• Beim Corona-Gipfel am heutigen Mittwoch, 10.02., diskutieren Bund und Länder über eine Verlängerung des Lockdowns.
  • Sachsen, aber auch Thüringen und Niedersachsen planen über einen Stufenplan sukzessive am Montag, 15.02., Schulen und Kitas öffnen.
  • Wie sind die aktuellen Corona-Zahlen laut RKI und JHU in Deutschland am Mittwoch, 10.02.21?

Inzidenz, Neuinfektionen und Tote: Das sind die aktuellen Corona-Zahlen am Mittwoch, 10.02.2021

  • In den aktuellen Zahlen des RKI sollten auch 600 Nachmeldungen von Neuinfektionen aus Nordrhein-Westfalen enthalten sein, die laut RKI am Vortag gefehlt hatten.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 5.547 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.299.996 positiv getestete Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die bisher mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt deutschlandweit 62.969 Menschen. Das sind 813 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 706 neue Todesfälle zu verzeichnen.
  • Höchststand Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1., erreicht worden.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 2 073 100 Millionen an.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Am heutigen Mittwoch liegt dieser Wert bei 0,82. Am Mittwoch der Vorwoche hatte der R-Wert bei 0,85 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 68,0. Gestern war ein Wert von 72,8 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.

Deutschland, USA und Co.: Die Johns-Hopkins-Universität meldet die aktuellen Corona-Zahlen

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Mittwoch (Stand 6:00 Uhr) weltweit rund 106.902.907 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.340.407 Millionen Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 27.189.761 Infizierte und 468.103 Tote.
  • Indien: 10.858.371 Infizierte und 15.252 Tote.
  • Brasilien: 9.599.566 Infizierte und 233.520 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.302.051 Infizierten und 62.409 Toten.

    In seinem Dashboard weist die JHU (Johsn-Hopkins-University) die aktuellen Corona-Zahlen für die Welt, aber auch für Deutschland aus.
    In seinem Dashboard weist die JHU (Johsn-Hopkins-University) die aktuellen Corona-Zahlen für die Welt, aber auch für Deutschland aus.
    © Foto: Screenshot; Quelle: JHU

RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Hier geht es zur Übersicht.
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), gibt eine Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung bei den Corona-Zahlen. Das Dashboard des RKI zeigt täglich die wichtigsten Corona-Zahlen an, darunter Neuinfektionen und Todesfälle.
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), gibt eine Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung bei den Corona-Zahlen. Das Dashboard des RKI zeigt täglich die wichtigsten Corona-Zahlen an, darunter Neuinfektionen und Todesfälle.
© Foto: John Macdougall/DPA

Corona in Deutschland: Sterbefallzahl im Januar über Durchschnitt der Vorjahre

Die Sterbefallzahlen in Deutschland haben im Januar 2021 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre in diesem Monat gelegen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, starben im Januar bundesweit 103.804 Menschen - und damit 18 Prozent oder 15.925 Menschen mehr als in den Jahren 2017 bis 2020 durchschnittlich im Januar gestorben waren.
Die überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen waren im Januar demnach "größtenteils auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen". So starben 29 Prozent oder 14.464 ab 80-Jährige mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre in diesem Monat. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen unterschieden sich mit plus 4 Prozent beziehungsweise 1.461 mehr Sterbefällen hingegen weniger deutlich vom Vierjahresdurchschnitt im Januar.

Baden-Württemberg: Nächtliche Ausgangssperre aufgehoben - kommen Lockerungen auch für Bayern?

Am Montag, 08.02., wurde bekannt, dass die nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg beendet wird. Das hatte der Verwaltungsgerichtshof entschieden. Eine Frau aus Tübingen hatte geklagt.
Fraglich ist derzeit, ob auch in Bayern Lockerungen kommen. Die Landtags-FDP sprach sich für eine Aufhebung der Ausgangssperre aus. „Wir erwarten, dass die Staatsregierung die landesweite Ausgangssperre zum 14. Februar auslaufen lässt. Andernfalls werden wir gerichtlich gegen diese massive Grundrechtseinschränkung vorgehen“, sagte Fraktionschef Martin Hagen am Montag in München.
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist für eine Aufhebung der Ausgangssperre in Bayern. „In meinen Augen ist jetzt auch die Sperrstunde nicht mehr angemessen“, sagte Aiwanger im Interview der Augsburger Allgemeinen am Dienstag.

Sachsen: Schulen und Kitas sollen am Montag, 15.02., öffnen

Ab Montag öffnen die Schulen und Kitas in Sachsen wieder ihre Türen. Es sei mitten in der Corona-Pandemie ein „vorsichtiger Öffnungsschritt“ im Interesse der Kinder, sagte der sächsische Kultusminister, Christian Piwarz (CDU), am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden.
Ein uneingeschränkter Regelbetrieb sei aber nicht möglich. Die Kinder würden in festen Gruppen und Klassen betreut. Alle anderen Schülerinnen und Schüler sollen spätestens vom 8. März an wieder an die Schulen zurückkehren. Eine Ausnahme bilden in Sachsen die Abschlussklassen, die schon seit Mitte Januar wieder vor Ort unterrichtet werden.
Medienberichten zufolge wollen auch Niedersachsen und Thüringen ähnliche Schritte gehen.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.