• In den Niederlanden war die Inzidenz in den vergangenen Wochen stark gestiegen.
  • Nun gibt es eine neue Entwicklung bei den Corona-Zahlen: Die Zahl der Neuinfektionen sinkt.
  • Holland gilt dennoch seit Dienstag, 27. Juli, als Hochinzidenzgebiet.
  • Die Corona-Regeln wurden wieder verschärft – welche Bestimmungen gelten also aktuell?
  • Ist Urlaub in den Niederlanden möglich?

Niederlande zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklärt

Die Niederlande sind seit Mitternacht (27. Juli) als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen. Mit der Entscheidung vom Freitag hatte die Bundesregierung auf einen zuletzt deutlichen Anstieg der Infektionszahlen reagiert.

Neue Corona-Entwicklung in den Niederlanden: Starker Rückgang der Infektionen

Die Niederlande haben einen starken Rückgang bei Neuinfektionen registriert. In den vergangenen sieben Tagen wurden mehr als 37.000 neue Corona-Infektionen festgestellt, etwa 46 Prozent weniger als in der Vorwoche, wie das zuständige Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach bei 215 Fällen pro 100 000 Einwohnern, in der Vorwoche bei fast 400. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert aktuell bei 14,5. Nach dem Wochenbericht des RIVM stiegen aber die Patientenzahlen in Krankenhäusern stark an.

Aruba, Curaçao, Bonaire & Co. ebenfalls Hochinzidenzgebiete

Bonaire, Saba und St. Eustatis sind bekannt als die Karibische Niederlande. Diese exotischen Urlaubsziele gelten als besondere Gemeinden der Niederlande. Aruba, Curaçao und Sint Maarten sind mittlerweile autonome Länder innerhalb des Königreichs der Niederlande. Aber auch sie gelten fortan als Hochinzidenzgebiet.
Auch die überseeischen Teile der Niederlande sind Hochinzidenzgebiet.
Auch die überseeischen Teile der Niederlande sind Hochinzidenzgebiet.
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Niederlande Hochinzidenzgebiet: Was das für die Einreise nach Deutschland bedeutet

Mit der Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet sind die Regeln strenger. Wer sich in einem Hochinzidenzgebiet aufgehalten hat und nach Deutschland einreist, muss einen Nachweis über ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Ein zweiter Corona-Test kann frühestens fünf Tage nach Einreise, also Rückreise nach Deutschland, gemacht werden, sodass sich die Quarantäne dann um fünf Tage verkürzt. Anstelle eines Corona-Tests können Reiserückkehrer auch einen Nachweis für eine vollständige Impfung oder eine Genesung vorlegen. Ein Nachweis kann über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermittelt werden. Geimpfte und Genesene müssen auf diese Weise nicht in eine zehntägige Quarantäne.
Risikogebiete in Europa
Risikogebiete in Europa
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Keine Quarantänepflicht für Grenzpendler

Allerdings gelten einige Erleichterungen, etwa für Grenzpendler und für Kurztripps mit Aufenthalten unter 24 Stunden, also dem sogenannten kleinen Grenzverkehr. Im Einzelnen heißt das: Grenzpendler und Grenzgänger, die aus beruflichen Gründen, wegen ihres Studiums oder Schulbesuchs regelmäßig ein- und ausreisen, sind von Anmelde- und Quarantänepflichten befreit. Außerdem müssen sie sich nur zweimal wöchentlich testen lassen; dies kann auch nach der Einreise, etwa am Arbeitsplatz, geschehen.

Hochinzidenzgebiet Niederlande: Einschätzung der Einstufung

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat die Einstufung Spaniens und der Niederlande als Hochinzidenzgebiete verteidigt. „Das macht Reisen sicher und - soweit es in einer Pandemie geht - auch planbar“, sagte Bareiß der „Bild“-Zeitung (Samstag). Zwar sei es „bedauerlich“, dass die Inzidenzen in Spanien und den Niederlanden so stark gestiegen seien. Aber die Einstufung in die verschiedenen Risikogebiete erfolge nach „transparenten Regelungen“. Die Einreisebestimmungen müssten zudem mit den Entwicklungen in der Pandemie immer wieder neu bewertet werden.

Niederlande verschärfen Corona-Beschränkungen wieder: Aus für Clubs und Diskos

Wegen einer enorm gestiegenen Zahl an Neuinfektionen haben die Niederlande eine Reihe von Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Clubs und Discos müssen von Samstag an erneut schließen. Nach nur knapp zwei Wochen bedeutet das wieder das vorläufige Aus fürs Nachtleben.
Restaurants dürften zudem nur noch bis Mitternacht öffnen. Von da an bis 6 Uhr morgens gilt die Sperrstunde. Zwischen den Tischen und Sitzplätzen der Gäste muss einen Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Live-Musik oder andere Formen der live vorgetragenen Unterhaltung sind vorerst untersagt. Die neue Regelung gilt demnach mindestens bis zum 13. August.
Auch Festivals und andere Großveranstaltungen ohne feste Sitzplätze, bei denen kein Sicherheitsabstand gehalten werden kann, werden wieder untersagt. „Wir müssen die schnelle Verbreitung des Virus abbremsen“, mahnte der Regierungschef. Rutte mahnte seine Landsleute zur Vorsicht.

Corona-Zahlen Holland: Inzidenz, Impfung & Co. für die Niederlande

Wie ist die aktuelle Corona-Lage in den Niederlanden? Die neuesten Fallzahlen zu Inzidenzwert, Neuinfektionen und Co. für Holland auf einen Blick ( Stand: 27.07.2021):
  • 7-Tage-Inzidenz: 237,3
  • Neuinfektionen: 5807
  • Infektionen seit Beginn der Pandemie: 1.876.493
  • Todesfälle insgesamt: 18.087
  • Impfquote (Erstimpfung): 68,58 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 48,43 Prozent
  • Quelle: corona-in-zahlen.de

In den Niederlanden waren die Corona-Zahlen seit längerem stark angestiegen. Nun zeichnet sich eine andere Entwicklung ab. Welche Regeln gelten aktuell für Reisen nach Holland – ins Hochinzidenzgebiet?
In den Niederlanden waren die Corona-Zahlen seit längerem stark angestiegen. Nun zeichnet sich eine andere Entwicklung ab. Welche Regeln gelten aktuell für Reisen nach Holland – ins Hochinzidenzgebiet?
© Foto: Pixabay

Corona: Nur die Hälfte der Eltern in den Niederlanden würde ihre Kinder impfen lassen

Nur etwa die Hälfte der Eltern in den Niederlanden und in Frankreich würde ihre Kinder gegen das Coronavirus impfen lassen. Den größten Zuspruch gibt es laut Umfrage in Portugal und Spanien, wo fast drei von vier Erwachsenen ihre Kinder impfen lassen würden. In Deutschland liege der Wert bei 53 Prozent. „Für viele Eltern ist (...) die derzeitig noch geringe wissenschaftliche Datenlage über mögliche Nebenwirkungen der Hauptgrund, wenn sie zögern“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Hamburg Center für Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg, Jonas Schreyögg.

R-Wert Holland: Reproduktionszahl des Corona-Virus so hoch wie nie zuvor

In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante rasant aus. Die Reproduktionszahl liegt derzeit bei 2,17, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im März 2020, wie das zuständige Amt für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag dem Parlament in Den Haag mitteilte.
Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 217 weitere Personen anstecken. Das RIVM schätzt, dass bereits 60 bis 65 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurückzuführen sind.

Einreisebestimmungen Niederlande – Quarantäne für Deutsche?

Seit Donnerstag, 10.06.2021, ist Deutschland für die Niederlande kein Hochrisikogebiet mehr. Das bedeutet für Reisende aus Deutschland, dass sie an der Grenze keinen negativen PCR-Test mehr vorweisen müssen. Auch die Empfehlung, sich in Hausquarantäne zu begeben, entfällt. Laut dem Auswärtigen Amt finden derzeit keine Grenzkontrollen zwischen Holland und Deutschland statt. Es sind aber Stichprobenkontrollen möglich. Wer mit dem Flugzeug nach Holland reist, muss ein Gesundheitsformular ausfüllen und mitführen.

Hochinzidenzgebiet: Urlaub stornieren? Das gilt jetzt

Viele Menschen haben sich auf ihren Urlaub auf Mallorca, den Kanaren oder an der Costa Blanca gefreut. Doch nun wird Spanien zum Hochinzidenzgebiet. Ergibt sich aus dieser Hochstufung das Recht, die gebuchte Pauschalreise ohne Stornogebühren abzusagen - sofern man dies denn möchte?
Die kurze Antwort: Das kann durchaus möglich sein. Aber eine höchstrichterliche Entscheidung gibt es dazu noch nicht.

Wann darf ich eine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Generell gilt: Die Reise muss durch sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt sein. So sieht es das in Deutschland geltende Pauschalreiserecht vor. Wann dies der Fall ist, lässt sich aber nicht immer so genau sagen.
Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt als starkes Indiz für außergewöhnliche Umstände. Vor der Pandemie bedeutete die Warnung der Bundesregierung de facto ein kostenloses Stornorecht.
Als aber lange Zeit jedes Corona-Risikogebiet eine Reisewarnung bekam, änderte sich dieser Automatismus. Mittlerweile kommt es auch darauf an, ob die Reisewarnung schon zum Zeitpunkt der Buchung bestand. Dann ergibt sich nach Ansicht mancher Gerichte nicht unbedingt ein kostenloses Rücktrittsrecht. Denn das Risiko war von Anfang an bekannt. Dieser Auffassung schließt sich zum Beispiel auch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) in Kehl an.

Was heißt das nun konkret für Spanien?

Die Reisewarnung ist ein Indiz für außergewöhnliche Umstände, aber nicht das einzige. Auch andere Faktoren können eine Rolle spielen. Die vom Gesetz geforderten unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände müssen laut EVZ objektiv gegeben sein und auch noch zum Zeitpunkt der Reise bestehen. Entscheidend sei die Situation vor Ort.
- Erster Faktor: Für Spanien wird nun formal erneut eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Warnungen waren für einfache Risikogebiete aufgehoben worden, nicht aber für Hochinzidenzgebiete.
- Zweiter Faktor: Ungeimpfte Urlauberinnen und Urlauber müssen laut der geltenden Einreiseverordnung der Bundesregierung mindestens fünf Tage in Quarantäne, wenn sie aus einem Hochrisikogebiet heimkehren. Die notwendige zweite Impfung, um diesem Szenario zu entgehen, lässt sich in der Regel auch nicht einfach vorziehen. Und Kinder unter zwölf Jahren können sich ohnehin nicht impfen lassen.
Nach Ansicht des EVZ dürfte dieser Punkt aber nicht in die Beurteilung einfließen, weil die Quarantäne erst zu Hause ansteht. Es gebe aber auch Juristen, die in einer unabwendbaren Quarantäne eine Störung der Geschäftsgrundlage nach Paragraf 313 BGB sehen. Hier bleibt abzuwarten, wie Gerichte das bewerten werden.
- Dritter Faktor: Angesichts der hohen Fallzahlen in Spanien besteht ein höheres Corona-Infektionsrisiko als noch vor wenigen Wochen. Zudem führen die Behörden wieder strengere Maßnahmen ein.
„Das sind alles Faktoren, mit denen Urlauber bei der Buchung ihrer Spanien-Reise noch nicht rechnen mussten“, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Sich als Reiseveranstalter auf die bekannte Gefahr durch Corona zu berufen, reicht seiner Ansicht nach nicht.
Degotts Einschätzung lautet daher: „Pauschalurlauber haben eher gute Chancen, kostenlos von ihrer Reise zurücktreten zu können.“
Das EVZ sieht das ähnlich: „Reisende können aus unserer Sicht kurz bevorstehende Pauschalreisen in Länder, für die eine Reisewarnung ausgesprochen wird, grundsätzlich unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren.“ Kurz bevorstehend heißt hier: ungefähr ab vier Wochen vor Reiseantritt.
Anders beurteilt das die Reisewirtschaft: „Die Hochstufung eines Zielgebietes in ein Hochinzidenzgebiet begründet aus Sicht des Deutschen Reiseverbands nicht automatisch das Recht auf eine kostenlose Stornierung“, erklärt DRV-Sprecherin Kerstin Heinen und verweist auf das Ausstehen eines höchstrichterlichen Urteils. „Grundsätzlich bemühen sich die Reiseveranstalter, individuelle, kundengerechte Lösungen herbeizuführen“, ergänzt sie.

Was gilt für Individualtouristen?

Wer seinen Urlaub eigenständig gebucht hat, für die oder den gilt das Pauschalreiserecht nicht. Das heißt konkret: Solange der gebuchte Flug stattfindet, ergibt sich kein kostenloses Rücktrittsrecht. Reisende können hier lediglich vom gebührenfreien Umbuchen Gebrauch machen, das die meisten Fluggesellschaften anbieten.
Für Unterkünfte gilt: Wer ein Hotel mit kurzfristiger Storno-Option gebucht hat, kann diese Möglichkeit nutzen. Ansonsten fallen die Stornierungsgebühren wie vertraglich vereinbart an. Das Gleiche gilt für Ferienwohnungen. Solange die Unterkunft geöffnet und auch erreichbar ist, ergibt sich allein durch die Einstufung eines Landes als Hochrisikogebiet noch kein Gratis-Stornorecht.
Jeder Individualreisende muss also eigenverantwortlich entscheiden, ob er die Reise absagt, verschiebt oder antritt - und die möglichen finanziellen Folgen dieser Entscheidung in Kauf nehmen.

Camping Niederlande Corona aktuell: Ist Camping erlaubt?

Die Campingplätze in den Niederlanden sind zum Teil geöffnet - je nach Lage in der Region. Man sollte also einfach bei den entsprechenden Plätzen anfragen. Wildcampen ist hingegen verboten.

Corona und Urlaub: So sind die Regeln in diesen Ländern

In vielen europäischen Ländern ändern sich gerade die Corona-Regeln für Urlaub und Einreise. Was wo gilt: