• Beim Corona-Gipfel am Mittwoch, 10.02, diskutieren Bund und Länder über Lockerungen des Lockdowns.
  • Wie sind die aktuellen Corona-Zahlen laut RKI und JHU in Deutschland am Dienstag, 9.02.21?

Aktuelle RKI-Zahlen am 9.02.2021: Inzidenz, Neuinfektionen und Tote

  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 5059 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.291.924 positiv getestete Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die bisher mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt deutschlandweit 62.156 Menschen. Das sind 481 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 443 neue Todesfälle zu verzeichnen.
  • Höchststand Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1., erreicht worden.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 2.057.000 Millionen an.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Am Dienstag liegt dieser Wert bei 0,94. Am Sonntag hatte der R-Wert bei 0,95 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 72,8. Gestern war ein Wert von 76 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.

Johns-Hopkins-Universität: Corona-Zahlen weltweit und für Deutschland

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Dienstag (Stand 6:00 Uhr) weltweit rund 106.471.878 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.325.055 Millionen Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 27.090.932 Infizierte und 464.933 Tote.
  • Indien: 10.847.304 Infizierte und 155.158 Tote.
  • Brasilien: 9.524.640 Infizierte und 231.534 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.296.323 Infizierten und 61.873 Toten.

    Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken: Wie hoch sind die Fallzahlen, die Inzidenz und die Neuinfektionen am 09.02.21 laut RKI? (Symbolbild)
    Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken: Wie hoch sind die Fallzahlen, die Inzidenz und die Neuinfektionen am 09.02.21 laut RKI? (Symbolbild)
    © Foto: Sebastian Gollnow/DPA

Corona-Zahlen: Dashboard zeigt neue RKI-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.
In seinem Dashboard liefert das RKI während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum Dashboard.

Probleme bei Corona-Zahlen NRW: Was heißt das für die Inzidenz?

Etwa 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen sind am Montag dem RKI nicht gemeldet worden. Das teilte das RKI über einen Hinweis auf seinem Dashboard mit. Dadurch sind die gemeldeten Neuinfektionen höher als zunächst angegeben. Welche Auswirkungen die fehlenden Zahlen auf die Inzidenz hat, ist noch unklar. Denn diese berechnet sich aus den gemeldeten Neuinfektionen. Sie war am Dienstag unter 75 gefallen.
Fehlende Corona Zahlen aus NRW - diesen Hinweis zeigte das RKI-Dashboard am Dienstagmorgen.
Fehlende Corona Zahlen aus NRW - diesen Hinweis zeigte das RKI-Dashboard am Dienstagmorgen.
© Foto: Screenshot RKI Dashboard

Lockerungen in Baden-Württemberg: Nächtliche Ausgangssperre aufgehoben

Am Montag, 08.02., wurde bekannt, dass die nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg bald nicht mehr gelten soll. Das hat der Verwaltungsgerichtshof entschieden. Geklagt hatte eine Frau aus Tübingen.
Fraglich ist derzeit, ob auch in Bayern Lockerungen kommen. Die Landtags-FDP sprach sich für eine Aufhebung aus. „Wir erwarten, dass die Staatsregierung die landesweite Ausgangssperre zum 14. Februar auslaufen lässt. Andernfalls werden wir gerichtlich gegen diese massive Grundrechtseinschränkung vorgehen“, sagte Fraktionschef Martin Hagen am Montag in München.
Im Freistaat wurde auch über Lockerungen in Sachen Schule und Kitas diskutiert. Beim Schulgipfel am Montag, 08.02., sagte Kultusminister Piazolo, dass es vor allem für Grundschüler wichtig sei, bald wieder in die Schule zu können. Genaue Öffnungsschritte und Termine sind aber weiterhin offen - Genaueres wird beim Gipfel am Mittwoch, 10.02, beschlossen.

Corona-Zahlen in Deutschland: Saarland plädiert für Verlängerung des Lockdowns

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch vor voreiligen Lockerungen gewarnt. „Momentan sind die Zahlen für große Lockerungen nach wie vor zu hoch. Wir müssen dringend noch weiter runter mit den Neuinfektionen, um auch gegen die gefährlichen Virus-Mutanten gewappnet zu sein“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Es wäre „ein Fehler, jetzt einfach wieder zu öffnen, nur weil ein bestimmtes Datum erreicht ist.“ Der aktuelle Lockdown würde ohne eine Verlängerung am 14. Februar auslaufen.
Am Mittwoch gehe es um einen Perspektivplan für die kommenden Monate, was bei welchem Infektionsgeschehen wieder möglich sein werde. „Darüber werden Bund und Länder gemeinsam sprechen“, sagte Hans.
Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner, lag im Saarland am Montag bei 113,4 und damit ganz leicht über dem Stand vom Sonntag (113,0).

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.