• Wie geht es weiter mit Schule und Kita in Bayern?
Der Inzidenzwert in Bayern steigt. Am Freitag (19.03.) lag die Inzidenz im Freistaat sogar über der Marke von 100 - dem Grenzwert für die Notbremse. Vor dem nächsten Corona-Gipfel hat sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für „mehr Einheitlichkeit und mehr Verlässlichkeit“ aus. Beim Thema Schule sei mehr Einheitlichkeit nötig. Angesichts der aktuellen exponentiellen Entwicklung müssten alle Maßnahmen „nochmal auf den Prüfstand“, so Söder. Was gilt bei Inzidenz über 100 für Schulen in Bayern?

Video Söder: Öffnungsperspektiven sind „keine Einbahnstraße“

Schule Bayern Corona aktuell: Wann welche Schulen öffnen dürfen

Am Montag 15.03. hatte Bayern die Schulen unter bestimmten Voraussetzungen geöffnet. Doch ob Kinder und Jugendliche wieder zurück ins Klassenzimmer dürfen hängt von den regionalen Inzidenzen ab. Das gilt für Grundschulen und weiterführende Schulen.

Grundschule

  • Sieben-Tage-Inzidenz unter 50: Es findet voller Präsenzunterricht (d. h. auch ohne Mindestabstand) statt.
  • Sieben-Tage-Inzidenz von 50 bis 100: Es findet Wechsel- bzw. Präsenzunterricht mit Mindestabstand von 1,5 Metern statt.

Weiterführende und Berufliche Schulen sowie Förderschulen ab Klasse 5

  • Sieben-Tage-Inzidenz unter 100: Es findet Wechsel- bzw. Präsenzunterricht mit Mindestabstand von 1,5 Metern statt.

Abschlussklassen

  • Hier findet auch bei einer Wechsel- bzw. Präsenzunterricht statt
  • Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern
  • Die Kreisverwaltungsbehörde kann Distanzunterricht anordnen

Liveticker zum Corona-Gipfel: Alle Infos zu Schule, Ostern und Ausgangsbeschränkungen

Einer Beschlussvorlage vom Montag, 22.03.21, zufolge könnte es wieder eine Ausgangsbeschränkung für Hotspots geben. Alle Infos zum Corona-Gipfel, zu Beschlussvorlagen, Forderungen, neuen Regeln und Beschlüssen in unserem Liveticker.

Corona-Gipfel 22.03.2021: Wohl keine Testpflicht für Schulen

Bundeskanzlerin Angela Merkel verhandelt am Montag, 22.03.2021, mit den Ministerpräsidenten der Länder auch über die Schulen. Laut einem Beschlussentwurf vom Montagmorgen sollten Schulen in Regionen mit einer Inzidenz über 100 nur offen bleiben dürfen, wenn Lehrer und Schüler zweimal pro Woche getestet werden können. Das würde für viele Schulen die faktische Schließung bedeuten, weil die Testinfrastruktur nicht so weit ausgebaut ist. Nach Informationen der „Bild“ ist dieser Passus nun gestrichen. Eine Testpflicht in Hotspots in ganz Deutschland wäre damit vom Tisch. Allerdings berührt das nicht die Regeln, die bereits in Bayern gelten.
Eine Testpflicht für Schulen in Deutschland ist wohl vom Tisch. Der entsprechende Passus soll gestrichen worden sein.
Eine Testpflicht für Schulen in Deutschland ist wohl vom Tisch. Der entsprechende Passus soll gestrichen worden sein.
© Foto: SWP

Schule Inzidenz über 100: Was gilt für Schulen in Hotpots?

Überschreitet ein Kreis oder eine Stadt den Inzidenzwert von 100 müssen die Schülerinnen und Schüler zurück in den Distanzunterricht. Die Festlegung, für welche Regionen welches Unterrichtsmodell gilt, wird immer freitags getroffen. So soll Planungssicherheit für die Schulen, Eltern, Kinder und Lehrenden geschaffen werden.

Abschlussklassen sollen nach den Osterferien in Bayern auch in Hotspots zur Schule

Abschlussklassen sowie Viertklässler sollen nach den Osterferien auch in Corona-Hotspots weiterhin in die Schule gehen dürfen - dann aber voraussichtlich verbunden mit einer Testpflicht. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag (16.03) nach einer Kabinettssitzung in München an. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) solle dazu nun ein entsprechendes Konzept vorlegen. Man müsse in den Hotspots über dem Inzidenzwert 100 aber aus Testmöglichkeiten dann Testpflichten machen, betonte Söder. Dabei sollten auch andere Tests, etwa zum Gurgeln, eingesetzt werden.

Kritik an Strategie für Corona Tests an Schulen in Bayern

Die mittlerweile präzisierten Regelungen für Corona-Tests an den bayerischen Schulen stoßen bei Lehrer- und Elternverbänden auf harsche Kritik. „Klassenzimmer sind keine Testzentren“, wetterte etwa der Realschullehrerverband am Mittwoch. Auch der Philologenverband (bpv) bemängelte, das Konzept gehe „von einem Idealzustand aus, den es in der Realität kaum geben wird“.
Das Kulturministerium hatte die Details zum Testkonzept an den Schulen veröffentlicht. Demnach sollen sich alle Jahrgangsstufen auf freiwilliger Basis zwei Mal in der Woche unter Anleitung einer Lehrkraft in der Schule selbst mit einem Nasenabstrich testen. Bei einem positiven Ergebnis müssten die Betroffenen sofort isoliert und weitere Schritte eingeleitet werden.

Mit Schnupfen in die Schule? Das gilt für Schulen in Bayern

Kinder und Jugendliche mit Erkältung müssen vor dem Schulbesuch in Bayern einen negativen Corona-Test vorweisen. Der Test müsse im Testzentrum, in Apotheken oder bei Ärzten durchgeführt werden, teilte das Kultusministerium in München mit. Ein negativer Selbsttest reiche für den Schulbesuch nicht aus.
Nur bei Schnupfen oder Husten mit allergischer Ursache wie Heuschnupfen ist ein Schulbesuch weiter ohne Test möglich. Eine Ausnahme gilt auch bei einer verstopften Nase ohne Fieber, gelegentlichem Husten, Halskratzen oder Räuspern.
Bei Schnupfen dürfen Kinder nur mit negativem Test in die Schule. (Symbolbild)
Bei Schnupfen dürfen Kinder nur mit negativem Test in die Schule. (Symbolbild)
© Foto: Mascha Brichta/DPA

Wann dürfen Kinder nicht in die Schule?

Das Kultusministerium in Bayern hat eine Liste von Symptomen vorgelegt, bei denen Kinder auf keinen Fall die Schule besuchen dürfen. Das sind:
  • Fieber
  • Husten
  • Kurzatmigkeit, Luftnot
  • Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns
  • Hals- oder Ohrenschmerzen
  • (fiebriger) Schnupfen
  • Gliederschmerzen
  • starke Bauchschmerzen
  • Erbrechen oder Durchfall

Kultusministerium Bayern setzt FAQ auf

Alle Informationen und Fragen und Antworten zu Schulöffnungen und Schulschließungen in Bayern hat das Kultusministerium auf seiner Webseite in einem FAQ zusammengefasst.

Kita-Schließung bei Corona-Inzidenz über 100

Seit dem 15. März sind auch die Kitas in Bayern wieder im geöffnet. Allerdings gilt auch hier ein Notfallmechanismus bei einer Inzidenz von über 100. Dann müssen neben Schulen auch Kitas schließen. Auch Kita-Kinder dürfen bei bestimmten Symptomen die Einrichtungen nicht besuchen.

Corona Regeln Bayern: Treffen, Einzelhandel, Ausgangssperre - Das gilt laut Corona Verordnung

Ab einer Inzidenz von 100 sieht die Corona-Verordnung in Bayern die Notbremse vor. Lockerungen werden zurückgenommen. Welche Corona-Regeln gelten aktuell in Bayern?

Wie ist die Lage bei Schule und Kita in Baden-Württemberg?

Im Nachbarbundesland BW steigen die Inzidenzwerte ebenfalls vielerorts an. Was genau bedeutet das für Schulen und Kitas im Südwesten? Und welche Beschüsse werden beim nächsten Corona-Gipfel am 22.03.2021 diskutiert?
Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 22.03.2021 aufgetaucht - die Maßnahmen und Regeln planen Bund und Länder beim Treffen zu diskutieren.
Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 22.03.2021 aufgetaucht - die Maßnahmen und Regeln planen Bund und Länder beim Treffen zu diskutieren.
© Foto: SWP

Aktuelle Beschlussvorlage des nächsten Corona-Gipfels am 22.03.2021

Laut der aktuellen Version (Entwurf 20.03.2021 um 20:40 Uhr) der Beschlussvorlage geht es beim bevorstehenden Bund-Länder-Treffen mit Angela Merkel und den Ministerpräsidenten um folgende Regeln und Maßnahmen:
  • Lockdown-Verlängerung bis April 2021
  • mindestens zwei kostenlose Schnelltests für Arbeitnehmer in Präsenz
  • Maskenpflicht für Arbeitnehmer ohne Homeoffice - nach Sars-Cov-2-Arbeitsschutzverordnung
  • kostenlose Corona-Schnelltests (Selbsttests) unter Aufsicht
  • Kontaktarmer Urlaub - Camping und Reisen für Selbstversorger
  • Öffnungen zu Ostern und weitere Corona-Hilfen
  • nächster Corona-Gipfel im April 2021

Bund-Länder-Treffen beschließt Lockdown-Verlängerung bis 18. April

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll der bestehende Lockdown in Deutschland grundsätzlich bis zum 18. April verlängert werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand aber noch aus (17 Uhr) Über weitere konkretere Regelungen auch mit Blick auf die Osterzeit wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten weiter beraten. Der generelle Lockdown mit der Schließung zahlreicher Einrichtungen war bisher zunächst bis zum 28. März vereinbart.

Lehrer wollen Impfung bis Ostern

Bayerns größte Lehrervertretung will impfwillige Pädagogen nach den Osterferien nicht ohne Corona-Schutz ins Klassenzimmer zurücklassen. „Wenn die Lehrerinnen und Lehrer und alle an der Schule Beschäftigten am 1. Schultag nach den Osterferien wieder einen Fuß in die Schule setzen sollen, müssen im Vorfeld alle ein Impfangebot erhalten haben“, schreibt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in einem am Montag veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
„Wer kein Impfangebot erhalten hat, kann nur den Distanzunterricht anbieten.“ Impfung müsse vor Öffnung kommen. Unklar blieb in dem Brief, was mit Lehrern geschehen soll, die sich nicht impfen lassen wollen.