• Beim Corona-Gipfel haben Bund und Länder aber die Verlängerung des Lockdowns beschlossen
  • Wie sind die aktuellen Corona-Zahlen laut RKI und JHU in Deutschland heute, am Donnerstag, 11.02.21?

Infos zu Inzidenz, Neuinfektionen und Tote: Aktuelle Corona-Zahlen am Donnerstag, 11.02.2021

  • Auch „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 9.169 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.310.233 positiv getestete Fälle registriert.
  • Tote: Deutschlandweit sind bisher 63.635 Menschen.mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das sind 666 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 694 neue Todesfälle zu verzeichnen.
  • Höchststand Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 2.087.600 Millionen an.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Am heutigen Donnerstag liegt dieser Wert bei 0,82. Am Mittwoch der Vorwoche hatte der R-Wert bei 0,82 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 64,2. Gestern war ein Wert von 68,0 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.

Corona-Zahlen: Meiste Neuinfektionen in NRW, Bayern und BW

Die meisten Neuinfektionen gab es laut den Recherchen von „Zeit Online“ mit 1671 in Nordrhein-Westfalen. Dahinter folgten dem Bericht nach Bayern mit 1392 registrierten Ansteckungen und Baden-Württemberg mit 1242. Für Niedersachsen wurden 891 neue Fälle gemeldet, berichtet die Zeit.
Unter den Kreisen und Städten meldeten die Behörden die meisten neuen Infektionen in Berlin mit 546 Fällen. Die Stadt Hamburg erfasste 219 neue Fälle, München 149 und Essen 126 Neuinfektionen. In der Stadt Köln wurden 120 Neuinfektionen registriert. 16 Kreise meldeten keine neuen Fälle.
Corona-Zahlen in Deutschland: Bei den Städten und Kreisen meldete Berlin deutschlandweit die meisten Neuinfektionen.
Corona-Zahlen in Deutschland: Bei den Städten und Kreisen meldete Berlin deutschlandweit die meisten Neuinfektionen.
© Foto: DPA

Deutschland, USA und Co.: Aktuelle Corona-Zahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Donnerstag (Stand 6:00 Uhr) weltweit rund 107.325.989 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.354.308 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 27.285.623 Infizierte und 471.422 Tote.
  • Indien: 10.858.371 Infizierte und 155.252 Tote.
  • Brasilien: 9.659.167 Infizierte und 234.850 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.311.297 Infizierten und 63.672 Toten.

RKI-Dashboard: Neue Corona-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.
Lothar Wieler ist Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI veröffentlicht seit Monaten jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.
Lothar Wieler ist Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI veröffentlicht seit Monaten jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.
© Foto: Hannibal Hanschke/afp

Corona in Deutschland: Zahl der Sterbefälle im Januar über Durchschnitt der Vorjahre

Die Sterbefallzahlen in Deutschland haben im Januar 2021 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre in diesem Monat gelegen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, starben im Januar bundesweit 103.804 Menschen - und damit 18 Prozent oder 15.925 Menschen mehr als in den Jahren 2017 bis 2020 durchschnittlich im Januar gestorben waren.
Die überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen waren im Januar demnach "größtenteils auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen". So starben 29 Prozent oder 14.464 ab 80-Jährige mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre in diesem Monat. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen unterschieden sich mit plus 4 Prozent beziehungsweise 1.461 mehr Sterbefällen hingegen weniger deutlich vom Vierjahresdurchschnitt im Januar.

Baden-Württemberg: Nächtliche Ausgangssperre aufgehoben – Lockerungen auch in Bayern?

Am Montag, 08.02., wurde bekannt, dass die nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg beendet wird. Das hatte der Verwaltungsgerichtshof entschieden. Eine Frau aus Tübingen hatte geklagt.
Fraglich ist derzeit, ob auch in Bayern Lockerungen kommen. Die Landtags-FDP sprach sich für eine Aufhebung der Ausgangssperre aus. „Wir erwarten, dass die Staatsregierung die landesweite Ausgangssperre zum 14. Februar auslaufen lässt. Andernfalls werden wir gerichtlich gegen diese massive Grundrechtseinschränkung vorgehen“, sagte Fraktionschef Martin Hagen am Montag in München.
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist für eine Aufhebung der Ausgangssperre in Bayern. „In meinen Augen ist jetzt auch die Sperrstunde nicht mehr angemessen“, sagte Aiwanger im Interview der Augsburger Allgemeinen am Dienstag.

Sachsen: Schulen und Kitas sollen am Montag, 15.02., öffnen

Ab Montag öffnen die Schulen und Kitas in Sachsen wieder ihre Türen. Es sei mitten in der Corona-Pandemie ein „vorsichtiger Öffnungsschritt“ im Interesse der Kinder, sagte der sächsische Kultusminister, Christian Piwarz (CDU), am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden.
Ein uneingeschränkter Regelbetrieb sei aber nicht möglich. Die Kinder würden in festen Gruppen und Klassen betreut. Alle anderen Schülerinnen und Schüler sollen spätestens vom 8. März an wieder an die Schulen zurückkehren. Eine Ausnahme bilden in Sachsen die Abschlussklassen, die schon seit Mitte Januar wieder vor Ort unterrichtet werden.
Medienberichten zufolge wollen auch Niedersachsen und Thüringen ähnliche Schritte gehen.

Corona-Virus: Hilft die Herdenimmunität gegen die neuen Corona-Varianten?

Der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk von der Uniklinik Halle betont auf dpa-Anfrage, dass auch 30 Prozent empfängliche Bürger viel seien, wenn eine neue Virusvariante so viel infektiöser ist, dass die Epidemie sich erneut ausbreiten könne. Der Anteil sei groß genug, um ein Gesundheitssystem zu überlasten. In Deutschland hätten vermutlich bisher weniger als 10 Prozent der Bevölkerung Corona gehabt - und selbst diese geringe Zahl habe schon beinahe eine Überlastung bewirkt, erläutert er. Offiziell erfasst sind in Deutschland nur rund 2,3 Millionen Fälle - etwa 2,8 Prozent der Bevölkerung. Zur Frage der Dunkelziffer läuft noch eine Studie am RKI.
„Von einer Herdenimmunität, die aufgrund durchgestandener Infektionen zustande kommt, sind wir noch sehr weit entfernt. Gerade mit den neuen Varianten ist es kein realistisches Szenario und auch mit der Impfung sind wir erst am Anfang“, meint Mikolajczyk. Er halte die Fortsetzung und möglicherweise eine Verschärfung der aktuellen Maßnahmen für notwendig: Damit es nicht zu einem exponentiellen Wachstum der Infektionen mit den neuen Varianten kommt, bevor ausreichend viele Menschen geimpft sind, um die Zahl der Todesfälle niedrig zu halten.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.