange dauert der Test und wann kommt der Nachweis?

Bei einem normalen PCR-Test liegt das Ergebnis normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor. Es gibt auch schnellere Tests, diese sind aber deutlich teurer. In Stuttgart oder Berlin beispielsweise kostetet ein herkömmlicher PCR-Gurgeltest knapp 50 Euro, ein Express-PCR-Test (Nasen-Rachen-Abstrich) mit knapp 120 Euro mehr als das Doppelte. Bei letzterem liegt das Ergebnis allerdings innerhalb von 30 Minuten vor. Es gibt auch einen Test, der innerhalb eines Tages vorliegt – dieser kostet meist um die 75 Euro.

PCR-Test Gültigkeit: Wie lange gilt der Nachweis über einen negativen Test?

Ein Nachweis über einen negativen PCR-Test hat eine Gültigkeit von maximal 72 Stunden. Danach wird das Ergebnis nicht mehr anerkannt und akzeptiert. Man müsste also für den Eintritt in Clubs oder andere Einrichtungen erneut einen Test machen.

Ungeimpfte PCR-Test: Was ist ein PCR-Test?

Laut Bundesregierung sind PCR-Tests der „Goldstandard“, weil sie die zuverlässigsten Ergebnisse liefern. Die Probenentnahme erfolgt meist durch den Naden-Rachen-Raum und wird von medizinischem Personal durchgeführt. Die Probe wird dann im Labor untersucht. Der Antigen-Schnelltest erfolgt durch geschultes Personal, meist durch die Nase oder den Mund. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort. Selbsttests hingegen kann sich jeder kaufen und durchführen. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Das Ergebnis von Selbsttests liegt schneller vor, ist aber unsicherer – besonders wenn man keine Covid-19 Symptome hat. Deshlab werden sie als Nachweis oftmals nicht akzeptiert – zumal man den genauen Zeitpunkt der Durchführung nicht mehr bestimmten kann.

Club, Bar, Gastronomie: PCR-Test oder Schnelltest?

Ab einer Inzidenz von mehr als 35 brauchen Ungeimpfte in Restaurants und Bars, beim Friseur, bei körpernahen Dienstleistern, Konzerten, Fußballspielen und im Fitnessstudios einen negativen Corona-Test. Es reicht aber ein einfacher Antigen-Schnelltest. Ab dem 11. Oktober wird dieser für Ungeimpfte kostenpflichtig. Gratis sollen Schnelltests noch für jene zu haben sein, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Dazu zählen Schwangere sowie Kinder bis 12 Jahre. Auch Geimpfte, die einen Test für einen Besuch im Pflegeheim und Co. brauchen, müssen nicht selbst zahlen. Die Kosten für den Antigen-Schnelltest sollen sich laut Gesundheitsministerium ab Mitte Oktober auf um die 10 Euro belaufen.

Hier kann man einen PCR-Test machen

Unter der Telefonnummer 116 117 oder im Internet kann man sich informieren, wo in Wohnortnähe eine Möglichkeit besteht, den PCR-Test zu machen. Den Corona-Test führen dafür geschulte Fachleute durch. Sie entnehmen mit einem speziellen Tupfer einen Abstrich aus dem Rachen oder der Nase. Manchmal gibt es auch Gurgel-Tests. Neben Testzentren bieten manche Apotheken PCR-Tests an. Allerdings nicht alle, denn: Während die Probenahme für einen PCR-Test in der Apotheke möglich ist, kann der Test selbst nur in einem dafür ausgerüsteten Testlabor durchgeführt werden. Das muss von der jeweiligen Apotheke veranlasst werden.
Bei den Antigen-Schnelltests, die in der Gastronomie und für Innenräume ausreichen, wird es langsam schwierig: Es ist nicht mehr so leicht, wie vor einigen Monaten, an einnen Nachweis zu kommen. Wer einen Corona-Test braucht, muss sich künftig auf längere Wege einstellen. Viele Betreiber entschlossen sich in den vergangenen Wochen zur Schließung von Teststellen oder beabsichtigen dies zu tun. Zudem sind die Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos.

Clubs in Baden-Württemberg: PCR-Test und 3G-Regel

Entsprechend der neuen Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern müssen Clubbesucher einen PCR-Test vorlegen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Das gilt in Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 35. Der Test darf maximal 48 Stunden alt sein und das negativen PCR-Ergebnis muss vorlegt werden. In Bayern sind die Corona-Regeln etwas anders. Die Clubs noch geschlossen.

Genesenen-Nachweis: Apotheken stellen jetzt Genesenen-Zertifikate aus

Corona-Genesene können ab sofort in vielen Apotheken ein digitales Zertifikat zu ihrer überstandenen Erkrankung bekommen. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) am Dienstag mit. Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, müssen dafür ein gültiges Ausweisdokument und einen positiven PCR-Test, der nicht länger als 180 Tage zurückliegen darf, in die Apotheke mitbringen. Bislang habe es nur digitale Zertifikate für Geimpfte und für geimpfte Genesene gegeben, aber nicht für Menschen, die erst kürzlich infiziert gewesen seien und sich noch nicht impfen lassen könnten, teilte der Verband mit. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das Angebot kostenlos. Die Apotheken erhalten den Angaben zufolge vom Bundesamt für Soziale Sicherung 5,04 Euro plus Mehrwertsteuer.

Unabhängig von der Inzidenz: Hospitalisierungsrate soll 50er-Marke ablösen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben erstmals seit Mai mehr als 10 000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut übermittelt. So wurden 11 561 neue Fälle gemeldet, so viel wie seit dem 20. Mai nicht, wie aus RKI-Daten vom Mittwoch hervorgeht. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8324 Ansteckungen gelegen. Die Hospitalisierungsrate – also die Krankenhauseinweisungen in Verbindung mit Corona pro 100 000 Einwohner und Woche – gab das RKI am Mittwoch mit 1,47 an. Eine Woche zuvor lag sie bei 1,19. Der Wert soll künftig noch vor der Inzidenz die wichtigste Kennzahl sein. Nach Angaben der Bundesregierung bewegte er sich im vergangenen Winter teilweise um 10 bis 12.
Bislang lag der Fokus der Politik auf der Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen. Da aber immer mehr Menschen geimpft und dadurch vor schweren Verläufen geschützt sind, nimmt die Aussagekraft dieses Wertes ab. Er stieg nach RKI-Angaben (Stand 25.08.21) von Mittwochmorgen auf 61,3 – von 58,0 am Vortag (vor einer Woche 40,8).