• Urlaub in Portugal ist nach aktuellen Corona-Regeln möglich
  • In Portugals Hauptstadt sind drastische Maßnahmen umgesetzt worden: Lissabon könnte erneut abgeriegelt werden
  • Grund dafür ist die Delta-Variante, die einen wesentlichen Teil der Neuinfektionen ausmacht.
  • Was bedeutet das für geplante Reisen?
Entspannt an den Stränden an der Algarve liegen, die Sehenswürdigkeiten Lissabons entdecken oder idyllische Flusstäler durchwandern: Portugal ist immer eine Reise wert. Seit Ende Mai ist Urlaub auch für deutsche Staatsbürger wieder möglich.
Touristen aus EU-Ländern mit einer Corona-Inzidenz von weniger als 500 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über 14 Tage dürfen wieder nach Portugal einreisen. Deutschland liegt aktuell unter dieser kritischen Marke.

Delta-Variante breitet sich in Portugal aus

In der am vergangenen Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung „Público“ und andere Medien am Sonntag, 22.06.2021, unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa.
Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Von Freitagnachmittag und bis Montagmorgen, 18.06. bis 21.06., durften die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die „Area Metropolitana“ nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige durften nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.
Auch in anderen europäischen Urlaubsländern breitet sich die Delta-Variante weiter aus. Hier gibt es einen Überblick.

RKI-Risikogebiete: Änderung bei Madeira und Lissabon

Am Freitag, 11.06.2021 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete. Madeira gilt damit ab Sonntag, 13.06.2021 nicht mehr als Risikogebiet. Für Deutsche gibt es damit bei der Rückreise keinerlei Einschränkungen mehr, die Testpflicht entfällt.
Neu auf der Liste der einfachen Risikogebiete ist dagegen die Hauptstadt Lissabon. Auch die Azoren, eine Inselgruppe im Atlantik, wird weiterhin als Risikogebiet eingestuft.
Noch wird vor Reisen in diese Gebiete gewarnt. Das soll sich aber bald ändern: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli auf.

Reisen nach Portugal aktuell: Diese Regeln gelten für die Einreise

Touristen, die aus Deutschland nach Portugal einreisen benötigen einen negativen PCR-Test. Dieser darf maximal 72 Stunden alt sein und muss entweder in englisch oder portugiesisch vorliegen. Außerdem wird ein Einreise-Formular benötigt.

Auswärtiges Amt: Das gilt bei Einreise nach Portugal

Reisende, die sich in den letzten 14 Tagen in einem Schengenland mit einer Inzidenz von mehr als 500 Fällen pro 100.000 Einwohner oder sich in Südafrika, Brasilien oder Indien aufgehalten haben, müssen sich nach Einreise in Portugal für 14 Tage in Selbstisolation begeben.
Es wird zudem bei allen Einreisenden auf dem Luftweg die Körpertemperatur gemessen. Übersteigt diese laut Auswärtigem Amt 38 Grad, ist mit weiteren Untersuchungen und Maßnahmen der Gesundheitsbehörden, wie Selbstisolation beziehungsweise häuslicher Quarantäne, zu rechnen.

Corona-Lage in Portugal: Inzidenz und aktuelle Corona-Zahlen

Portugal ist von der dritten Welle hart getroffen worden. Doch ein strikter Lockdown hat die Zahlen weit sinken lassen. So sehen die Zahlen nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität aus (Stand 22.06.2021):
  • Fälle seit Beginn der Pandemie: 866.826
  • 7-Tage-Inzidenz: 76,3
  • Neuinfektionen: 1020
  • Todesfälle: 17.074
  • Neue Todesfälle: 3
  • Einwohnerzahl: 10.196.707

Einreise von Portugal nach Deutschland: Das gilt bei der Rückreise

Portugal ist von Corona weiterhin betroffen, die Zahl der Neuinfektionen ist jedoch derzeit auf relativ niedrigem Niveau, wie das Auswärtige Amt (AA) auf seiner Homepage schreibt. Auf Madeira sowie den Azoren liegt die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Regionen als Risikogebiete eingestuft wurden.
Wer aus Portugal nach Deutschland einreist, muss nicht in Quarantäne und braucht vor seiner Rückkehr keinen negativen Coronatest. Urlauber, die mit dem Flugzeug aus Portugal zurückreisen müssen jedoch einen Corona-Test am Abflugort machen.
Ausnahmen gibt es für die Rückreise aus Madeira und den Azoren: Rückkehrer nach Deutschland müssen sich vorab testen lassen und eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Vollständig Geimpfte und Genesene müssen zwar keinen Corona-Test machen, aber ebenfalls über das Einreiseportal der Bundesrepublik einen Beleg für ihren Status vorweisen.

Corona-Regeln in Portugal: Die Lage im Urlaubsland

Bis auf weiteres gilt der allgemeine Notstand, wie das Auswärtige Amt schreibt. Mit Ausnahme von zwei Landkreisen ist die vierte Stufe des Wiedereröffnungsplans durchgängig umgesetzt. Je nach Pandemieentwicklung gelten regional unterschiedliche Beschränkungen und Maßnahmen, die von der portugiesischen Regierung regelmäßig veröffentlicht werden.
Die Bewegung im öffentlichen Raum ist zum Teil noch eingeschränkt. Die schrittweise Öffnung des Handels und des Gaststättengewerbes findet unter Auflagen mit eingeschränkten Öffnungszeiten statt. Spaziergänge und sportliche Betätigung sind erlaubt. Der Strandbetrieb wurde in dieser Badesaison mit einem Ampelsystem aufgenommen, es gilt Maskenpflicht beim Zu- und Abgang. Menschenansammlungen sind weiterhin untersagt. Private Feiern sowie der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum bleiben untersagt. Bars und Diskotheken bleiben geschlossen.

Madeira und Azoren haben abweichende Regeln: Das gilt für Madeira

  • Für die autonomen Regionen Madeira und Azoren gelten andere Einreisebestimmungen als auf dem Festland von Portugal. Vor oder bei Einreise nach Madeira muss eine Gesundheitserklärung über das Formular der Regionalregierung abgegeben werden.
  • Außerdem braucht man einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Es ist auch möglich, einen kostenfreien PCR-Test durchführen zu lassen. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von 12 Stunden vor.
  • Die autonome Region Madeira hat den Hafen in Funchal für Kreuzfahrtschiffe geöffnet. Über den Landgang der Passagiere wird im Einzelfall entschieden.

Einreisebestimmungen für Azoren sind lockerer

  • Wer mit dem Flugzeug vom Festland auf die Azoren will, muss genau wie bei Madeira einen negativen PCR-Test vorlegen.
  • Bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen soll ein weiterer Test am sechsten Tag und am zwölften Tag nach dem ersten Test erfolgen. Dafür muss man sich mit der Gesundheitsbehörde des Aufenthaltsorts in Verbindung setzen.
  • Auf den Azoren gelten fünf Risikoeinstufungen, die von Insel zu Insel variieren können. Teilweise gelten nächtliche Ausgangssperren. Ausnahmen sind möglich für berufliche, medizinische oder weitere Gründe höherer Gewalt.
  • Fahrten zum Flughafen zur Rückkehr nach Deutschland sind davon ausgenommen.
  • Es gelten weiterhin eingeschränkte Öffnungszeiten und Auflagen für Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants und Cafés.

Camping in Europa - Plätze in Portugal direkt am Meer

Camping statt Hotel und Ferienwohnung: An vielen Orten in Deutschland und Europa wird Urlaub auf dem Campingplatz möglich. Alle Infos dazu gibt es hier.

Corona und Urlaub: So sind die Regeln in diesen Ländern

In vielen europäischen Ländern ändern sich gerade die Corona-Regeln für Urlaub und Einreise. Was wo gilt:

Kein Corona-Risikogebiet mehr laut neuer RKI-Liste der Risikoländer

Das RKI hat am Freitag, 18.06.2021, erneut aktuelle Änderungen der Corona Risikogebiete bekanntgegeben. Die neue Liste mit Corona-Risikogebieten beinhaltet jetzt weniger Risikoländer - Diese Gebiete sind ab dem 20.06.2021 nicht mehr als Risikogebiet eingestuft:
  • Belgien gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Dänemark – die Region Süddänemark gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Estland gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Frankreich - gesamt Kontinentalfrankreich sowie die französischen Übersee-Departments Martinique und Saint-Barthélemy gelten nicht mehr als Risikogebiete.
  • Griechenland gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Jordanien gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Litauen gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Niederlande - die Provinzen Friesland, Groningen und Zeeland gelten nicht mehr als Risikogebiet.
  • Norwegen gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Die Palästinensischen Gebiete gelten nicht mehr als Risikogebiet.
  • Die Schweiz gilt nicht mehr als Risikogebiet.
  • Slowenien - die Regionen Goriška, Jugovzhodna Slovenija, Koroška, Pomurska, Savinjska und Zasavska gelten nicht mehr als Risikogebiete.
  • Spanien - die autonomen Gemeinschaften Aragon, Kastilien und León, Katalonien und Madrid sowie die autonome Stadt Melilla gelten nicht mehr als Risikogebiete.
  • St. Lucia gilt nicht mehr als Risikogebiet.

Checkliste für den Urlaub: Quarantäne nach Urlaub, Corona-Zahlen und Reisewarnung