Die Corona-Zahlen in Deutschland, Europa und der Welt ändern sich jeden Tag. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen täglich die neuen Fallzahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden in verschiedenen Regionen Maßnahmen verschärft - oder gelockert.
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen laut RKI seit Ende Juli konstant an.
  • Wie also ist das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise?
  • Hier lesen Sie die aktuellen Fallzahlen des RKI vom Dienstag, 06.10.2020

RKI-Fallzahlen für Deutschland: Die aktuelle Zahl der Neuinfektionen am 06.10.2020

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2600 überschritten. Die Gesundheitsämter haben dem RKI am Montag 2639 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut am Dienstagmorgen mitteilte. Zuvor hatte der Wert in den vergangenen Tagen bereits mehrmals die Schwelle von 2500 überschritten.
Am vergangenen Donnerstag hatte es mehr als 2500 Fälle gegeben. Am Freitag waren sogar 2673 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden, am dann folgenden Samstag 2563. Die Zahl der Neuinfektionen heute liegt also nur knapp unter der vom Freitagmorgen, als der höchste Wert an Neuinfektionen innerhalb eines Tages seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Corona-Zahlen in Deutschland: RKI meldete Höhepunkt der Neuinfektionen im April

Der Höhepunkt bei den jeden Tag gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle zum ersten Mal wieder bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.
Das RKI verwies in seinem Epidemiologischen Bulletin vom vergangenen Donnerstag zudem nochmals auf die Genauigkeit der Corona-Tests. Es komme äußerst selten vor, dass ein nichtinfizierter Mensch ein positives Testergebnis erhalte (falsch-positives Ergebnis). Wegen der hohen Qualitätsanforderungen liege die sogenannte analytische Spezifität bei nahezu 100 Prozent. Zudem würden die Ergebnisse fachkundig überprüft. Bei nicht plausiblen Befunden gebe es eine Wiederholung oder ein zusätzliches Testverfahren. Die Zahl der falsch-positiven Befunde sei daher so klein, dass sie die Einschätzung der Lage nicht verfälsche.

Coronavirus-Zahlen - So viele Neuinfektionen, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 303.258 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Dienstag, 06.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete am Dienstag 304.673 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9546. Das sind 12 mehr als am Vortag. Die JHU meldete 9554 Tote.
  • Genesene: Bis Freitagmorgen hatten etwa 265.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI.
Wie ist die Lage in Bayern und Baden-Württemberg? In seinem Dashbaord weist das RKI die aktuellen Corona-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise aus.
Wie ist die Lage in Bayern und Baden-Württemberg? In seinem Dashbaord weist das RKI die aktuellen Corona-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise aus.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,21 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,08 (Vortag: 1,14). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Kritik an uneinheitlichen Quarantäne- und Einreise-Beschränkungen aus innerdeutschen Risikogebieten

Mit Unverständnis und Kritik haben Politiker verschiedener Parteien auf die in manchen Bundesländern eingeführten Quarantäne-Vorschriften für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten reagiert. „Reisebeschränkungen im Inland sind das falsche Signal und nicht hilfreich“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem „Spiegel“ (Dienstag). Politiker von CDU und SPD monierten, das Nebeneinander verschiedener Vorschriften schaffe einen verwirrenden Flickenteppich.
Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland bereiten zum Start der Feriensaison zunehmend Sorgen - vor allem die Situation in Berlin wird von den Ländern unterschiedlich bewertet. Aufgrund steigender Zahlen in mehreren Bezirken der Hauptstadt werden diese zum Teil als Risikogebiet eingestuft. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests festgelegt. Andere Bundesländer folgen einer davon abweichenden Systematik. Berlin, Niedersachsen und Bremen weisen aktuell gar keine inländischen Risikogebiete aus.

Corona in Deutschland: Regierung mahnt aktuell immer noch Wachsamkeit an

Die Bundesregierung hat erneut zur Wachsamkeit wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland aufgerufen. „Die Dynamik nimmt zu“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es sei nötig, sehr aufzupassen. Ziel sei weiterhin, die Fallzahlen so niedrig zu halten, dass die Gesundheitsämter Ketten von Infizierten nachvollziehen und unterbrechen könnten. Seibert verwies darauf, dass es aktuell in einigen Regionen und Ballungsräumen wie etwa in manchen Bezirken Berlins „kritische Werte“ von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gibt.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kam am Montag erneut mit zuständigen Ministern im Corona-Kabinett zusammen. Beschlüsse seien nicht gefasst worden, sagte Seibert. Vorbereitet wurden demnach aber geplante Neuregelungen zu Tests und Reiserückkehrern aus dem Ausland, die Bund und Länder Ende August grundsätzlich vereinbart hatten.

Corona in Deutschland: Innenministerium erarbeitet Musterquarantäneverordnung

Eine neue Musterquarantäneverordnung, die das Innenministerium erarbeitet, sieht vor, dass Einreisende aus Risikogebieten nach der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne gehen müssen. Wer einen negativen Test vorlegen kann, soll sie frühestens nach fünf Tage nach der Einreise verlassen dürfen. Zum 1. November sollen digitale Einreiseanmeldungen kommen, um Daten schneller an Gesundheitsämter weiterzuleiten. Das Gesundheitsministerium plant zum 15. Oktober neue Regeln zu Tests, die stärker auf Ältere und Vorerkrankte, Pflegeheime und das Gesundheitswesen ausgerichtet werden sollen. Als Ergänzung sollen auch Antigen-Schnelltests verstärkt eingesetzt werden.
Die Bundesregierung erläuterte, dass für die konkrete Ausgestaltung von Quarantäne-Vorgaben die Bundesländer jeweils eigene Regeln treffen. Dies gelte auch für innerdeutsche Reisen von Risikogruppen.