Das vom Bund finanzierte Angebot kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürger soll am 10. Oktober enden - ab 11. Oktober muss man sie in der Regel selbst bezahlen. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei Beratungen am Dienstag beim Corona-Gipfel.

Gelten bald härtere Regeln?

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zur Corona-Lage sind Rufe nach noch strengeren Einschränkungen für Ungeimpfte laut geworden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich am Mittwoch offen dafür, Impf-Verweigerer von Veranstaltungen in Innenräumen auszuschließen – selbst dann, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen könnten. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) äußerte sich ähnlich.

Wie viel kostet ein Corona-Schnelltest ab dem 11. Oktober?

Wie teuer die Tests künftig sein werden, "kann keiner wirklich sagen", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Dies werde "auf dem freien Markt" entschieden. Derzeit vergüteten die gesetzlichen Krankenkassen einen PCR-Test mit gut 43 Euro, für einen Antigen-Schnelltest würden elf Euro bezahlt. Dies könnten "Anhaltswerte" für die künftigen Preise sein. Unterstützung für arme Menschen zur Bewältigung der Testkosten ab Oktober ist nach Angaben des Bundessozialministeriums bisher nicht geplant.
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums konnte auch noch nicht sagen, ob auf die Forderung von Sozialverbänden eingegangen wird, Besucher von Pflege- und Altenheimen weiterhin kostenlos zu testen. "Die erneute Isolation von Menschen in Heimen muss unbedingt verhindert werden", forderte in diesem Zusammenhang die Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann.
Wie viel die Schnelltests künftig kosten, liegt in den Händen der Anbietenden privater Testzentren. In der Vergangenheit gab es Angebote zwischen 20 und 30 Euro je Schnelltest.

Kostenlose Schnelltests für Schwangere und Minderjährige

Der Bund übernimmt seit Anfang März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Da mittlerweile allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es in einem Beschlussentwurf. Weiterhin kostenlose Schnelltests soll es demnach aber für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt - also insbesondere Schwangere und Unter-18-Jährige.

Wann ist ein Corona-Test nötig? Test-Pflicht für Innenräume ab Inzidenz 35

Eine Testpflicht für Ungeimpfte in Innenräumen soll Medienberichten zufolge ab einer Inzidenz von 35 gelten. Kostenlose Bürgertests werden ab dem 11. Oktober kostenpflichtig. Ungeimpfte, die dann ins Kino, Theater, Restaurant und Co. wollen, müssen die benötigten Corona-Tests für den Nachweis dann selbst bezahlen. Menschen, die sich bisher nicht impfen lassen konnten, wie Kinder und Schwanger, bekommen die Tests weiterhin bezahlt.

Warum soll es keine kostenlosen Schnelltests mehr geben?

Da mittlerweile allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Steuerzahler nicht angezeigt, heißt es im Beschluss. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Es ist richtig, diesen Schritt zu gehen.“ Tests ließen sich leicht durch Impfen umgehen - dafür sind nun acht Wochen Zeit. Wer das Angebot nicht annehme, könne nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft die Kosten trage.