• In Baden-Württemberg gehen wie in Deutschland die Corona-Zahlen zurück. Die Inzidenz liegt bundes- wie landesweit unter 20
  • In BW sind zuletzt zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten - für Biergärten, Ferienwohnungen, Hotels, Bäder, Badeseen.
  • Und seit dem 07.06.2021 gibt es weitere Lockerungen – abhängig von der Inzidenz
  • Ebenfalls seit 7. Juni ist die Impf-Priorisierung aufgehoben
Baden-Württemberg hat seine Corona-Regeln am Montag, 07.06.2021, nochmals deutlich gelockert. „Es besteht Anlass zur Hoffnung, die Zahl der Geimpften steigt und auch die Inzidenzen sinken. Es könnte ein unbeschwerter Sommer werden“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Dennoch sollte uns allen klar sein, dass wir noch mitten in der Pandemie sind. Wir sind noch nicht über den Berg. Die neue Corona-Verordnung enthält deshalb zwar Erleichterungen in vielen Bereichen, doch sind diese immer abhängig vom Infektionsgeschehen. Es gilt: Öffnen mit Umsicht und Vorsicht. Einmal mehr sind wir alle gefragt, mit den Lockerungen verantwortungsvoll umzugehen. Wie sich die Pandemie über den Sommer entwickelt, haben wir alle zum großen Teil selbst in der Hand.“
Die dritte Corona-Welle ist stark abgeflacht, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit (Donnerstag, 10.06.) bei unter 20. Auch in Baden-Württemberg hat sich die Lage deutlich entspannt. Der Wert im Südwesten steht aktuell zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt. Alle Städte und Landkreise sind allerdings unter dem Wert von 100 – der wichtigen Grenze für Lockerungen.
Neue Corona-Regeln ab Montag, 07.06.2021: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha mahnt trotz der Lockerungen und Öffnungen weiter zur Vorsicht "mitten in der Pandemie".
Neue Corona-Regeln ab Montag, 07.06.2021: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha mahnt trotz der Lockerungen und Öffnungen weiter zur Vorsicht „mitten in der Pandemie“.
© Foto: DPA

Neue Corona-Regeln in BW: Neue Verordnung vom 07.06.2021

Aufgrund der positiven Entwicklung der Inzidenzwerte und der Fallzahlen gibt es nun weitere Lockerungen: In vielen Regionen in Baden-Württemberg können die Corona-Regeln ab der kommenden Woche weiter gelöst werden - sofern die Infektionszahlen dauerhaft niedrig bleiben. So muss man sich etwa für den
  • Besuch im Biergarten oder
  • im Freibad
nicht mehr vorab testen oder einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen.
Voraussetzung ist, dass die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 35 bleibt. Eine entsprechende neue Verordnung beschloss die Landesregierung am Donnerstag. Für das Unterschreiten des Schwellenwertes 35 gab es bislang gar keine Vorgaben. Die Stufe wurde neu eingeführt. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche an.

Corona-Regeln BW: Feiern mit bis zu 50 Personen in der Gastronomie

Die neuen Regeln erlauben zudem unter anderem auch wieder Feiern in gastronomischen Einrichtungen mit bis zu 50 Personen, die dazu allerdings alle ein aktuelles negatives Testergebnis oder einen Impf- oder Genesenen-Nachweis mitbringen müssen. Für Messen, Ausstellungen oder Kongresse werden die Flächenvorgaben je Besucher etwas reduziert. Bei Sport- oder Kulturveranstaltungen im Freien sind bis zu 750 Besucher erlaubt.
Die Grenze von 35 wurde zuletzt in etwa einem Drittel der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg unterschritten.

Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten aktuell laut VO

Restaurants, Bars, Hotels und Pensionen: Wo darf die Gastronomie öffnen

Die aktuelle Corona-Verordnung für BW (13.05.) sieht vor, in den Kreisen unter der 100er-Marke Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen – auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden. Kulturveranstaltungen wie Theater, Opern, Konzerte und Kino sind im Freien in den Regionen unter 100 wieder möglich. Galerien, Museen und Gedenkstätten dürfen dort auch wieder öffnen – genauso wie Bibliotheken und Archive. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf außerdem die Außen- und Innengastronomie zwischen 6 Uhr und 21 Uhr mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen.
Wer ins Restaurant will, muss sich vorher testen lassen und ein negatives Ergebnis vorweisen können.
Wer ins Restaurant will, muss sich vorher testen lassen und ein negatives Ergebnis vorweisen können.
© Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Corona Außengastronomie BW: Wie alt darf der Test sein?

Der Test ist maximal 24 Stunden gültig. Ist das negative Ergebnis älter als zwei Tage, darf der Gast nicht ins Restaurant. Zulässig sind alle offiziell gültigen Corona-Tests - also von Testzentren, von Dienstleistern wie Frisören, vom Arbeitgeber oder aus der Schule. Zulässig sind auch Selbsttests, die am Eingang gemacht werden. Diese müssen aber von einer speziell geschulten Person überwacht werden. Zuhause gemachte Selbsttests reichen nicht aus. Auch kein Foto eines negativen Tests. Übrigens: Gastronomiebetriebe sind nicht verpflichtet, Tests anzubieten. Spontanbesuche können daher an fehlenden Nachweisen scheitern. Wer an Pfingsten ins Restaurant oder den Biergarten gehen möchte, muss vorher planen, wie, wann und wo ein Corona-Test gemacht wird.

Neue Corona-Regeln für Zoos, Kultur, Sport – Das wird erlaubt

Öffnen dürfen auch Bibliotheken, Autokinos und die Außenbereiche von zoologischen und botanischen Gärten. Außerdem sind dann Kulturveranstaltungen im Freien und kontaktarmer Sport mit bis zu zehn Menschen erlaubt.

Corona und Handel: Was in Shops, Geschäfte und beim Einkaufen gilt

Für alle Einrichtungen gilt grundsätzlich die Maskenpflicht, die Pflicht zur Kontaktdatenübermittlung sowie die Einhaltung der Abstandsregeln. Außerdem sind Obergrenzen der Teilnehmerzahl vorgesehen, der Zutritt ist nur mit einem Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis möglich.
Bei „Click&Meet“ können statt einem Kunden pro 40 Quadratmeter zwei Kunden ohne vorherige Terminbuchung hereingelassen werden - sie müssen aber getestet sein.

Aktuelle Corona-Regeln für Baden-Württemberg laut Verordnung

Das Land Baden-Württemberg hat seine Corona-Verordnung angepasst. Liegt eine Stadt oder ein Landkreis drei Tage in Folge über einem Inzidenzwert von 100 gelten folgende Regeln:
  • Treffen sind weiterhin mit den Angehörigen des eigenen Haushalts und einer weiteren nicht zum Haushalt gehörenden Personen möglich. Ausnahmen gelten für Kinder bis einschließlich 13 Jahren.
  • Trauerfeiern und Beerdigungen dürfen in der Regel mit maximal 30 Personen stattfinden (Ausnahmen gelten für kirchliche Feiern).
  • Die Ausgangsbeschränkung gilt nun von 22 Uhr (vorher 21 Uhr) bis 5 Uhr. Zusätzlich ist zwischen 22 Uhr und 24 Uhr spazieren gehen oder joggen draußen allein erlaubt.
  • Allgemeinbildende Schulen müssen nun ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 im jeweiligen Stadt- oder Landkreis in den Wechselunterricht gehen.
  • Allgemeinbildende Schulen müssen nun ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 165 im jeweiligen Stadt- oder Landkreis in den Distanzunterricht gehen. Für die Klassenstufen 1 bis 7 wird weiterhin eine Notbetreuung angeboten.
  • Kitas, Kindergärten und Kindertagesbetreuungen dürfen ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 165 im jeweiligen Stadt- oder Landkreis nur noch Notbetreuung anbieten.
  • Geschäfte dürfen bis zu einer Inzidenz von 150 „Click & Meet“ mit einem negativen Corona-Test anbieten.
  • Im ÖPNV gilt die Pflicht eine FFP2-/KN95-/N95-Maske zu tragen.
  • Die Außenbereiche von zoologischen und botanischen Gärten dürfen weiter öffnen, Besucher müssen allerdings einen negativen Schnelltest vorweisen.
  • Der Betrieb von Fitnessstudios ist generell untersagt.
  • Beim Friseur ist ein negativer Schnelltest erforderlich, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Außerdem müssen Kundinnen und Kunden FFP2-Masken tragen.

Corona Regeln Baden-Württemberg: Private Treffen mit bis zu zehn Personen

Liegt die 7-Tage-Inzidenz über 50 gelten weiter die „alten“ Regeln. Es dürfen sich fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Kinder unter 13 Jahren, Geimpfte und Genesene nicht mitgerechnet. Paare zählen unabhängig davon, ob sie zusammen leben als ein Haushalt.
Liegt die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 50 dürfen sich zehn Personen aus fünf Haushalten treffen. Auch hier zählen Kinder unter 13 Jahren nicht. Zusätzlich dürfen fünf weitere Kinder bis 13 Jahre aus bis zu fünf Haushalten dazukommen.

Behörden: Kein größeres Public-Viewing bei Fußball-EM

Wegen der Corona-Pandemie wird es klassische größere Public-Viewing-Veranstaltungen während der Fußball-Europameisterschaft in Baden-Württemberg nicht geben. „Öffentliche TV-Übertragungen etwa in einem Biergarten werden jedoch analog zu Kulturveranstaltungen behandelt, sind also unter den jeweiligen Auflagen der Corona-Verordnung möglich“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart. So dürften Gastronomen Fußballübertragungen zeigen. Es müssten dabei die für die Gaststätten geltenden Regelungen beachtet werden - also etwa die Begrenzung der Gästezahl oder die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. „Je nach Inzidenz gelten die drei „G“: genesen, getestet oder geimpft.“

Impfung in BW: Priorisierung beim Impfen wird zum 07.06.2021 aufgehoben

Geht das Impfen in Baden-Württemberg jetzt noch schneller? Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist die Impf-Priorisierung im Südwesten aufgehoben worden – seit Montag, dem 07.06.2021.
Damit kann sich jeder um einen Termin bemühen – auch wenn weiterhin Geduld gefragt ist. Denn der Impfstoff bleibt „leider weiterhin sehr knapp“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Die Zahlen zeigen uns, wie weit wir mit unserer Impfkampagne schon fortgeschritten sind: 76,8 Prozent aller Baden-Württemberger über 60 haben schon die Erstimpfung bekommen. Die Priorisierung hat sichergestellt, dass diese gefährdete Gruppe zuerst zum Zuge kommt. Das ist gelungen – und damit haben wir viele Menschenleben gerettet. Das sehen wir auch an den rückläufigen Todeszahlen, worüber wir sehr froh sind. Da die meisten der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger jetzt geimpft sind, können wir die Priorisierung guten Gewissens aufheben. Nur so stellen wir sicher, dass wir unser schnelles Impftempo weiterhin aufrechterhalten“, sagte der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Dr. Uwe Lahl, am Mittwoch, 2. Juni, in Stuttgart.
Für Menschen mit einer Vorerkrankung oder einer Behinderung ist die Impfung beim Hausarzt weiterhin ein niedrigschwelliges Angebot. Hausärztinnen und Hausärzte impfen bereits seit 17. Mai außerhalb der gesetzlichen Priorisierung. Weil sie ihre Patientinnen und Patienten am besten kennen, können sie am besten entscheiden, wer zuerst eine Impfung braucht, und impfen innerhalb ihres Patientenstamms die besonders gefährdeten Menschen zuerst.

Corona Gastronomie BW: Öffnungsschritte, Testpflicht und Rauchverbot - das gilt in Restaurants und Bars

Bei den einzelnen Öffnungsschritten der neuen Verordnung sind jeweils zahlreiche Lockerungen erlaubt. Auch die Gastronomie darf sich über Lockerungen freuen. So entfällt die Testpflicht ab einer bestimmten Schwelle. Was bei welcher Inzidenzstufe gilt lesen Sie hier.

Corona-Regeln in Bayern: Was gilt im Nachbar-Bundesland?

In Bayern und Baden-Württemberg unterscheiden sich die Regeln stark. Was je nach Inzidenzwert in den einzelnen Landkreisen in Bayern gilt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Am Freitag kommt das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zusammen, um ebenfalls über eine Lockerung der bestehenden Corona-Regeln zu beraten.

Corona-Zahlen: Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist nahezu unverändert geblieben. Am Sonntag lag sie landesweit bei 29,4 Fällen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Samstag hatte der Wert bei 29,6 gelegen, am Freitag bei 31,5.
In 29 von 44 Stadt- und Landkreisen wurde der Wert von 35 unterschritten. In der am Donnerstag verkündeten neuen Corona-Verordnung ist das der Schwellenwert für weitere Lockerungen. Über 100 liegt gar keine Region mehr. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 10,5, am höchsten der Landkreis Heidenheim mit 57,2.